Dreizehnter Jahrgang. '
Sonntags-Beiblatt
zw
Augsburger PostMung.
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24. April. 17. 1853.
Diese« Blatt erscheint regelmäßig alle Souutage. Der halbjährige Abouuementsprei«kr., wofür e« durch alle königl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werdeit kaun'
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Rundschreiben des Papstes Pins IX. an die Cardinäle, Crzbischöse
und Bischöfe Frankreichs. ?ius ??. IX.
Geliebte Söhne und ehrwürdige Brüder, Gruß und apostolischen Segen.
Inmitten der vielfachen Bedrängnisse, die von allen Seiten her ans Uns lasten,in der Fürsorge für alle Kirchen, mit welcher Uns trotz Unserer Unwürdigkeit der un-erforschliche Rathschlnß der Vorsehung in diesen s^> harten Zeilen betraut hat, in wel-chen die Zahl derjenigen so grosi ist, von denen der Apostel sagt: „8snsm cioctrinsmnon zustinent, secl scl 8us ciesiäeria oogeervsntes sidi msgistros a veritste auciitumsvertunt et seciuetor?« proLeiunt in pe^us, errorem mittentes," werden Wir vonder grüßten Freudigkeit durchdrungen, wenn Wir Unsere Augen und Unsern Geist aufdie berühmte, durch so viele Namen verbcrrlichre, um Uns wohlverdiente französischeNation richten. Es gereicht Unserm Paterherzen zum größten Troste, wenn wir ge-wahren , wie in jener Nation mit göttlicher Hiife die katholische Religion und ihreheilsame Lehre täglich mehr erblüht, auflebt uud d^minirt und mit welcher Sorgfaltund welchem Eifer ihr, Unsere geliebten Söhne und ehrwürdigen Brüder, die ihr zurTheilnahme an Unserer Fürsorge berufen seyd, euch bemüht, euer Amt zu erfüllen undüber die Unversehrtheit und das Wohl der geliebten, cuerer Obsorge anbefohlenenHeerden zu wachen. Dieser Unser Trost wird um so mehr gesteigert, als Wir auöden ehrfurchtsvollsten Schreiben, die ihr an Uns richtet, immer mehr und mehr ersehen,mit welcher kindlichen Frömmigkeit, Liebe und Ergebenheit ihr stolz darauf seyd, UnSnachzufolgen, und diesem Sitze Petri, dem Cenlrnm der katholischen Wahrheit undEinheit, dem Hanpte, der Mutter und Lehrerin aller Kirchen, welcher Lehrerin allerGehorsam uud alle Ehren gebühren, mit der, wegen ihrer vornehmsten Vorzüglichkeit,sich alle Airchen einigen müssen, das heißt, alle, die aller Orten gläubig sind. Vonnicht geringerer Freudigkeit werden Wir durchdrungen, wenn Wir sehen, daß'ihr, ohneUnterlaß eingedenk eueres ernsten bischöflichen Amtes und eurer Aufgabe, alle Sorg-falt geistlicher Hirten und alle eure Wachsamkeil thätigst zur größeren VerherrlichungGottes und im Kampf für die Sache seiner heiligen Kirche aufbietet, auf daß diePriester eurer Tiöcesen ihres Berufes von Tag zu Tag würdiger werdend, dem christ-lichen Volke mit dem Beispiele aller Tugenden vorangehen, sich ihren Amtspflichteneifrigst unterziehen, damit die eurer Obhut anvertrauten Gläubigen täglich mehr ge-nährt durch Worte des Glaubens und gestärkt durch die Gaben der Gnade, zunehmenin der Erkenntniß Gottes und auf dem Pfade beharren, der da führet zum Leben unddamit die armen Verirrten auf den Weg des Heils zurückkehren.
Mit gleicher Seelenfreude haben Wir zur Kenntniß genommen, mit welcherRaschheit ihr Unsern Wünschen und Crmahnungen nachgekommen seyd und euch be-