Ausgabe 
14 (7.5.1854) 19
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^rZentmge erhielt, welchen sie noch hent zu Tage führt. Bald erweiterte sich die-selbe über Ungar», Slavonien, Kroatien, Siebenbürgen, die Walachei und Bulgarien ,so daß sie vom adriatischen Meere bis an die Karpathen und an die Gränze derTatarei, ja sogar bis an den Rhein sich erstreckte. Vor Zeiten war sie in siebenEustodien getheilt, und bald gingen wieder aus derselben Tochter-Provinzen hervor,wovon Erwähnung geschieht bei (üvri2gg->, Iiist. drei, pdgrl.it ^11. «scr, vt l^nit..Oeevsc, Zuletzt trennten sich die in Ungarn und Slavonien gelegeneu Klöster wegengehinderter Communicatiou von Bosnien (1757) und bildeten die neue Provinz deSheiligen Johann von Kapistra»; Bosnien blieb mit drei Conventen und sechs Resi-denzen auf sich beschränkt, behielt ihr Siegel und die Benennung 1!»sn» ^rgentiim.

Die bosnische Provinz erfreute sich aber nicht nur einer so weiten AuSdcbnung,sondern führte auch selbst mehrere Klöster auf, von denen noch heute viele iu Slavo-nien übrig sind, als: Brood, Vclika, Diakovo (welches letztere zum bischöflichenSeminar verwendet ist); sämmtliche angeführte Klöster wurveu nach Vertreibung derOrdensväter auS Modrice, nach Zerstörung deS Klosters St, EliaS durch die Türke»,erbaut; ferner GraviSka (jetzt das GanusonSlocal), wohin die boöuischeu Brüdervon Vissoko sich begaben; Radna, wohin sie flohen von Gradovar oder Grado -verh;Sinj, wohin sie flüchteten aus Rama u. s, w. (I5pi. Ovev. ^»t, ?rc>v. Lspist,Lsev»ri.-Korini). Diese an Klöstern und Ausdehnung cbcmalS so reiche Mutter-Provinz, woraus so viele andere hervorgingen, sah sich endlich nur auf drei Klo'ster-lcin mit sechs Residenzen, welche dem Fanatismus uud dem einzigen Schutze Gottespreisgegeben sind, angewiesen.

Sehr viel litt Bosnien durch die Verminderung der kaihvlischen Einwohner beiGelegenheit veS Durchzuges Eugens von Savvyen durch BoSuic» im Jahre 1697,wobei sich eine große Menge seinem Heere anschloß, ins Banat » ach Ungar» gingund sich daselbst ansiedelte, so daß selbst ganze Ortschaften noch heule ihre jetzigenEu.wohucr bis da hinauf leiieu, wie Ladimerowce bei Effegg, Füufkircheu, SikloSund Radna in Ungarn,

(Fortsetzung folgt.)

Zustände der Katholiken in Schweden.

IV.

Blicken wir einmal in das Innere des katholische» Waisen- und Pfarrhausesin Stockholm. Wenn wir an der unansehnlichen Thüre anläute», tritt unS einbejahrter Mann entgegen, a» dessen schlechter schwedischer Sprache man sogleich einenAusländer erkennt; wir sprechen ihn in einer andern Zunge a», er gibt Antwort imDeutscheu, Französische» uud Böhmischen, aber der Art verdorben, daß man alsogleichein Individuum vor sich sieht, welches, dem Spielballe gleich, ohne sein Wünschenund Wollen in der W^lt herumgeworfen wurde. Ein gebvrner Mährer, kam erfrühzeiiig iu Militärdienste, gerieth im Feldzuge v>,n 1812 i» frauzösischc Gefangen-schaft, entkam derselben und nach mannigfachen Irrfahrten gelangte er »nch Stock-holm; hier wurde er Pförtner im katholischen Waisen- und Pfarrhause, und zugleichBegleittr der Waisenknaben bei ihren AnSgängen. Diese Auögäuge nennt er seinFegefeuer und betrachtet sie als Strafe für seine begangene» Sünde», Es ist aberauch in der Thal ein Fegefeuer ein solcher Ausgang! Den alte» Mann öffent-lich zu insultireu, die Kinder zn schimpfen, sie mit Steinen zu be-werfen, selbst Blasphemien gegen die katholische Kirche auSzu-stvßcn; das sind die gewöhnlichen Begleiter eines solchen AnSgangS,uud das alles in dem nordische» Paris, wie die Schweden so gerne ihreHauptstadt nennen! Ja, waS sagt denn die civilistrte Welt zum folgenden Factum:Ein von einer Großmacht accredilirter und der schwedischen Regierung anempfohlenerkatholischer Reisende ging eineS TageS in Stockholm über eine Brücke, als er einengut gekleideten Mann mit geballte» Fäusten auf sich losstürzen sieht, und sich mit