Ausgabe 
13 (17.4.1853) 16
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durch ärztliche Zeugnisse bewiesen ist, daß sie nicht durch natürliche Mittel und Ein-flüsse erfolgte, und wenn andere Wunder und die übrigen Erfordernisse hinzukommen.So galt in den Verhandlungen über die Seligsprechung des h. Jsidor, des h. FranzTaver, der h. Theresia, der h. Katharina von Bologna, der h. Magdalena von PazziS u. A. die Unverwesenheit ihrer Leiber als ein Zeichen ihrer jenseitigen Verklärung;und die Äcten über die Beatification des h. Antonius von Padua und des h. Johan-nes von Nepoiiiuk zeigen, daß auch die Unversehrtheit ihrer Zungen, von denen wirdie des ersteren vor einiger Zeit in Padua sahen und die des zweiten in Prag verehrt wird, als wunderbare Erscheinung von der Kirche betrachtet und behandeltwird, (M. S.-Bl.)

Die letzte TaleS.

Am 14. Aug. 1852 starb in Vichy die Frau Marquisin Pauline FranziSka Jo-sepha von Roussy, Tochter deS Marquis Moriz Benedikt von SaleS, deS letzten männ-lichen Sprößlings der Familie von Saleö, welcher der heilige Bischos von Genf , Fran-ziSkuS SalesiuS, durch die Geburt angehörte. Die Verblichene hatte ihre Jugend andem H^fe der im Rufe der Heiligkeit verstorbenen Königin von Sardinien , Marie Clo-tilde, verlebt, dann den Marquis de Roussy geehlicht und seit dem Jahre 1830, zurückge-zogen von aller Welt, lediglich der Erziehung ihrer fünf Söhne sich gewidmet, von denennoch vier am Leben sind. Im Jahre 1851 zog sie nach Nizza , von da nach Lyonund später nach Vichy, wo sie der Tod ereilte Sie verschied, nach würdigem Empfangeder heiligen Sterbesacramente, mit der Ermahnung an die Ihn, en:Liebet Gott steiöund dienet ihm treu; das ist der einzige Trost, der uns bleibt, wenn wir aus dieserWelt scheiden." Ihre schöne Seele 'picgelt sich in ihrem Testamente, das nach dergewöhnlichen EingangSformel:im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit" wörtlichdie folgenden Sätze enthält:Meine erste Pflicht und das erste Gefühl meines Her-zens ist eS, in diesem Augenblicke der erbarmungövollen Vorsicht GotteS dafür zudanken, daß Er mich in der heiligen katholischen, apostolisch-römischen Kirche geborenwerden ließ, die ich als meine Mutter betrachte, deren Lehren ich glaube, verehre undliebe. Eben so danke ich der göttlichen Vorsicht, daß sie mich von christlichen undtugendhaften Eltern abstammen ließ, und daß ich den Namen eines Heiligen erhaltenhabe, der mir durch seine Tugenden so herrlich vorleuchtete. Dabei bedauere ich zu-gleich, daß ich sein heiliges Beispiel so wenig nachgeahmt habe, da es mir doch zueiner Regel für mein ganzes Leben hätte dienen sollen. ... Ich habe nicht nöthig,in meinein Sohne Eugen das Interesse zu erwecken, welches unsere Familie an denBesitz von ThorenS knüpft. . . . Der Gedanke, daß der heil. Franz von Sales inder dortigen Kapelle geboren ist, daß er jenes Schloß bewohnt und beide durch seineGegenwart geweiht hat, daß wir dieses Gut von ihm ererbt haben; das Alles be-stimmt mich zu dem Wunsche, daß das Schloß, der Wald von Sales u. s. w, nie-mals veräußert werden sollen. Wenn Gott meinem Eugen Nachkommen geben wird,so wird ihm dieser kostbare und geheiligte Nachlaß noch kostbarer seyn; seine Kinderwerden von dem Beispiele meines Gatten und unserer beiderseitigen Voreltern lernen,daß der Glaube und die Ehre deS heil. Franz von Sales zur Lebensrichtschnur dienteund dienen soll. Ich bringe Gott das Leben zum Opser, daS Er mir gegeben hat;ich lege euere und meine Zukunft in Seine väterlichen Hände. Liebet Ihn, dienetIhm; leset die so schönen Briefe meines Vaters und glaubet, daß in dieser Welthienieden der Friede und das Glück nur in tugendhaften und christlichen Herzenwohni. Erinnert ench meiner, und betet für mich, damit ich zu Gott im Him-mel gelangen möge, bei dem ich den reichlichsten Segen für euch erflehen will.(Amico caitolico.)

Verantwortlicher Redacteur: L, Schönchen.

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