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unS, und was wir brauchen könnten, wenn vielleicht auch mitleidige Seelen sich er-kundigen und etwas Gutes thun wollten, wozu es freilich in Europa Gelegenheitgenug gäbe. Man gibt es ja überall'dem Herrn auf Zinsen.
An alle lieben Mitschwestern tausend herzliche Grüße, ich will für selbe nocheinige Zeilen schreiben, wenn eS noch seyn kann, Sie sollen beten für uns, wir be-dürfen es sehr. Der Beruf zur Mission fordert ein abgetödteteS, ganz hingeopferteöLeben. Die Eigenliebe hat auch unter dem indischen Himmel so gut ein zäheS Leben,wie unter dem europäischen. Wir sind ganz glücklich und zufrieden in unserm Beth-lehem , keine hat es bereut, diesen Schritt gemacht zu haben, und ganz natürlich, wasman Gott opfert, darf Einen nicht reuen Und nun seyen Sie uns, unvergeßlicheMutter! noch tausend und tausendmal gegrüßt. Dank, tausend Dank für Ihre Liebe,Sorgfalt nnd Treue. Ihre indischen Kinder erheben im brünstigen Gebete ihre Händeund Herzen zum Himmel, Heil und Segen für Zeit und Ewigkeit Ihnen und demtheuren Mutterhause zu erflehen, und lassen eS ihre Sorge seyn, durch ein wahrhaftGott geweihtes Leben Gottes Ehre zu befördern, der Kirche zu nützen, und IhnenFreude zu machen. Dazu erbitten wir uns Ihren mütterlichen Segen, Ihr und derIhrigen fortgesetztes, eifriges Gebet zu den süßen Herzen Jesu und Maria. Schwe-ster Aloisia und Josephine küssen Ihnen dankbar die Hand. Wir Alle grüßen undumarmen im Geiste die liebe Schwestergemeinde, ihr dankend für Alles. Wir bleibenim Herzen Jesu liebend vereint, bis wir uns im Himmel wieder finden.
Ihre dankbare geistliche Tochter Maria Augustina,
2. St. M.
Cardinal Fürfi-Erzbischof von Olmütz .
Olmütz, 2. April. Maximilian Joseph, Erzbischof von Olmütz ,Cardinal der heiligen römischen Kirche, Herzog, Fürst, römischer- und der königlichböhmischen Capelle Graf, auö dem Hause der Freiherren v. Sc.nerau-Beekh, Doctorder Theologie, Großkreuz des königlich ungarische» St. Stephans- und des kaiserlichösterreichischen Levpoldordens, Ritter des kaiserlich russischen weißen und des königlichpreußischen rothen Avlerordens erster Classe, Inhaber des goldenen Militär-EhrenkreuzeSpro piis m«riti8, Sr> k. k. apostolischen Majestät wirklicher geheimer Rath, wirklichesMitglied des theologischen DoctorencolleginmS der k. k. Universität zu Prag , der k. k.Landwirthschaftsgesellschast und der Gartenbaugesellschaft zu Wie», Mitgn'inver deSdortigen Vereins zur Beförderung und Verbreitung echter Kirchenmusik, wie auch deöVereins der Kunstfreunde für Kirchenmusik in Böhmen , Ehrenmitglied der k. k. mäh-risch-schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landes-kunde, der kais. russ, Laudwirthschaftsgesellschast zu Moskau , der kais. österr, Akademieder vereinigten bildenden Künste und des Museums b>gnci5vo-Lk>roImum für Oester-reich ob der Enns und Salzburg , dann Protektor des Olmützer MusikvereinS, wieauch der Olmützer Kleinkmderbewahranstalt, dann deS mährisch-schlesischen Schutzver-einS für aus Straf- und NerwahrungSorlen entlassene Personen Mitglied, war einerjener seltenen Männer, welche das Schwert und den Hirtenstab vereint zum Wohledes Vaterlandes und zum Heile der Kirche mit gleicher Würde getragen. Geboren zuWien am 2t. Dec. 1769, betrat er in seinem Jugendalter die militärische Laufbahnund bekleidete die OfficierScharge. In seinem vierundzwanzigsten Lebensjahre verließer jedoch diesen von ihm mit Ehren versehenen Stand und trat als Zögling in dasWiener fürsterzbischöfliche Seminar, als welcher er am 10. Sept. 1797 zum Priesterordinirt wurde. AlS neugeweihter Priester wurde er auf der landesfürstlichen Pfarreiznm hl. Martin in Pillichsdors angestellt, kam sodann in die Wiener Vorstadtpsarreizum hl, Florian in Matzleinödorf und endlich zu den heiligen Schutzengeln auf derMieden. Im Jahre 1808 wuroe er Feldprediger und zeichnete sich in dieser Eigen-schaft im vorzüglichen Maaße aus, Wege» welcher Verdienste er auch das goldeneMilitur-Ehrenkreuz pro piis meritis erhielt. Im folgenden Jahre wurde Freiherr v.Somerau auf die Wiener Vorstadtpsarrei zu St. Leopold in der Leopoldstadt befördert.
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