müht habt, die Provinzialconcl'll'en abzuhalten, damit in euren Diöcesen der Glaubeunverletzt und ganz erhalten, eine gesunde Doctrin gelehrt, die Ehre deS Gottesdien-stes vermehrt, die Institution und Disciplin -,cS Klerus gekräftigt und Sittenreinheit,Tugend, Religion und Frömmigkeit aller Orten in glücklichem Fortschritte angeregt undbefestigt werde. Wir sind über alle Maßen erfreut, inne zu werden, daß in sehrvielen Diöcesen, in denen sich bis jetzt besondere Verhältnisse nicht entgegenstellten, dieLiiurgie der römischen Kirche durch euren besondern Eiser Unserm Wunsche entspre-chend wieder eingesetzt wurde. Diese Sache mußte Uns um so angenehmer seyn, alsWir wußten, wie in vielen französischen Diöcesen in Folge der wechselnden Zeitver-hältnisse keineswegs jene Anordnungen beobachtet wurden, welche Unser heiliger Vor-gänger PiuS V. sürsichtig und weise in seinem apostolischen Schreiben vom 8. JuliI5v8 festgesetzt hatte, welches mit den Worten beginnt: „i)uo6 » Aobis Postulat."Wenn Wir aber nun auch alles dieses nicht ohne große Seelenlust und zu eurem be-sonderem Lobe freudig erwähnen, so können Wir doch andererseits nicht Unsere schwereTrauer und Betrübniß verhehlen, die gegenwärtig an Uns nagt, nachdem Wir in Er-fahrung gebracht haben, welche Zwistigkeiten der alte Feind unter euch anzuregen sucht,um die Eintracht euerer Gemüther zu schwächen und zu untergraben. Kraft der PflichtUnseres apostolischen Amtes und in der großen Liebe, mit der Wir euch und jenegläubigen Völker umfassen, schreiben Wir ench daher diese Epistel, in welcher Wiraus der innersten Tiefe Unseres Herzens zu euch, geliebte Söhne und ehrwürdigeBrüder sprechen und euch gleichzeitig ermähnen, auffordern und bitten, daß ihr dasBand der euch umschlingenden Liebe täglich enger knüpfet und befestiget und eimnüthiggegenseitig alle Zwistigkeiten, welche der alte Feind anzuregen strebt, eurer ausgezeich-neten Tugend gemäß zu entfernen und ganz zu beseitigen bemüht seyn und Sorge tra-gen sollet, in aller Demuth und Sanftmuth in Allen die Einheit des Geistes im Bundedes Friedens zu erhalten. Durch solche Weisheit werdet ihr darthun, daß Jeder voneuch sehr gut wisse, in welchem Grade die priesterliche und gläubige Einheit der Ge-müther, deS Willens und Urtheils zum Gedeihen der Kirche und zur immerwährendenFörderung des menschlichen Heils nothwendig und ersprießlich sey. Wenn ihr dieseEintracht des Gemüthes und Willens stets unterhalten mußtet, so sollt ihr dies gegen-wärtig mehr als je mit allem Eifer thun, da durch den trefflichen Willen Unseresgeliebtesten SohneS in Christo, Napoleon, Kaisers der Franzosen und durch die Thätig-keit seiner Regierung die katholische Kirche sich bei euch jetzt des Friedens, der Ruheund der Begünstigung erfreut.
Diese glücklichen Umstände in diesem Reiche müssen euch antreiben, daß ihr inAllem einträchtig dahin strebt, daß die göttliche Religion Christi und ihre Lehre undSittlichkeit und Frömmigkeit überall in Frankreich tiefe Wurzeln schlagen, daß mehrund mehr für einen guten und lautern Unterricht der Jugend gesorgt wird und soleichter die feindlichen Angriffe abgewehrt und unterdrückt werden, die sich in den Be-strebungen derjenigen kund geben, welche die beharrlichen Feinde der Kirche und ChristiJesu waren und sind. Darum, geliebte Söhne und ehrw. Brüder, fordern wir euchauf'S dringendste auf, daß ihr bei der Vertheidigung der Sache der Kirche und ihrerheilbringenden Lehre und Freiheit vor Allem euch bestrebt, mit der größten Einmüthig-keit Alle in derselben Weise zu reden und zu denken, und daß ihr mit allem Vertraueneuch an UnS und diesen apostolischen Stuhl wendet, um alle Fragen und Controversenjeder Art ganz zu beseitigen. Zunächst, da ihr wißt,, wie wichtig für das Heil derKirche und des Staats eine gute Erziehung namentlich' des Klerus ist, laßt nicht ab,mit einträchtigem Geiste eine so wichtige Angelegenheit zu besorgen. Fahret fort, wieihr thut, Alles aufzubieten, daß die jungen Leute in euren Seminarien zu aller Tu-gend, Frömmigkeit und kirchlicher Gesinnung srüh herangebildet werden, daß sie in derDemuth wachsen, ohne die wir nie Gott gefallen können, und daß sie zugleich in denschönen Wissenschaften und in den ernstern, namentlich den kirchlichen Wissenschaften,vor aller Gefahr jeglichen Irrthums geschützt, so sorgfältig unterwiesen werden, daßfit nicht allein eine wahrhast elegante und beredte Sprache auS den besten Werken