Issue 
13 (27/03/1853) 13
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felnde recht berathen, Irrende von ihren Wegen zurückgerufen und Sünder zu Gottbekehrt. In geistlicher und leiblicher Beziehung theilt christliche Barmherzigkeit ihreSpenden aus, und so trägt die Sonn- und FesttagSfeier mächtig bei, die große Fragethatsächlich zu lösen, welche menschliche Weisheit nimmer losen wird, die Frage, wiedem zeitlich gedrückten und sittlich versunkenen Zustande der Volker die verlangte Hilfewerden solle ^ . ! ?,.u. -n'V.nl .

Warum aber, geliebteste Diözesanen! warum erkennt die Welt die heilige KircheGottes nicht? Warum erkennt sie nicht, waS zum Heile dient? Warum wählt siegerade die Sonn- und Festtage, um die Unzahl ihrer Sünden zu mehren? Warumstachelt sie besonders an diesen geheiligten Tagen die Leidenschaften der gefallenenMenschennatur zur Vollbringung der Werke der Finsterniß? die Prunk- und Putz-sucht, um ihre Eitelkeit zur Schau zu tragen? die Vergnügungs- und Genußsucht,um dem Leibe die Herrschaft über den Geist zu geben? die eckle Fleischeslust, umleiblich und geistig den Menschen zu verderben? Warum soll die heilige Kirche durchdie Verkehrtheit der Welt den Untergang so vieler Seelen gerade da beweinen, wo siezu deren Rettung die Anstrengungen ihrer Liebe verdoppelt?

Doch es ist, Geliebteste! nicht Unsere Absicht, euch ein Bild vorzuführen, dessenWirklichkeit ihr nur zu oft vor Augen habt, dessen Anblick aber mit Schmerz undWehmuth erfüllt, und dessen der gute Christ nie gedenkt, ohne zu trauern und zuweinen über daS verblendete Jerusalem . Das Wort väterlicher Ermahnung habenWir vielmehr an euch richten wollen, daß ihr gedenken sollet, den Sabbat zu heiligen,die Tage des Herrn und seiner Heiligen im Sinne nnd im Geiste unserer Mutter,der heiligen Kirche zu feiern. Der Segeu des Herrn wird euch begleiten, und jenerFriede mit euch seyn, welchen die Welt nicht kennt, den sie nicht geben und nichtnehmen kann. Zuerst das Reich Gottes suchend und seine Gerechtigkeit, werdet ihrallzeit finden, daß das Uebrige beigegeben wird. Ja, selbst eure zeitlichen Sorgen undMühen wird die fromme Fcstesfcier mit dem Thau ihrer Seguungen befruchten, vorAllem aber euch den großen Sabbat vorbereiten, den ihr mit Gott und seinen Auser-wählten im Reiche der Ewigkeit einst feiern sollt.

Dieses Wort der Ermahnung haben Wir jetzt an euch richten wollen, wo soernste Tage vor uns stehen, und die heilige Fastenzeit die dringende Forderung an unsergehen läßt, in der Beherrschung unordentlicher Begierlichkeit, in Fasten und Gebet,in Betrachtung des Leidens und Sterbens Jesu Christi, iu der Wirkung wahrer Bußeund Bekehrung und in der Uebung aller Gerechtigkeit zum Tische deS Herrn, zurFeier des heiligen Osterfestes uns würdig zu bereiten. Gedenket, so heilige Tageauch heilig zu vollbringen, eure Freude sey es, gehorsame Kinder der heiligen katho-lischen Kirche zu seyn; uud in euren Herzen dürfe Raum nur das eine Verlangenfinden, in diesem Gehorsam bis zum Ende zu verharren. Die Zei ist kurz, wie imFluge eilen die Tage vorüber, uud die Stunde ist nicht ferne, wo auch der letzte der-selben sich zum Abend neigt. Dann aber geht die Sonne diesseits unter, um jenseitsni neuem Lichte zu leuchten, und einen Tag uns anzuzünden, der keinen Abend hatden Tag der Auferstehung zum ewigen Leben.

Und daß der Herr in seiner Gnade euch dahin geleiten wolle, um dieß flehend,reHeben wir die Hände, und xrtheilen euch den bischöflichen Segen im Namen deSVaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen!

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Wenn zu demselben Ziele in derselben Richtung mehrere Pfadeführen, so gehören sie alle zu dem nämlichen Wege, und es kommt theils auf dieKräfte, theils auf die Neigung der Wanderer an, welchen sie einschlagen wollen, so-sern es nur keiner ist, der iu die Irre führt nnd auch kein Holzweg, auf dem mannicht mehr weiter kann, sondern umkehren muß. So gibt es auch für den Christen,