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Die Menschen, welche jetzt Raub und Mord in Europa entzünden — sie habenes auf den Schulen, auf den Universitäten gehört; oder — was sollte einen Pan-theisten oder Atheisten von dem Schändlichsten abhalten? Sollten diese nicht AlleSwagen, um das zu verwirklichen, was ihnen als Höchstes in einer Zeit eingeimpftwurde, in welcher der Geist am empfänglichsten ist? WaS auf den Schulen versäumtwurde, das holten die atheistisch-anarchischen Schriften nach. Und — doch wirdDr. Büß zur Verantwortung gezogen, weil — er Reorganisation der Erziehungs-anstalten im religiöS-conservativen Sinne will!! — GervinuS, der immer RongeaniS-mus und „Revolution" gepredigt, wird — wie bemerkt — von Männern in Schutzgenommen, deren Pflicht eS wäre, das gefährliche Unwesen offen und entschieden zubekämpfen, und damit ja kein gutgesinnt-energischer Beamter sich mehr an seiner ron-gisch-revolutionären Hexenküche vergreife, muß jetzt zuvor gefragt werden, ob eSerlaubt und genehm sey, den bösen Feind zu beschwören. Erinnert nicht GervinuS'Proceß an jenen gegen Struve? Dieselbe Zeit, dieselben Freunde, dieselben Lügen.
Die neuesten Ereignisse haben gezeigt, daß Europa ein revolutionärer Vulcanist; dieser Erscheinung gegenüber sollten unS endlich die Augen aufgehen! Es gibtjetzt nur ein: Entweder — Oder. Entweder die Fürsten lassen es gehen wie eS ging,entfremden sich noch die letzten treuen Kämpfer; und wir gehen unwiderruflich einernoch nie gesehenen Barbarei, Anarchie und Gottlosigkeit entgegen. Oder sie schaarenalle religiöS-conservativen Elemente zusammen, und kämpfen den Unglauben, GothaiS«muS und alleS Unsittliche von Grund auS darnieder. Dieß kann aber nur geschehen,wenn eine neue Generation in den wahren Grundsätzen der Religion und Unterthanen-treue erzogen wird. Letzteres ist eine bloße Folge deS Ersteren. Deßhalb war, istund wird daS Felbgeschrei der Anarchisten immer seyn: „nieder mit den Pfaffen, niedermit den Jesuiten ." Ja, die Religion allein ist die Stütze des Staats. Möge manihr frekS Walten gestatten, möge man der Kirche — indem man sie freigibt, reichenSegen, den Völkerfrieden und das Glück ihrer Fürsten wieder bringen lassen; mögeman ihr durch Administrirung ihrer Güter, Anstellung der Geistlichen die Lebensadernicht ferner unterbinden. Die Kirche kann nicht wirken, so lange sie Diener hat,die nicht ganz von ihr abhängen; anerkenne man ihre natürlichen und geschichtlichenRechte und sie wird das Unkraut ausrotten, und zeitlich und ewig glückliche Menschenwieder schaffen — ehe eS „zu spät" ist!
DaS Coneordat zwischen Oesterreich und dem römischen Gtuhle.
(Nach dem Unlvcrs.)Die deutschen und italienischen TageSblätter haben verschiedene Male von denUnterhandlungen gesprochen, welche zwischen Oesterreich und dem heiligen Stuhle zumZwecke eineS ConcorbateS eröffnet worden seyen; sogar die Namen Derjenigen, zwischenwelchen diese Unterhandlungen gepflogen worden., sind von diesen Blättern veröffent-licht worden. Von Seite deS Papstes ist eS der päpstliche Nuntius in Wien , VialePrela, von Seite der österreichischen Regierung die Herren: Graf Buol-Schauenstein ,Ministerpräsident, Graf Thun, CultuSministcr und der Fürstbischof von Seckau . Dieseerfreuliche Nachricht findet ihre volle Bestätigung in dem Hirtenbriefe des ErzbischofSvon Mailant, auS welchem wir einige Stellen unsern Lesern mittheilen wollen. DerErzbischof erklärt, diese Nachricht auS dem Munde des Kaisers selbst vernommen zuhaben, und fordert deßhalb die Geistlichkeit seiner Diöcese zu eifrigen Gebeten für einenglücklichen AuSgang dieses wichtigen Unternehmens auf. Mit heiliger Begeisterungspricht er sich für den jugendlichen Kaiser, seinen Herrscher, auS; von ihm sagt er unterÄndern: „Gepriesen sey der edelmüthige Monarch, der, getreu den alten und glücklich-sten Ueberlieferungen deS frommen HauseS von Habsburg und Lothringen , vor demAngefichte aller Völker seine aufrichtige Anhänglichkeit an den Mittclpunct der kalhol.Einheit und seine Dankbarkeit gegen Gott hat bekennen wollen, der auf wunderbarenWegen daS glorreiche Erbtheil seiner Ahnen aus den fürchterlichsten Stürmen gerettet