Ausgabe 
13 (27.3.1853) 13
Seite
102
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

tos

äußern Macht, darum noch nicht innerlich unabhängig und frei ist, so wäre einesolche Unabhängigkeit der Kirche in einzelnen Ländern noch nicht die Freiheit derKirche, sondern daS Gegentheil derselben. Man hatte aber den Leuten mit dembeständigen Geschrei!Rom will euch knechten!" den Kopf so voll und wirr gemacht,daß sie zuletzt selbst au eine Knechtschaft glaubten, deren Druck sie in der That bisjetzt noch nicht gefühlt hatten. Denn, wo wäre heute irgend ein Katholik, der mitgutem Gewissen sagen könnte, daß ihn Rom drücken oder knechten wollte? Wahrlich,ein ganz anderer Druck liegt heute auf denjenigen, die sich überhaupt gedrückt fühlen,als Druck, den Rom ausübte.

Heute sind, gottlob! die alten Einbildungen und Bestrebungen von sogenanntenNalionalkirchen in der allgemeinen Kirche unter der überwiegenden Mehrheit derKatholiken verklungen und verachtet. Wer heute noch mit solchen Plänen unter denKatholiken Propaganda machen wollte, der wäre um 2V oder 30 Jahre hinter derZeit zurückgeblieben. Heut zu Tage setzen die katholischen Völker ihre höchste Ehre,ihren edelsten Stolz darein, welches von ihnen den kindlichsten Gehorsam, die festeste,durch nichts zu erschütternde Treue gegen den von Christus dem Herrn gesetztenMittelpunkt der Einheit, gegen den Stuhl des Apostelfürsten Petri, gegen das sichtbareOberhaupt der Kirche an den Tag lege.

Diese Verehrung und Anhänglichkeit der katholischen Völker an die Kirche undihr sichtbares Oberhaupt thut ihrer wahren und ansrichtigen Liebe zu ihrem eigenenVaterlande nicht den mindesten Abbruch. Wem ist unbekannt, daß die Katholiken inFrankreich ihr Vaterland darum uicht weniger lieben, weil das katholische Frankreich es sich zum höchsten Ruhme anrechnet, die älteste und treueste Tochter der römischenKirche zu seyn? Und wie warm schlägt das Herz des katholischen Spaniers für seinVaterland! Die durch Jahrhunderte lange Noth niedergedrückten Jrländer lieben ihreHeimat darum uicht weniger, weil sie der Kirche treu und ergeben blieben. Und auch dieKatholiken Deutschlands haben zu allen Zeiten ihre Vaterlandsliebe an den Tag ge-legt, und sind in Opfern für das Vaterland nicht zurückgeblieben.

Der Herr, der auf den Felsen des Apostelfürsten Petri seine Kirche gegründet,der Herr, der die Völker schuf, uud sie in die Gemeinschaft seiner Kirche führte, hatdie Herzen der katholischen Völker so weit geschaffen, daß in denselben die Anhänglichkeitan die Kirche und die Anhänglichkeit an das Vaterland uugefährdetn eben einanderbestehen können. (K. Sbl. f. d. D. H.)

.ll?t»s Uj UN! g»m tsk»y<l«ngut M75v'ua ch' ligivf isltt» <ttlU ^littttn zsnol 7'j HlX»

Central-Afrika .

.udi'^.'!,',,- -

Der Marien-Verein hat von unsern lieben und unverdrossenen Landsleuten inMittel-Afrika abermals Nachrichten erhalten. Sie sind ziemlich neuen Datums (näm-lich vom 13. Dezember) und enthalten, wie immer, viel Tröstliches und Ermuthigendes.Herr Kocianick, welchen der apostolische Vikar bei seiner Reise nach dem tieferenSüden als General-Prokurator zurückgelassen hat, gibt unter Anderm Bericht über dieTaufe von sünf Negerknaben, die aus den Geldern des Ludwigs - Misfions - Vereinsvon Bayern angekauft wurden und gestelltem Verlangen gemäß die Namen UlrichErhard Friedrich Ferdinand Johann erhielten; der sechste, welcher denNamen Peter sichren soll, wird in kurzer Zeit denselben sich anschließen. Alle sindgesunde, talentvolle Knaben, von denen vielfältige Früchte sich erwarten lassen, wennsie einst unter ihren Brüdern und Schwestern als Katechisten auftreten werden. WelcheErfolge lassen sich nicht von solchen Jünglingen erwarten, die, aus ihren Stämmenhervorgehend, für ihre Stämme gebildet werden.

Die erhebende Handlung hat am Feste Aller Heiligen stattgefunden. Mit glühen-dem Eifer sind diese Neophyten in den großen Verband der h. katholischen Kirche ein-getreten; mit steigender Ungeduld erhoben sie ihre schwarzen Händchen, je näher derAugenblick kam, in welchem sie unter die Schaaren 5er Bekenner des WeltheilandeSsollten anfgenommen werden. Dankerfüllt blickten sie in die Augen ihrer Pathcn und