Ausgabe 
12 (12.12.1852) 50
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geschehen. In den Komitatsversamml»mgen wütheten katholische Redner am eifrigstengegen ihre Mutter die katholische Kirche und tausend und abermal tausendkHsn"waren der Lohn ihresFreiheitsinneS und Heldenmuthes". Katholische Prälateneiferten für protestantische-Vicegespäne , bei den in der letzten Zeit so fluchwürdigenBeamtMwahlen, wo so viele- Todtschläge und andere furchtbare Erzesse sich ereigneten,ohne daß Jemand darnach gefragt hätte. Freilich änderte sich nun Vieles im Jahre1849. Das ! Ministerium'für Unterricht organisirte die höheren Lehranstalten ohneUnterschied für Protestanten--und Katholiken. Die letzteren fügten sich auch mit dengrößten Opfern ohne Widerrede, nicht so die ersteren, sie blieben Protestanten auchin dieser Hinsicht, und das Ministerium entzog allen sich nicht fügenden Lehranstaltendie Oeffentlichkert, befahl aber mit keinem Worte, wie Herr FerencSik es glaubenmachen will, daß protestantische Jünglinge sich an katholischen Lehranstalten müssenprüfen lassen. Die Verordnungen in Hinsicht der Maturitätsprüfungen gehen Katho-liken wie Protestanten gleich an und-'sind allbekannt; man kann daher nur staunen,wie denn Herr FttencSik wagen kann, so frech in die Welt hinauszulügemAuch in Hinficht des k. k. Militärdienstes ist kein Unterschied zwischen Katholiken undProtestanten, folglich-hat FerencSik-auch da gelogen. Nun für heute nur noch ei»Wort überSchützen", für das die Thaler des Gustav'Adolph-Vereines schon sooft' in Anspruch genommen wurden. Oberschützen ist ein deutsches Dorf im Eisen-burger Comitat, nicht fern von der österreichischen und steierischen Grenze,' mit 52kätholischen und 1396 protestantischen sAugSb. Conf.) Einwohner. Herr A. Wimmer,besonders als deutscher geograph. Schliftsteller bekannt, wirkte hier mit besonderemEifer durch viele Jahre-Mächtig--in Wort und in der Feder", trotzte er seinemSnperintendenten, dem Konvente ic.'Zcl'und regierte seine Heerde nach Beliebelt, wurdeabÄ"von einennTheile derselben vertrieben und ging nach Modern. Von der sieg-haften -Partei bald wieder zurückberufen, entwickelte er neuen Eifer, als'man in Un-ga?N'!aDW^mitnallen -Verhältnissen und Einrichtungen des Landes auf einmal unzu-srkdenuzu werden. Er schloß sich vor Allem der englischen Bibelgesellschaft an, undüberschwemmte auch Ungarn bald mit Büchern der Gesellschaft, erschien in der Ver-sammlung deS Gustav - Adolph - Vereines und klagte noch jämmerlicher als FerencSik,Mr-vbed auch glücklicher und erbante , nachdem er Oberschützen dahin bewogen, sichsich0um--8g,000 -fl. C. M. von, grundherrschaftlichen Verbände loszukaufen, eine großeSchuld'allta und berief Lehrer aus'Berlin und übergab einem davon nicht"nur'dieLeitung'der Anstalt, sondern auch eine seiner Töchter als Frau. Die Anstalt wurdebald NM't und breit bekannt und mußte erweitert werden. AIS daS vcrhängnißvolleJähr'1848 hereinbrach und der BanuS mit seinen Schaaren nach Ungarn kam, orga-nisirte Hr -Wimmer den Landsturm/ drohte sogar edlen Frauen mit dem GalMn undentwickelte einim Eifer, der einer besseren Sache würdig gewesen wäre. Als aberFürst Windischgmy -nach Ungarn kan^ flüchtete sich Hr. Wimmer glücklich nach 'Berlin ,und-tzerirte sich dort als Agenten Kossuths. Er ging-später nach Amerika , protestirtcdort mit einigen Flüchtlingen im Namen Ungarns (ohne von Jemanden dazu autorisirtzu-sehn) gegen alle Anordnungen der Regierung, kam aber bald wieder nach Bremen und machte auch da wonach "reden. Sein nicht kompromittkrter Schwiegersohn leiteteauch"in WimmerS Abwesenheit die Anstalt, erweiterte sie zu einem kleinen Gymnasiumund einer dreiklassigen Realschule, und war so glücklich, weil er den hohen Verord-nungen in Hinficht der Organisirung sich fügte, für das Gymnasium und die Real-schule die« Qeffentlichkeitsrechte zu erhalten.. Das ist also das oftgenannte Schützen.Keim-Katholik wird es den Protestanten verargen, daß sie sich bestreben, Schulen zuerrichten und für dieselben Hülfe "on ibrcn Glaubensgenossen ;u erhalten; nur mußnoch in Hinsicht Schützens bemerkt werden, daß viele katholische Jünglinge dort ihreStudien machen? jcmsogar sich im dortigen Convicte befinden. Nun ist die katholischePfarrkirche (Pinkafeld ) von- Schützen- 1'/? Stunden entfernt und in Schützen nur ein-mal im Jahre katholischer Gottesdienst. Ja, eS ist nicht einmal ein katholischer Re-ligionslehrer für Schützen vorhanden, wie sollen nun die sich dort befindlichen kathol.