Ausgabe 
12 (19.12.1852) 51
Seite
401
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Zwölfter Jahrgang.

Sonntags-Beiblatt

zur

Augsburger PostMtung.

19. December ZI t85S.

Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abomiementsprei«TV kr., wofür e« durch all? königl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezöge» werden kano.

Die Heilige» und Heiligenbilder der katholischen Kirche .

(Fortsetzung.)

Nach den Bemerkungen über die Bilder, welche aus das Leiden Christi Bezughaben, bleibt uns übrig, etwas über die Bilder, welche die Auferstehung und Himmel-fahrt des Herrn, die Sendung des heiligen Geistes und das letzte Gericht vorstellen,zu sagen.

Christus stand, nach Uebereinstimmung aller heiligen Bäter, aus einem ver-schlossenen Grabe auf, gleichwie er durch eine verschlossene Thüre zu seinen Jüngernging. Daher haben jene Maler unrecht, welche Christus erst nach Entfernung desGrabsteines auserstehen, lassen. Auch unterliegt es keinem Zweifel, daß die Wächternicht geschlafen haben, sondern munter waren, denn sonst hätten sie nicht vor^enPharisäern das Zeugniß von der Auferstehung ablegen können. Es waren römischeSoldaten, deren Disciplin nichts daran denken läßt> daß sie nach Dorfnachtwächter-Arlsich's auf ein Stündchen sollten bequem gemacht haben. Das Grab war nicht in denBoden abwärts vertieft, sondern wagrecht in den emporstehenden Felsen eingehauen,mit einem niederen Eingang (Thür) in dasselbe, welche durch den davor oder hinein-gewälzten Stein verschlossen war. So war auch das Grab deS Lazarus, daher derHeiland bei seiner Auferweckung ihm zurufen konnte: LazaruS , komme heraus. Sowaren, überhaupt die Gräber, nnd wurden dann durch davor gestellte schön ange-strichene Grabplatten geschlossen; daher Christus die Pharisäer mitübertünchtenGräbern" vergleicht. Einer der Evangelisten zählt unter jenen Frauen, die Christum salben wollten, nicht seine Mutter auf.Sie wußte," schreibt der heilige Bernhard,daß er auferstehen und daß folglich die Salbung vergeblich seyn würde, und deshalbkam sie nicht mit den andern (Frauen) zum Grabe." Viele sind der Meinung,Christus, sey nach seiner Auferstehung zuerst seiner Mutter erschienen. Aber ausMarkus 16 geht hervor, daß er zuerst der Maria Magdalena , aus welcher er siebenTeufel auSgetrieben hatte, erschien. Doch treten jener Meinung die heiligen Ambro-siuö, Anseimus, Gregor von Nyssa und Jguaz von Loyola bei, und ist dieselbe all-gemein verbreit^.

Auf alten. Bildern, welche die Himmelfahrt Christi vorstellen, sieht man eineLeiter, auf welcher der Herr von der Erde in den Himmel steigt. Doch ist diese roheDarstellungsweise längst verschwunden. Mit Recht werden aber viele Engel bei derHimmelfahrt Christi abgebildet , und zwar mit Bezug auf Pf. 67, wo David imGeiste dieselbe besingt und es u. a. (V. 18) heißt:Der Wagen GotteS ist vieltausendmal tausend, der Herr ist unter ihnen auf Sinai; Du bist in die Höhe ge-fahren und hast daS Gefängniß gefangen genommen." David nennt die Engel oftWagen", denn Gott bediente sich der Engel zum Streite und zum Triumphe, wie