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das Evangelium zu verkünden. Seitdem führen die drei PatreS und drei FratreS inklösterlicher Zurückgezogenheit ein oft sehr anspruchloses und frugales Leben. Sie sindjedoch meist von den Einwohnern hiesiger Stadt freundlich aufgenommen worden.Denn daß einige Bürger den wehrlosen Mönchen sehr unzart begegneten, da dochNiemand ihnen auch nur einen Pfennig zu geben gezwungen ist, kommt hier nicht inBetracht, eben so wenig, daß man durch Zerstörung des hölzernen KreuzeS an derGlocke, nächtliches Anläuten zc. sie zu insultiren sucht. Daß aber einzelne Bürger soweit sich vergessen, ihnen verleumderischer und boshafter Weise die schmählichstenDinge nachzureden, um so ihre Wirksamkeit zu hemmen, und daß der fränkische Kuriersich abermäl nicht schämt, solche Lügen breit nachzudrucken, fordert öffentliche Rüge,und eS freute uns, daß man sie von anderer Seite her durch Ueberreichung sehrschöner Kirchenparamente für solch' bittere Kränkungen zu entschädigen suchte. Jedochwird sich dem Vernehmen nach durch das Resultat der eingeleiteten Untersuchung derTriumph des Kuriers in ein sehr bitteres Martvrthum verwandeln. (Bamb. Volksbl.)
Der Vorort der katholischen Vereine Deutschlands hat folgende Einladung andie sämmtlichen Einzelvereine erlassen: „Wir haben die Freude, unsern verehrlichenBrüdervereinen hiermit das Nähere über die in diesem Jahre stattfindende sechste Ge-neralversammlung des katholischen Vereins Deutschlands mittheilen zu können. Dieselbewird, übereinstimmend mit dem auf der fünften Generalversammlung dahier gefaßtenBeschlusse, und nach vorausgegangener Verhandlung mit dem katholischen Verein zuMünster in Westfalen , in letzterer Stadt und zwar am 21., 22. und 23. Septembergehalten werden. Dabei wird gewünscht, daß möglichst viele Abgeordnete und Theil-nehmer bereits am 20. in der Vorversammlung anwesend seyen. Der unterzeichneteVorstand des Vorortes erlaubt sich nun, sowohl die gesammten Einzelvereine, als auchüberhaupt die Mitglieder deS katholi>chen Vereins zur Beschickung, beziehungsweise zumBesuche dieser sechsten Generalversammlung auf das Angelegentlichste und Herzlichsteeinzuladen. Gewiß verdient das treffliche Münsterland, das dem katholischen Deutsch-land so vielfach das Beispiel entschiedener religiöser Gesinnung und der kathol. Sacheso manchen muthigen Vorkämpfer gegeben hat, daß die deutschen Katholiken diese Ge-legenheit, ihre wohlverdiente Anerkennung ihm kund zu geben, nicht unbenützt vorübergehen lassen. Insbesondere aber möge der unverkennbare Ernst der Zeitverhältnisse,in wie sern dieselben sich auf die Lösung der großen kirchlichen Frage beziehen, dieErwägung, daß unter diesen Verhältnissen die Aufgabe des katholischen Vereins einewichtigere und dringendere als je geworden ist, und endlich der Umstand, daß eineAnzahl von Gegenständen und Fragen zur Verhandlung vorliegt, welche nicht leichtirgendwo besser als in Münster ihre Erledigung finden können, Allen, die es angeht,ein mächtiger Antrieb zur Theilnahme an dieser sechsten Generalversammlung seyn!Mit diesem Wunsche und mit dieser Bitte zeichnet: Der Vorsitzende Lennig. DerSchriftführer: Moufang." _
Die Prüfungen in dem Knabenseminarium zu Pollitz sind sehr gut ausgefallen,Man ist jetzt auf die Erweiterung des Instituts bedacht, und da sich diese in demSchlosse zu Pollitz nicht ermitteln läßt, sieht man sich nach einem andern Locale um.Bei der Wahl wird nun auch der Umstand berücksichtiget werden, daß die PP, Jesuiten Gelegenheit finden, sich zum Frommen Böhmens zu entwickeln. Budweis macht auchHeuer noch den Anfang mit einem Knabenseminar. Bei den Exercitien waren 135Priester beisammen. — In Prag waren auch über 90 Priester bei den Erercitien,die auch in Königgrätz sehr viel Theilnahme fanden, und in Leitmeritz den 14. Sept.beginnen werden. (K. Bl. a. T.)
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