die Wahrheit suchende Protestant durch daS Zeugniß der heiligen Schrift selbst zurErkenntniß der Wahrheit der heiligen Kirche gelangen könnte, und wie man mit Rechtden Protestanten gerade die Worte entgegenhalten kann, die Christus zur Beglau-bigung seiner Senkung den Juden sagte: Ihr meinet, daß in den heiligen SchriftendaS Leben sey; forschet in denselben, sie selbst sind eS, die von mir Zeugniß geben. —DaS gilt auch von der heiligen Kirche GotteS .
Von EvanSville hatte ich einen weiten Weg zur nächsten MissionSstation zurück-zulegen. Doch da besonders in Amerika alles mit Dampf betrieben wird schwindendie Entfernungen. Ich eilte nämlich nach New-OrleanS , um daselbst noch in derheiligen Charwvche die Missionen zu eröffnen. Das Dampfschiff, welches mich dahinbrachte, ist das größte, daS je die westlichen Gewässer befahren. Der Name selbstsollte eS anzeigen: eS heißt Eklipse. Ein in der That prachtvolles Boot; daS schönsteund reichste, daS ich je gesehen. Es mißt 365 Fuß in die Länge und 18 in dieBreite, und hat 17 Boilers oder Dampfkessel. Ein Maler hätte am Bord desSchiffes die schönste Gelegenheit gehabt, die verschiedenen Ausdrücke der Verwunderungan den schwarzen und weißen Gesichtern auszuzeichnen, welche, wenn daS Schiff aneinem Ort anlegte, herbeieilten, um dasselbe in Augenschein zu nehmen.— Merkwürdigund sehr angenehm ist auch der Eindruck einer so schnellen Fahrt vom Norden nachdem Süden ob deö wechselnden Eindrucks des Landes und des Klimas. Ich verließEvanSville im Staate Jndiana noch mit Schnee bedeckt, und stehe nach ein paarTagen war ich mitten im Frühling, und noch ein Tag und ich fühlte die Sonnen-hitze, so daß ich mich schnell um eine andere Gattung von Kleidern umsehen mußte.
New-Orleans gilt als die sittenloseste Stadt der Welt. Wie der Boden soist daS Erdreich der Herzen. Der Boden ist reine Alluvion vom Schlamm deSMississippi , der bei der Stadt höher als dieselbe liegt, vorbeiflicßt. Jährlich ist AlleSin größter Gefabr der Ueberschwemmung, und das Versinken der Stadt ward ihr oftvorausgesagt. Da bleibt nun auch nur das von der Einwanderung der Deutschenhangen, waS nicht mehr weiterkann, und hat man sich etwas erworben, dann haltenmanche geknüpfte Verhältnisse die Ankömmlinge fest. — Großer Gott! wie sah eS daauSÜ — Ich begann die erste Mission zu Carolton,-einer Schwesterstadt von New-OrleanS , und mit ihr durch eine Eisenbahn verbunden. Ich dachte mir, als ich dieKanzel betrat, unwillkürlich, waS die Machabäer zum Herrn gerufen: Herr, wenn dunicht hilfst, dann ist hier AlleS verloren. Osgtio — ex nikilo. Doch daS eben warmein Vertrauen und täuschte mich nicht. Ich halte den Trost wie in Ncw-OrleanSnoch nirgend erlebt. Ich staunte nur, wie und warum die Menschen jetzt herankamen,die Jahre und Jahre lang die Kirche nicht betreten. Frauen, die 10 und 16 Jahrekeine Messe gehört, und nichts zur Entschuldigung zu sagen hatten alS: Andere habeneS auch nicht gethan; oder, ich wußte nicht, daß eine deutsche Kirche hier sey. —Laßt euch doch uicht zum Narren haben, eS gibt ja gar keinen Gott! so schrie einMensch noch während der Mission — und anch dieser Mensch kam!! kx uns nosoeomnes. — Der Piarrer sagte, er habe nicht den zehnten Theil seiner Pfarrkindcr, diesich jetzt zur Mission versammelten, früher gesehen. — Auch die Crevlen und mehrereNeger, die französisch und englisch sprechen, nahmen Antheil daran und beichteten.Dieser Umstand eröffnete mir die Gelegenheit zn einem Sclaventriduum, das ich spätergab. DaS MissionSkreuz richteten wir in der Kirche am heiligen Charsreitag gegendrei Uhr Nachmittag auf: ein herrliches großes Kreuzbild mit einem Christus inLebensgröße; ein Geschenk des hochwürdigsten BisckofS von Mobile. Eingeweiht wurdeeS am Osterdienstag als dem Schlußtag der Mission.
Hierauf eröffnete ich am weißen Sonntag in der Osteroct.we die Mission in derStadt New<OrleanS selbst. Die deutsche Gemeinde versammelt sich derzeit in derSt. Vincenzkirche, da die Zerwürfnisse so weit gegangen, daß Katholiken ihre eigeneDreisaltigkeitSkirche niedergebrannt. — War die Mission zu Corolton so reichlich ge-segnet, war es die zu New-Orleans selbst in noch staunenswertherem Maaße. —Hunderte und Hunderte kamen, die Jahre lang die heiligen Sacramente nicht empfangenQttchn'uv ^jM'ItrMküH .MistzH sts.'Z .?l.'n ich!» .ÄU/ »dixüttC »losmH« ni!> Him,G