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heit und Liebe, so ist Uneinigkeit die Saat des Satans, das Brandmal des Irrthumsund des sittlichen Verfalles. Diese Einheit gründete Jesus auf den Felsen Petri, inder Kirche Roms , wo dieser waltete und starb. Die Schismatiker des Orients, vorAllem ihre von Stolz und Hochmuth verblendeten Führer, wollten dieses Oberhauptnicht anerkennen, darum hat sie Gott der Verblendung ihres Herzens überlassen, siemußten der Hilfe Gottes bar sich unter dem Joche des JslamS beugen und bei zwölfMillionen dieser Schismatiker sind bis zur Stunde diesem traurigen Schicksale ver-> fallen. Doch wie einst nach den Worten deS Weltapostels der Sohn der Magd dender Freien verfolgte (Galat. -4, 29), so thun eS auch diese an den Katholiken.Diese breite Spalte, diesen tiefen und verschlingenden Abgrund vermag nur Gott aus-zufüllen, nur Er das zerrissene Banst wieder zu knüpfen, und damit Er es thue,darum flehen wir Ihn an, unter der Anrufung seiner treuen Diener und einstigenApostel auf diesem nun vom Schisma zertretenen Felde. Zu diesem Zwecke wurde dieKirche zum heiligen Joseph bei Cilli als Vereinskirche ausersehen, voriges Jahr miteinem entsprechenden Altar und sonst passend ausgeschmückt; auch wird jedes Jahr am9. März dort der Gottesdienst für die Brüder und Schwestern des Bctvereins zumheiligen Cynll und Methnd gehalten. Es ist nicht Ostentation, sondern pflichtmäßigcGebühr des DankcS gegen den Allgütigcn, wenn wir sagen, daß Er daS Flehen derSeinen zum Theile schon erhört hat, indem im Laufe dieser Zeit 1400 Altgläubigezu Vermezc und 12,000 im Tcmescher Banctt in den Schooß der katholischen Kirche zurückgekehrt sind. Hat eS sich sogar ereignet, daß vor drei Jahren die Altgläubigenzu Konstantinopel ihren Patriarchen baten, er möge veranlassen, daß am nächstenPfingstfeste von allen Bischöfen seines weitet» Kirchengebietes ein Gottesdienst gehaltenwürde, damit dabei für die Vereinigung der christlichen Confefsionen gebetet werde.Nicht minder haben Schriftsteller der orientalischen Kirche darzuthun sich bemüht, wiedie traurige Kirchentrennnng die Mutter so vieler Uebel und nur von ihrem AufhörenHeil zu erwarten sey. Ein erfreuliches Zeichen fürwahr, wie sich allgemach eine Krise,ein Anstoß zum Bcsserwerden vorbereitet, wie die Eisrinde geistiger Erstarrung nachund nach sich löst und die erwärmenden Sonnenstrahlen der Wahrheit gemach in dieGemüther dringet!. Die sich verrathende Furcht der Vorkämpfer deS Schismas vorsolchen Bewegungen ist der augenscheinliche Beweis, daß eS so sey.
Muß bei solchen Ergebnissen, bei dem Anblicke der Wirren, welche im Orienteherrschen und taglich wachsen, nicht jedes christlich theilnehmende Gemüth der Wunschbeseelen, daß die Zahl der geistigen Streiter, deren Waffe Gebet ist, auch täglichwachse, so wie man andererseits schmerzlich berührt ist, zu erfahren, daß gerade anden heiligen Orten, zu Bethlehem und Jerusalem sich die Schismatiker auf eine Artbenehmen und die Katholiken vom Mitgenuß der heiligen Erinnerung an der Geburts-und Leidensstätte unters Heilandes mit einer Gewaltsamkeit zu verdrängen suchen,daß selbst die ungläubigen Mahomcdaner daran Anstoß nehmen und sich der Waffenzu bedienen genöthigt sind, um letztere zu schützen. Die Hecreshausen an der Donau sind leidige Verkünder dieser Entzweiung und wahrlich, man weiß nicht, wem manden glücklichen Erfolg wünschen soll, wenn die eisernen Würfel deS Krieges fallen;nur Gott lmm dieses Gewirre lösen und nach seinen unerfvrschlichen RathschlüssenAlleS zum Bessern führen.
Am Schlüsse wünscht der eifrige Oberhirt und Stifter des Vereins allen Mit-gliedern desselben alg ihr Mitbrudcr Heil und Segen und bittet um beharrlichesAushalten im Gebete, indem der Gott des Friedens und der Einigkeit mir diesemErhörnug versprochen hat. Sie sollen sich 60 Millionen ihrer getrennten Brüderempfohlen seyn lassen und nicht aufhören für sie zu flehen, damit der Herr die Bindevon ihren Augen nehme. (Salzb. Kirchenbl.)