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schwebt, bedeutet die Seele des heiligen GermanuS von Eapua, die er in solcher Ge-stalt zum Himmel steigen sah. Seine Amme hatte einen Krug zerbrochen, den er alsKind sogleich wieder herstellte; daher der Krug, der auf vielen seiner Bilder ange-bracht ist.
Der heilige Benno, als Bischof, mit einem Fisch, der Schlüssel im Maule hat.Er war mannigfach in die Zerwürfnisse Heinrichs IV. mit Gregor VII. verwickelt.Vor dem Wormser Reichstage reis'te Benno nach Rom, nachdem er zweien Chorherrendie Meißener Domschlüssel — denn er war Bischof von Meissen — mit dem Auf-trage überreicht hatte, dieselben in die Elbe zu werfen, wenn der Kaiser sollte ercom-municirt werden. DaS geschah. Aber nach deS Bischofs Rückkehr fanden sich dieSchlüssel wunderbarer Weise wieder.
Der heilige Bernard von Clairvaur, als Abt. Er trägt das Ordenskleid derCisterckenser, deren Stifter er war und hat einen Bienenkorb zur Seile, weil er derDoctor mellifluus genannt wurde. Ueberhaupt erscheint er immer in seinem Ordens-kleide, aber nicht immer als Abt. Maria steht grüßend vor ihm und hält ihmdas Christuskind vor; er trägt die Marterinstrumente Christi und hat einen Hundneben sich.
Der heilige Bischof BlasiuS mit einem Schwerte, eiserner Hechel und Wachs-kerze in der Hand. Sieben fromme Frauen sammelten nach seiner Marter sein Blutauf und wurden deßhalb mit eisernen Kämmen (Hecheln) zerfleischt. BlasiuS wurdein einen See geworfen, aus dem er lebendig hervorging, und dann enthauptet.
Der heilige Bonaventura , in Franciscanerkleidung mit dem Zeichen eines Bischofsund Kirchenlehrers; manchmal auch als Cardinal. Ein Engel reicht ihm das heiligeSacrament. Er war Cardinal und Bischof von Albano, so wie General seinesOrdens. AuS Demuth wagte er oft nicht, das heilige Sacrament des Altars zuempfangen; und so geschah es, daß ihm einst ein Engel während der Messe, eine con-secrirte Hostie brachte.
Den heiligen Bonifacius sieht man in bischöflichem Gewände, ein Buch haltend,durch welches ein Schwert gestochen ist. Er wurde bei Dokkum 755 von den heid-nischen Friesen erschlagen. Noch ist das Buch erhalten, durch das der Stich durch-gedrungen ist.
Die heilige Brigitta, Königin von Schweden und Stifterin des Brigittenordens,erscheint in Nonnenkleidnng, ein mit einem Kreuze bezeichnetes Herz in der Handhaltend.
Der Stifter des Karthäuserordens, der heilige Bruno erscheint im Kleide seinesOrdens, mit einem Kreuze, dessen Enden in Blätter ausschlagen.
Der heilige Bischof Burkhard hat eine Hostie in der Hand, wegen feiner großenAndacht zum heiligen Sacramente des Altars.
In Betreff der heiligen Cäcilie ist zu bemerken, daß die Maler mehr die lob-preisende, musicirende Heilige, die Sculptoren mehr die Martyrin vorstellen, und zwarin jener Lage, in welcher der Leichnam war aufgefunden word.n: auf dem Antlitzliegend, eine Schnittwunde im Genicke, die Arme und die drei vorderll Finger anjeder Hand ausgereckt, Ring- und Kleinfinger eingeschlagen. Auch sieht man aufBildern einen Kessel neben ihr, oder sie selbst in einem Kessel stehend, weil sie insiedendem Oel gepeinigt wurde. Sie hat endlich mustcalische Instrumente um sich undewe Orgel in der Hand, denn sie ist die Patronin der Musik.
Der Stifter der Theatiner , der heilige Cajetan von Thiena, als regulirter Kle-riker, mit einer Lilie in der Hand.
Der heilige Carl Borromäus, Cardinal und Erzbischof von Mailand , trägtPestkranke. Er nahm sich der Pestkranken besonders an, pflegte sie, spendete ihnendas heilige Sacrament d^s Altars u. s. w. '
Der heilige Kaiser Carl der Große, mit einer Krone auf dem Haupte, demScepter in der Hand, in voller Rüstung, gewöhnlich als Ritter und eine Kirche(Dom von Aachen ) tragend.