Ausgabe 
12 (26.12.1852) 52
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Ikonographie, und sie ist noch nie recht gepflegt worden. Sie hat ein MireS Feld,welches wir nicht ganz überschauen konnten und wollten. Wer mehr über die Bildererfahren, die Ikonographie gründlich studircn will, nehme/okmni8 cklolimk niskoria 88.ImgKmum", ferner ,^on»c>, ^uiLÜsnonsi» Lcdesis« LpiZc-., lilx III cle eultu imÄßirium»ä Larolum Alsgn. säversus dssresin Clauclii prsesulis 'Isuriensis," namentlich aberdiechristliche Kunstsymbolii und Ikonographie, Frankfurt 1839" zur Hand. DieseWerke, sowie das römische Brevier benutzten wir bei Anfertigung dieser Abhandlung.

Möchte diese Ikonographie namentlich in den Seminarien recht gefördert, möchteder ästhetische Sinn des Volkes von Seite der Geistlichkeit' und zwar eben vermittelstanziehender Bilder recht geweckt werden. Ein einziges Bild thut oft mehr Wirkungals eine Predigt, als viele Katechesen und Ermahnungen. Das sehen selbst die Prote-stanten jetzt ein, und daher das Streben ihrer innern Mission, schöne, rührendes er-bauende Bilder unter dem Volke zu verbreiten. Ich kenne ein Dorf, dessen Einwohnerwahre Muster der guten Sitten, wahre Vorbilder ächter Christen sind. Wodurch sindsie es geworden? Durch die Bilder! Das scheint dir wohl lächerlich, lieber Leser?Und dennoch ist es so. Das Dorf, von welchem ich rede, ist Ms in der DiöceseFulda. Hack.

Christliche Lesefrüchte und Betrachtungen eines Laien.

(Fortsetzung.)19.

Du bist zuweilen nahe daran, irgend eine Sünde zu begehen; die Versuchungist stark; du fühlst dich nicht erhoben genug, den Entschluß zu fassen, rein aus Liebezu Gott und aus Furcht, Ihn zu beleidigen, nicht zu sündigen; du fühlst aber, daß duim Stande wärest, diese Sünde aus Furcht vor zeitlicher Strafe zu unterlassen; dustehst hier an einem Scheideweg, wo dir der Versucher eine Schlinge legt; gib acht,daß du nicht unterliegst! Denn während du nicht genug Seelenstärke fühlst, das Bösereiu um Gotteswillen und aus Liebe zu Ihm, sohin aus dem reinsten christlichen Be-weggrund zu meiden, flüstert dir der Versucher ein, es nicht aus dem nicht so reinen,sondern untergeordneten Beweggrund der Furcht vor zeitlicher Straft zu meiden. Waslhuu? Hier gilt kein Besinnen; unterlaß das Böse unbedingt, sey eS auch, daß dues aus Furcht vor zeitlicher Strafe thust und dich zu jenem reineren Beweggrundnicht erschwingen kannst, denn besser ist es in allen Fällen, nicht sündigen, als inSünde verfallen.

20.

Um das Leiden des Herrn besser begreifen und mit mehr Andacht, Zerknir-schung und Dankbarkeit betrachten zu können, betrachte vor Allem die Seligkeit desHerrn; bedenke die Glorie der Seligkeit eines Menschen, der gewürdigt wurde, inden Himmel aufgenommen zu werden, und nuu erst die ewige und unaussprechlicheSeligkeit Gottes! Und Gott verließ diese Seligkeit, stieg vom Himmel herabund nahm das menschliche Elend aus sich! Ach, wer so recht weiß, was eSum das menschliche Elend ist, der begreift erst, was eS heiße, daß Gott Seine' Seligkeit verließ, um dieses Elend auf sich zu nehmen! Und warum hat Gott dießgethan? Haben wir es irgendwie verdient? O nein, du bist dem ewigen Tod ver-fallen gewesen, o Mensch, du bist nicht den mindesten Theil einer Gnade verdient;Gott aber hat deine Menschheil angenommen rein auS Liebe und Erbarmungfür dich!

21.

Alles Leiden der Menschen hat in Gottes Augen nur dann einen Werth, wennder Mensch es recht ertragen und wenn er sich bemüht hat, aus demselben für seineBesserung einen Nutzen zu ziehen.

Verantwortlicher Redacteur: L. Schöacheo

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