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und das größte Aergerniß gewesen und ist. Auch jetzt wie einst lebt der Geist nochin Lavers Mitbrüdern, die ihm der Herr in unsern Tagen erweckte, allenthalbenGotteS Ehre suchend und bestrebt das Heil und Wohl der Menschen zu fördern. Auchjetzt ertönt, und mehr denn jemals, auS ihrem Munde der einladende Ruf der Kirche,mit Gott sich zu versöhnen und einschlagend die verlassene Bahn des Heiles ihr Glückfür alle Zeit zu gründen. Sendboten, nicht blos für die fernen Länder des asiatischenOstens, durchziehen sie die Gauen des deutschen Landes, hier wieder aufbauen zu helfen,was vielfach durch den zerstörenden Geist falscher Weisheit und menschlichen Hoch-muthes zerfallen. Verfolgung durch Schmach und Hohn und Lüge und noch andere„edle" Mittel ist vielfach ihrer Mühen Lohn; kein Wunder, denn schon Xaver undAlle dieses Geistes haben dasselbe erfahren. Am Ende aber siegt doch immer dieWahrheit — und Baal macht dem Jehovah Platz und daS Kreuz hat seine uner>schütterliche Kraft bewährt. Bereits zeigt es sich, wie der Menschen Herzen, obwohloft lang vom Lügengeist und ihrem SinneSgelüst betrogen, endlich sich nach dem sehnenund zurückwenden, was wahrhaft Ruhe schafft. Und wer ihnen zu diesem höchstenGute wiederverhilft, den lieben sie. Darum nur fortgestritten, nur fortgelitten mit derGeduld des großen JndianerapostelS, ihr mannigfach gehaßten, doch auch vielfach ge-liebten Schüler deS heiligen Jgnatius! Tausende danken Euch schon, was Niemandin der Welt geben kann, den Seelenfrieden: ihr Leben beweist am besten Eure Lehre.Wahr, wie der hl. Xaver, könnt auch Ihr sprechen: „Herr! auf Dich habe ich meinVertrauen gesetzt, ich werde niemals zu Schanden werden."
F u I d a.
(5 Fulda , 20 November. Gestern feierte der hiesige Vincentius- und Elisa-bethenverein sein Patronatsfest in der Kirche zum heil. Michael. Der hochwürdigsteBischof hielt, von einem zahlreichen Klerus assistirt, das feierliche Hochamt, nach dem-selben richtete er mit dem bischöflichen Ornate bekleidet von dem Altare aus eineAnrede an das zahlreich versammelte Publikum, worin er auf das Leben der heiligenLandgräfin von Thüringen und Hessen St. Elisabeth hinwies und dann aus-führte, was die christliche Liebe sey und was sie geleistet habe, was sie ganz besondersaber heutzutage in Frankreich leiste, wobei der hochwürvige Redner eine kurze Schil-derung der religiösen Frauencongregationcn Frankreichs gab und dann die Mitgliederder hiesigen WohllhätigkeitSvereine aufforderte, in ihrem schönen Streben zu verharrenund dasselbe immer mehr zu bethätigen. Beide Vereine wirken hier in der That sehrviel Gutes, obschon die zu ihrer Disposition stehenden Mittel durch monatliche frei-willige Beiträge aufgebracht werden und so bedeutend an sich nicht sind. Wir habenuns bei dieser Gelegenheit recht deutlich überzeugt, daß keine noch so sorgfältig bureau-kratisch organisirte und controlirtej Armenpflege daö zu leisten vermag, was ein ausder christlichen Liebe hervorgegangener Verein leistet. Möchten dieselben doch überallim katholischen Deutschland entstehen und recht freudig gedeihen, sie werden die besteSchutzwehr seyn gegen den immer mehr um sich greifenden Pauperismus, dem papierneVerordnungen so wenig wie die Verbreitung gemeinnütziger Schriften abhilft.
N o m.
Rom , im November. Im vorigen Monate fand in den stillen Mauern einesNonuenklosterS ein? interessante religiöse Feierlichkeit statt. Es wurde nämlich in derKirche des Klosters der Dominikanerinnen, zur hl. Katharina von Sie na, einjunges Mohrenmädchen getaust. Der Cardinal Patrizi, Generalvicar Sr. Heilig-keit für die Stadt Rom , wollte selbst das Sacrament ertheilen, eine Dame von hohemStande und ein Prälat waren Gevatter.
Berautwortlicher Redacteur! L. Schöuchen.
Lerlag«-Zuhaber: F. S. Kremer.