Ausgabe 
13 (13.3.1853) 11
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Freund am Altare begrüßen zu können, sondern eS erfreute mich auch sehr, diesesblühende Institut der Gesellschaft Jesu in Augenschein zu nehmen. Gegen 3l)0 Zög-linge der besten Familien des Südens werden daselbst erzogen. Der Moniteur catho-lique von Ncw-Orleans sagt in einer der letzten seiner Nummern, der Succeß dieserErziehungsanstalt sey beispiellos. Ueberhaupt haben die Vereinigten Staaten außerden Iesuitencollegien kaum zwei oder drei katholische Erziehungsanstalten für höherenUnterricht, was zur Steuer der Wahrheit hier beigefügt werden muß, um sich zuerklären, warum die Gesellschaft Jesu hierorts ein so besonderes Augenmerk auf dieCollegien richtet. Die Hoffnung der Kirche in Amerika beruht ganz besonders aufder heranwachsenden Jugend, und die ist viel zu wenig bedacht. Wären diese vielenIesuitencollegien nicht, die höhere Bildung der Jugend läge beinahe gänzlich in denHänden der Protestanten. Springhill liegt auf einem Hügel nächst der Stadt Mobileund gewährt einen prachtvollen Ausblick auf die Bai und Umgegend. Ich versprachden Deutschen, die so eben zum Bau einer eigenen Kirche sich vereinigen, dahin zukommen, so bald dieselbe vollendet ist, um die Mission abzuhalten. Dieß dürfte danngeschehen, wenn ich in einiger Zeit, dem Rufe deS Bischofs von Galveston folgend,mich zu den Deutschen in TeraS begebe.

(Schluß folgt.)

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S0Z!iist^(jM .1 .i.j,! ^ Entweder oder!

Dem Deutschen Volksblatt wird aus dem Schwarzwald geschrieben: Wie ichvernehme, soll der geistliche Rath und Professor Schleyer aus dem Kataloge derVorlesungen an der Universität Freib.urg für das Sommersemester gestrichen wordenseyn. Sehen wir darin auch nicht mehr, als daß gewisse Leute ihr Müthchen gekühlt,so dürfte eS doch an der Zeit seyn, ernstlich zu erforschen, waS diese Menschen undwaS wir eigentlich wollen. An ihren Früchten werden wir sie erkennen! Sie habendem Unterthanen den Glauben an Gott genommen, indem sie ihm die sogenannteAufklärung, d. h. Versinnlichtheit predigten. Der schlichte, nüchterne Geist ist deshalbvon unserer Bevölkerung mit der alten deutschen Treue und Biederkeit gewichen; mitder modernen Kleidung hat diese die Verdorbenheit, Untreue, Verschlagenheit ange-zogen. Sie haben die Klöster, daS lebendige Bild der religiösen Sittlichkeit, daSObdach der Unglücklichen, die Nährstätte so vieler Armen, den Beschäftigungsort sovieler Arbeitslosen abgeschafft; daS Kirchengut, daS seinen reichen Segen so vielenjetzt unglücklichen Gegenden wie die um St. Blasien brachte, verschlungen;die Zehnten mußte der Bauer, dem es früher nickt schwer wurde, einige Garben vonden ihm durch GotteS Gnade Geschenkten seiner Kirche zu bringen, ablösen. So fieler in die Hände der Wucherer. Die Hofgüter wurden zerstückelt, die Erblehen auf-gehoben. Während früher die Familie durch die heilige Religion zur Liebe, Demuthund Duldung angefeuert, friedlich beisammen auf dem gemeinsamen Gute lebte, unsereBevölkerung die Armuth nicht kannte, haben es dieseVolksbeglücker" nun durchAbschaffung alles Althergebrachten so weit gebracht, daß jetzt ganze Dörfer vergantetwerden. Die moderne Erziehung hat diesen Unglücklichen auch ihren letzten Trostdie Religion genommen. Und von einer so systematisch cntmoralisirten Bevölkerungerwartet man noch Unterthaneiitreue?

Wenden wir uns zu den sogenannten Gebildeten: Gervinus hat eS nur zu sehrverrathen, daß Alle, die nicht streng religiös - conservativ sind, eS mit den KossuthSund Mazzinis halten I Und gerade den noch übrigen Theil der Bevölkerung, dieMänner, welche nicht wie die Gothaer zur Zeit der Gefahr Verrath spieltenoder feig davonliefen; den Theil, auf welchem allein die Zukunft der Monarchen ruht,sucht man bei unS auf alle mögliche Weise von ihrer treuen Gesinnung abwendigzu machen. Man verfolgt Büß, Schleyer und Andere, läßt aber die Atheisten undDemokraten daS sind jetzt nach Gervinuö' Geständnis) auch die Gothaer ihreverderblichen Fäden spinnen.