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Er heißt Areopagita, weil er Mitglied deSAreopagS in Athen war (Apost, 17, 34.).Der heilige Paulus, dessen Schüler er war, ernannte ihn zum Bischof von Athen ,Der Papst Clemens soll ihn nach Gallien geschickt haben. Er wurde in der Verfol-gung der Wandalen enthauptet; nach seiner Hinrichtung erhob sich sein Rumpf, seineArme erfaßten den abgeschlagenen Kopf und so ging er herum. Er trug denselbenvom Berge, auf welchem er enthauptet worden, und zwar unter Begleitung derhimmlischen Heerschaaren, bis an den Ort, wo er begraben liegt. So berichtet derAbt Hilduin, welcher eine Lebensgeschichte deS Heiligen schrieb.
Der heilige Qnintkn, als römischer Krieger, oft mit Ketten an Händen undFüßen, einen Bratspieß in der Hand. Er war ein Römer, predigte in Gallien dasChristenthum, weßhalb er wohl auch als Diacon abgebildet wird, wurde in Amiens wiederholt gemartert, mit zwei Bratspießen durchbohrt und enthauptet.
Der heilige Wolfgang als Bischof, ein Beil in der Hand, oft eine Kirche inder Hand oder zur Eeire. Er predigte den Ungarn das Christenthum und wurdeunter Otto II. Bischof zu Regensburg . DaS Beil trägt er, um, wie es in einemBuche über die deutschen Klöster heißt: 8or6v8 resecsrs puäenäss, „den abscheulichenUnflath auszutilgen."
Der heilige Martin von Tours , als Krieger zu Pferd, zerschneidet mit einemSchwert seinen Mantel, um die Hälfte einem Armen zu geben. Er schenkte, wieSeverus Sulpitius berichtet, vor dem Thore von Amiens zu harter Winterszeit einemBettler die Halste seines Mantels. Nachts erschien ihm JesuS Christus , mit derHälfte dieses Mantels angethan und sprach: „Das hat mir der Katechumene Martingeschenkt." Oft sieht man neben diesem Heiligen eine Gans, Anspielung auf seineErwählung zum Bischof von Tours. Oft ist er auch als Bischof abgebildet.
Die heilige Elisabeth von Hessen hat drei Kronen, weil sie als Jungfrau,Gattin und Wittwe heilig gelebt hat. Oft trägt sie zwei Kronen auf der Hand unddie dritte auf dem Kopfe; oder sie trägt Brode — oder hat einen Korb mit Brodund einen Weinkrug zur Seite — umgeben von Armen, denn sie war eine wahreMutter der Letzteren. Meistens ist sie in fürstlicher Kleidnng, zuweilen auch alsDominicanerin (oder Tertiarierin deS heil. FranciScuS), oder als fromme Matrone.
Die heilige Katharina von Alerandrien hat zur Seite ein zerbrochenes Rad mitMessern besetzt (das Rad, mit welchem sie gemartert wurde, zerbrach.) Sie trägt ofteine königliche Krone, weil sie aus königlichem Geschlechte entsprossen, ja nach Eini-gen sogar eine Tochter des Kaisers MarentiuS gewesen seyn soll (wenigstens nenntdas römische Breviarium ihren Vater MarentiuS). Ihren Vater sieht man oft zuihren Füßen liegen, weil sie über denselben durch ihren Martertod triumphirte. Siehat endlich ein Buch, um ihre große Gelehrsamkeit anzudeuten.
Der heilige EligiuS oder Alo, Bischof von Noyon , hat einen Hammer undZange in der Hand. Er war früher Goldschmied und Münzmeister und verfertigteviele Relkquienkasten.
Die heilige Barbara mit einem Schwerte , Kelch in der Hand und Thurm zurSeite. Sie schloß sich freiwillig in einen Thurm, um ihre Jungfrauschaft zu bewah-ren , und weil sie insgeheim Christin war. Als sie einst ihr Vater mit einem Schwerte verfolgte, öffnete sich ein Felsen, um sie zu verbergen. Ihr Vater lieferte sie denGerichten aus, sie wurde gemartert und endlich mit dem Schwerte hingerichtet. Ja,ihr Vater soll selbst die Erccution ausgeführt Habens ihr Richter wurde bald daraufvom Blitze erschlagen. Sie hat einen Kelch (über welchem sich eine Hostie befindet),weil sie vielen Scheidenden beistand, so daß diese erst das heilige Abendmahl empfin-gen. Dieser Kelch befindet sich gewöhnlich an der Thüre des Thurmes, welcher meistdrei Fenster hat.
Der heilige NicolauS (von Bari oder Myra) wird manchmal ohne Mitra abge-bildet. Er soll nämlich auf dem Concil von Nicäa im heiligen GlaubenSeifer einemArianer eine Ohrfeige gegeben haben, und deßhalb von der Versammlung der Mitra und des PalliumS für verlustig erklärt worden seyn. Als er jedoch einst diesen Ver-