Ausgabe 
14 (28.5.1854) 22
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handfesten Schmied, einer unserer tüchtigsten Maurer von den vier in Alerandrien fürLohn aufgenommenen ist uns, wie schon früher gemeldet, am 11. Februar gestorben,zwei davon sind noch immer marode, und nur einer ist munter bei der Arbeit: weiler aber nicht zugleich beim Kalkbrennen, beim Ziegelofen unv im Steinbruch seyn kann,und die hiesigen trägen und ungeschickten Berberiner, wenn er nicht dabei ist, entwedergar nichts thun, oder gar Stoss und Werkzeug zu Grunde richten, so fand ich fürgut, die Arbeit im Steinbruch bis auf weiteres einzustellen, da wir bereits schon eineMenge Steine aus den Platz gebracht haben, und um vorzüglich auf Herbeischaffungvon Kalk und Ziegel bedacht ,u seyn; sobald eS nur einigermaßen möglich ist, werdenwir anfangen zu bauen; zuerst aber muß die EinfriedungSmauer an dem öffentlichenWege aufgesühn seyn, bevor wir HauS und Kirche zu bauen anfangen können, wozuwir von der Regierung bereiiS die gebotene Erlaubniß erhalten haben.

Hätten wir nur einmal eine Wohnung, wenigstens zehn Zimmer mit ordent-lichem Dach, Boden und Fenstern, dann hätte man zur Regenzeit mindestens imHause ein wenig Schutz vor den gewaltigen Wafsersluthen, dann könnte der Sturm-wind nicht mehr Papier, Kleider zc. hinaus, und eine Unmasse von Staub und Unrathhereintragen; der gefährlichen Zugluft wäre einigermaßen vorgebeugt, Skorpionen unddie Alles zernagenden Ameisen könnlen nicht mehr so leicht Boden und Mauer durch-sungen, und alles verwüsten und zu Grunde richten, und wie wohl würde einnur leidliches Zimmer erst unsern armen Kranken thu»! dann aber müßte sogleichdie Kirche an die Reihe kommen; wer weiß es nicht, wie viel eine niedliche materielleKirche zur Erbauung der geistigen Kirche Christi beiträgt? wir sind hier der festenUeberzeugung, daß, wenn wir'S mit der Hilfe Gottes einmal dahin bringen könnten,in einer anständigen Kirche unsern majestätischen katholischen Gottesdienst zu halten,und unsere erhabene heilige Lehre in einer den Leuten verständlichen Sprache vorzu-tragen, sich bald eine Menge Nathanacle einfinden würden; und diese unsere Hoffnungist eben nicht aus der Lust gegriffen, sondern hat ihren Grund einerseits in der gänz-lichen Zerfahrenheit der religiösen Zustände der hiesigen Kopten und Muhamedaner,andererseits im allgemeinen Bedürfnisse des Menschen nach innerlichem und äußerlichemGottesdienst, die Kopten selbst (nämlich Schismatiker) sagen, eS wäre ihnen alleSrecht, wenn eS nur irgendwo einmal elwaS Ordentliches gebel

(Schluß folgt,>

R o m.

Rom, 25. April. Der 24. April, dieser freudenreiche Festtag deS KaiserstaateSOesterreich, wurde auch in Rom geziemend gefeiert. Schon am Vorabende kündigtendie Glocken von Ma.ia dell' Aniina die Festlichkeit an. Von der Frühe bis Mittagfolgte Meßopfer auf Meßopfer, von Priestern aus Oesterreich und Deutschland dar-gebracht; auch ein Priester aus Spanien und einer auS Coustantinopel schloffen sichauS eigenem Anlricbe an. Um eilf Uhr wurde von dem Monsignore Silvestri daSHochamt gehalten. Der Chor war mit deutschen Priestern und mit Alumnen deSKollegium Germanicum dicht besetzt. DaS Pudlicum war äußerst zahlreich, mit geist-lichen Notabilitäten an der Spitze. Von diesen nenne ich den Pater General derJesnilen, den deutschen General-Definitor der Capuciner. . . Der gewesene BotschafterGraf Lutzow nebst andern vornehmen Personen befanden sich im Oratorium der Epi-stelseite, in dem der Evangclienseite war daS diplomatische Corps, nämlich der k. k.österreichische GeschäflSlräger Conte Gozze, der kgl. bayerische Gesandte Graf Spaur,der grvßh. toSkanische Gesandte, der Geschäftsträger von Württemberg und Badenversammelt, nebst dem VerwaltungS-Collegium der Anstalt. Andere Diplomaten warenwohl durch die gleichzeitige Feierlichkeit in der Sirtina für die verstorbene Königin vonPortugal gehindert. Rührend war es, als das Te Deum abwechselnd vom Priester-Chor und von dem so gemischten Publicum gesungen wurde und als daö Gebet für