Dreizehnter Jahrgang.
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sonntags-Beiblatt
zur
Augsburger Pokzeituilg.
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Bericht
über die von t?. L. Wenninger 8. ^. im Jahre 1852 abgehaltenenMissionen in den Vereinigten Staaten Nordamerikas.
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^ Ich begann in diesem Jahre meine MissionS.arbeiten mit der Erneuerung derMission, die ich im verflossenen Jahre in der heiligen Marienkirche zu St. LouiSabgehalten. Wenn eine Mission Gutes bewirkt, so gilt daS sehr oft noch mehr vonder Erneuerung der Mission. Missionär und Volk keynen sich schon; eS ist derBesuch deS ArzteS, der sich um seinen ReconvaleScente» erkundiget, was gleich ermun-ternd für die Standhaften, und heilsam für die Schwachen wirkt. Der Gegenstandmeiner Betrachtungen und Unterweisungen war die Betrachtung von den „zwei Fahnen",nämlich von der Fahne Christi und der deö Luziser. Diese Betrachtung bietet dengeeignetsten Stoff durch acht Tage für eine GeisteSerneucrung, und um darauf hinzu»weisen, wo eS gefehlt, wenn man auch nach der Mission nicht gültig gekämpft alsKind der streitenden Kirche GotleS. Besonders in jenem Stadttheil von St. LouiS,der von leichtsinnigen Christen und Religivnöspötteru arg heimgesucht ist, taugte mirdaS Thema. DaS Volk nahm wie bei der Mission den lebhaftesten Antheil daran.Der hochwürdige Herr Generalvicar Melker wacht als eifriger Seclenhirt über dieseGemeinde. Die guten Tiroler-Sänger auS der Familie Hauser, die hier etablirt find,erhöhten durch ihren harmonischen Gesang die Feier der Abendstunden. Als ich wäh-rend der Mission in mein Zimmer eintrat, fiel ein Schuß, und drang dnrch daS Fen-ster in daS Zimmer. Wie daS gemeint war weiß ich nicht, allein eS stimmte soziemlich mit dem Thema ein, das ich so eben behandelte: „Loelesis militsns!" „diezwei Kriegesfahnen."
Als ich diese Renovation beschlossen ließ mir der hochwürdige Psarrer der Drei-faltigkeitSkirche zu Neubremen, der Schwesterstadt von St. LouiS, keine Ruhe, auchdort die Erneuerung der im verflossenen Jahre daselbst abgehaltenen Mission vorzu-nehmen. Ich erklärte zwar, daß eS unmöglich sey, bei so vielen MissionSgelegcnheitenda wo noch keine Mission war, sich mit Erneuerung derselben zu befassen, waS nurausnahmsweise in St. Louis geschah; er hielt solange an, bis ich einwilligen mußte.Mein Thema war die Parabel von dem Verlornen Sohne. — Neubremen ist derHauptsitz der sogenannten „freien Männer" in St. LouiS . ES ist dieß ein wahrerSatanSbund, der darauf ausgeht, dem Volke nicht nur allen Glauben, sondern jedesreligiöse- Gefühl aus dem Herzen zu reißen. Der Stifter dieselben ist ein gewisserBörnstein, Redacteur einer radikalen Zeitung, genannt „der Anzeiger deS Westens."ES freut mich, kürzlich gelesen zn haben, daß zwei Dränen in St. LouiS demselbenauf der Straße aufgepaßt, und mit Ochsensehnen den Rücken tüchtig durchgeklopft. —Börnstein warnte seine Neubremerfreunde bei dem Beginn der Mission, sich nicht von