Ausgabe 
13 (13.3.1853) 11
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82
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den Jesuiten bethören zu lassen, sondern sich fest an das Losungswort zu halten:AlleS zur größeren Ehre der reinen Vernunft." Er schickte auch einen seiner Emissärehin, zu hören, wovon ich predigte. Der Mann kam gerade zur Betrachtung von derHölle, und fühlte sich natürlich nicht ganz behaglich darin. Eben diese Besorgtheitder sogenannt freien Männersecte machte, daß die Katholiken noch entschiedener auf-traten, und waS bei Erneuerungen der Mission sonst nicht geschieht, am SchlüsseKanonen abfeuerten, und unter festlicher Musik ihre Vorsätze unter dem Kreuzeerneuerten. Einige Protestanten, welche selbst bei der Mission im vorigen Jahrenoch hart geblieben, ergaben sich jetzt und legten ihr Glaubensbekenntniß ab.

Ich überschiffte hierauf den Mississippi und gab die Mission in der St. Libor^iGemeinde, der Diöcese Chicago angehörig, im Staate JlinoiS, welcher St. LouiS und dem Staate Missouri gegenüber liegt. Ich fand daselbst die beste Gemeindevon Deutschen in ganz Amerika . Der gute Pfarrer sagte mir bei meiner Ankunft:Sie finden hier ein Volk, wo Jeder will "was Einer will, sie sind ein Herz und eineSeele." So fanv ich eS auch in der That. Ich richtete daselbst ein Missionskreuzauf einem hohen Piedestal auf, waS bei einem Kreuz von etwelchen dreißig Fuß Höheeinen majestätischen Anblick gewährt. Bevor ich eS aufrichtete that ich der Gemeindeeinen Vorschlag, waS ich sonst nicht zu thun pflege; allein der gute einmüthige Zu-stand derselben bewog mich dazu, besonders da der Pfarrer eS sehr wünschte. DieseGemeinde besitzt die größte Landkirche im Staate Jlinois. Es lasteten aber nochSchulden auf derselben. Da bemerkte ich der Gemeinde, wie schön und erbaulich eswäre, wenn sie, bevor ich daS Kreuz als Andenken an eine so huldreiche Gnadenzeiterrichte, die Kirche von allen Schulden befreiten; damit sie das HauS deS Herrn sey,der sie so eben in seiner unermeßlichen Erbarmniß von ihren Schulden vor seinenAugen befreit hat. Ich that den Vorschlag, um alle Störung zu meiden, vaß jederfür sich auf einen Zettel dem Pfarrer seine Gabe aufzeichne oder sonst privatim über-gebe. Mit Freuden folgte das Volk der Einladung und nicht nur wurden sogleichdie Schulden gedeckt, sondern der Rest deS Geldes wurde bestimmt, um eine Glockeherbeizuschaffen, die als Andenken an die heilige Mission täglich zum englischen Grußgeläutet werden sollte. Während dieser Mission ereignete sich auch noch der Fall,daß ein Eheweib ihren lutherischen Mann bat, ihr die Legende der Heiligen zu kaufen.Ich pflege Sorge zu tragen, daß daS Volk sich die Legende des?. Vogel, die ich fürAmerika neu bearbeitete, anschaffen könne. Der Mann kauft die Legende, und lieStdarin im Heimfahren auf seinem Wagen. Er las hierauf die ganze Nacht fort imHause, und am Morgen erklärte er, er wolle auch ein Kind jener Kirche seyn, wodiese Heiligen gelebt. Welch ein Trost für sein gutes Eheweib, und für mich unddie ganze Gemeinde zugleich.

Nach dieser Mission gab ich die Renovation zu Belleville. ES ist dieseStadt besonders von sogenannten Lichtfreunden 5 !a Hecker bewohnt, der in der Nähedieser Stadt lebt. DaS Beispiel von St. Louis regte den Pfarrer von Belleville soauf, daß ich nicht umhin konnte, auch in seiner Gemeinde diese Missionserneuerungvorzunehmen; es darf mich auch in der That nicht reuen, es gethan zu haben.Hierauf begab ich mich in daS große deutsche Settlement von Germantown oderSchollkreek. Diese Gemeinde bewohnt um ein Stävtlein herum eine der PrairienJlinoiS'. ES sind dieß große Ebenen ohne Waldung. Dieselben bieten im Frühjahr,wenn alles mit Grün und Blumen bedeckt ist, einen herrlichen Anblick. Wie eifrigsich die Gemeinde an der Mission betheiligte mag ein doppelter Fall beweisen. EinMann, der trotz dem besten Beispiel der ganzen Gemeinde, die alle zeitlichen Ge-schäfte beseitigte, dennoch vorgab, mit seinem Gefährt zu irgend einer Arbeit forlzu-müssen, trieb seinen Wagen durch die Prairie, während die übrigen Leute insgesammtin die Kirche eilten. Da blieb er nun im Kothe stecken, der an manchen Stellendieser Prairien furchtbar tief ist. Da nun kein Mensch in den Häusern war, der ihmheraushelfen konnte, da Alles zur Kirche ging, mußte der Mann zur Heilsomen Buße,daß er nicht dahin gegangen, den ganzen Tag im Kothe stecken. Alles sagte lachend: