Ausgabe 
14 (4.6.1854) 23
Seite
184
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

184

Ja, Hoffnung, Glaube, Liebe bleiben immer,Doch die drei edlen Priester ziehen fort.Es bleibt uns nur Ihr segenrcicheS WortUnd Ihrer reinen Seelen heil'ger Schimmer.Sehn' wir uns auch im ird'schen Leben nimmer,So öffnet sich uns einst der Sel'gen Pfort':Denn wenn die ganze Welt zerfällt in Trümmer,Thront doch die ew'ge Vater-Liebe dort.

Die Sünder «Glocke zur Zeit der Mission.

Wenn die Glock' am AbendMahnet zum Gebet',

Sie, den Tag begrabend,Plötzlich stille steht.

Tag wird'S, wenn ausbreitetSich der Sünden-Brand

Dann wird eingeleitet,Was die Lieb' erfand.

Dann soll bis zum MorgenRuhen sie bei Nacht,

Denn uns drücken Sorgen,Wenn sie Nachts erwacht.

Mit metall 'nem Munde

Ruft die Glock':Kehrt um,Eilt in früher Stunde

In das Heiligthum.

Wen» mit dumpfem SchlageKündet sie den Brand,

Wird die Nacht zum Tage,Angst nimmt überHand.

Nachts hör' ich jetzt läutenErst nach dem Gebet',

Jrd'sches doch bei weitemNicht in Flammen steht.

Meine ernsten TöneSind ein Sturm-Geläut'

Für verirrte Söhne,Fern' vom Ziel' gar weit.

Doch ich tön' auch Ruhe,Kommt in Jesu Haus

Ihr, und zieh't die SchuheDer Verstockten aus.

Sehet! Sünden-FlammenSchlagen wild herum,

Christen nur nach NamenFlieh'n das Heiligthum.

Ach! sie sind verblendet;

Fern' von Gottes Wort.Von Ihm abgewendet,

Riß die Sünd' sie fort.

Euch in Todes - StundenHat gesucht der Herr,

Und Euch auch gefunden,Ihm sey Dank und Ehr'.

Er ließ Euch gesunden,Hemmt' der Laster Lauf,

Drum reißt die fünf WundenIhm nicht wieder auf.

Ach! in ihrem HerzenFünfmalVater!" flehet,

Wird cS furchtbar Nacht.Frau, gebenedeit!

Doch für sie voll SchmerzenDeren Sohn erhöhet,

JesuS Christus wacht.Sey in Ewigkeit!"

Tirschenreuth am L3. Mai 1854.

Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.

Verlags-Inhaber: F. C. Kremer.