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Ich ging nicht nach Missouri, sondern zurück nach Cincinnati , wo ichdie letzte Woche im Monat Mai zu seyn versprach, um den mir so lieben MonatMai unter den Gläubigen jener Stadt zu Ehren Maria zu beschließen; waS ich auchwirklich that, indem ich täglich in der hl. Philumenenkirche zu Ehren der seligstenGottesmutter daselbst predigte. Ich begab mich hierauf nach Wisconsin , um diedaselbst im vorigen Jahre abgehaltenen Missionen fortzusetzen, was ich denn auch mitGottes Beistand wirklich that. Ich fing zu Kanossa an, einer Stadt am Ufer desSees Michigan gelegen. Es war gerade das Frohnleichnamsfest, und ich hatte denTrost, zum erstenmal, seit die deutsche katholische Kirche dort steht, das allerhciligsteSacrament in Prozession durch die Straßen der Stadt zu tragen. Es ist dieß immerein Tnumph des hl. Glaubens, besonders an Orten wie hier, wo erst seit kurzer Zeiteine deutsche katholische Kirche steht. Die Herzen der Gläubigen wurden dadurch umso besser für die Benützung der hl. Mission gestimmt. Wir zogen auch in Prozessiondurch die Stadt auf den katholischen Friedhof, laut für die Ruhe der Verstorbenen zubeten. Am Schluße pflanzte ich unter Kanonendonner und großem Freudenjubel inder Stadt neben der Kirche das schön verzierte MissionSkreuz auf. - Ich feierte daraufdas Fest des heiligsten HcrzenS Jesu in der Marienkirche zu Milwaukie, und ve-nützte diese schöne Gelegenheit, um die zahlreiche katholische Gemeinde jener Stadt zumerstenmal wieder seit der Mission des verflossenen Jahres anzureden. Noch an dem-selben Tage begab ich mich in die St. Bonifazkirche, außer Milwaukie neun englischeMeilen gelegen, um von dort auS alle Gemeinden bis an den See Winebago mitMissionen zu bereisen; ich besuchte ununterbrochen vierzehn Gemeinden und pflanzte aneben so vielen Kirchen als Andenken daran das hl. Missionskreuz auf. DaS ander St. NüolauSgemeinde steht aus einem Hügel und erhebt sich mit Weißblech belegt53 Fuß über die Erde; ein herrlicher Anblick. Selbst die protestantischen Amerikanerbewundern es, und blicken es gerne und mit Ehrfurcht an.
Ich begann wie gesagt mit den Gemeinden der St. Bonifazkirche, wo der inBayern bekannte vr. Paulh ueber verweilt. Sein Eifer bewirkte nun den Ausbaueiner sehr großen und schönen Landkirche zu Ehren des hl. Bonifazius. Die Gemeinde-gliedcr daselbst sind beinahe alle aus Bayern . Die angränzenden Stationen leitet einanderer Priester auS Bayern , nämlich Herr Veit er. Es war gerade an der Zeit, daßich die Missionen in jener Gegend begann; denn Wisconsin ist nun vorzüglich derSammelplatz der einwandernden Deutscheu, da das Clima denselben hier sehr gut taugt.Diese Fluch von Einwanderung bringt aber auch nur gar zu viele Religionsfeinoeaus Deutschland Hieher, die hier aus alle Weise durchzuführen trachten, was ihnen inDeutschland mißlang. Sie gehen geradezu darauf aus, nicht nur den Glauben, son-dern allen Sinn für Religion ans den Herzen der Menschen zu reißen. SolcheSchandblätter wie Milwaukie hat keine Stadt der Union. Damit begnügt sich ihrGottes- und Christushaß nicht. Sie schicken noch Emissäre durchs Land auS, dasVolk zu verführen. Einer dieser, der berüchtigste, Namens Schröder, kam geradeum die Zeit der Mission in jene Gegend; und auch anderwärts traf ich ihn Derbeste Commcntar zur Betrachtung von den zwei Fahnen, wenn ich von einer Seite dieFahne Christi aufrichte, und das Volk ausfordere, Gott zu dienen, und diese Emissäredie Fahne des Lucifers schwingen und das Volk zum Abfall auffordern. Eine Mis-sion ist der beste Damm gegen diese Gefahr, daher ihre große Erbitterung dagegen;indeß das Volk kennt die Stimme des Herrn und folgt ihr. Auf dem Lande machendiese Religionsfeinde bei der Wachsamkeit der Priester Gott Lob und Dank noch wenigGewinn. Wenn dieser Mann nichts anders kann als über Priester schimpfen, sagteein gemeiner und nicht gerade eifriger Katholik von eben diesem Schröder, dann sollteer mir lieber meine Hosen flicken. Bei jeder Mission bekehren sich auch gewökmlicheinige oder auch mehrere Protestanten, und helfen besonders gerne bei Aufrichtung derMissionSkreuze, waS kein übles Anzeichen ist. Namentlich war mir hier und zwar inder St. Laurentiuskirche die Bekehrung einer alten protestantischen Frau ein merkwür-diger Beleg für daö Geheimniß der Gnadenwahl. Es strömten zu dieser Mission