Ausgabe 
13 (24.4.1853) 17
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vollem Gehorsam aufnehmen, und erfüllen, was derselbe lehrt, bestimmt und anordnet.Wir kounen hier aber nicht umhin, euch den tiefen Schmerz auszudrücken, den Wirempfanden, da neulich unter andern schlechten Schriften ein in französischer Sprachegeschriebenes und zu Paris gedrucktes Buch an Uns gelangte mit dem Titel: 8ur laSituation präsente 6e I'Lglise ZsIIiogne relstivement gu clroit coutumier, dessenVerfasser dem, waS Wir so sehr empfehlen und einschärfen, geradezu widerspricht.Wir haben dieses Buch Unserer Congregation des Inder zur Verdammimg übergeben.Ebe Wir aber unsern Brief schließen, geliebte Söhne und ehrw. Brüder, erklärenWir euch nochmals, daß Wir aufs sehnlichste wünschen, daß ihr alle Streitsragen be-seitigt, welche, wie ihr wißt, den Frieden stören, die Liebe verletzen und den Feind.ender Kirche Waffen in die Hand geben, sie anzufeinden und zu bekämpfen. Darummuß eS euch sehr am Herzen liegen, unter euch und mit Allen den Frieden zu er-halten, wohl beherzigend, daß ihr dessen Diener seyd, der nicht ein Gott der Zwietracht,sondern ein Gott des Friedens ist und der nie unterlassen hat, seinen Jüngern deyFrieden so dringend anzuempfehlen, einzuschärfen und vorzuschreiben. Christus hat ja,wie ihr alle wißt,alle Gaben und Belohnungen, die er verheißen, nur bei BewahrungdeS Friedens versprochen. Wenn wir Erben Christi sind, müssen wir im FriedenChristi bleiben, wenn wir Kinder Gottes sind, friedfertig seyn. . . . Friedfertig müssendie Kinder Gottes seyn, sanft von Herzen, einfach in Worten, einträchtig in der Liebe,treu durch die Bande der Eintracht mit einander verbunden" ((^pr. un. eccl.).Von eurer Tugendhaftigkeit, Religiosität und Pietät hegen Wir die zuversichtliche undzweifellose Erwartung, geliebte Söhne und ehrw. Brüder, daß ihr diesen Unsern väter-lichen Ermahnungen, Wünschen und Anordnungen freudig gehorchen und alle Keimeder Uneinigkeit ganz vertilgen und so Uns re Freude vollkommen machen, daß ihr,mit aller Geduld einander ertragend, in Liebe und eininüchig sür den Glauben desEvangeliums wirkend, fortfahren werdet, mit immer größerm Eiser über die eurerSorge anvertraute Heerde zu wachen und alle Pflichten eures wichtigen Amtes zu er-füllen zur Vollendung der Heiligung zur Erbauung des Leibes Christi. Seyd festüberzeugt, daß Uns nichts angenehmer und erwünschter seyn wird, als Alles zu >hun,wovon wir erkennen werden, daß es zu eurem und eurer Gläubigen größerm Nutzengereichen könne. Unterdessen bitten nnd flehen Wir in der Demuth Unseres Herzenszu Gott, daß er die Fülle aller himmlischen Gnaden steiS über euch ausgießen undeure oberhirtlichen Sorgen und Arbeiten segnen möge, auf daß die eurer Hut anver-trauten Gläubigen mehr und mehr würdig wandeln, Golt in Allem woh gefällig undin allen gnlen Werken fruchtbar. Als Unterpfand dieses göttlichen Schutzes und alsZeugniß der innigsten Liebe, womit Wir euch im Herrn umfangen, ertheilen Wir vonHerzen euch, geliebte Söhne und ehrw. Brüder, und allen geistlichen und gläubigenLaien eurer Diöcesen den apostolischen Segen.

Gegeben zu Rom bei St. Peter, am 21. März 1853, im 7. Jahre UnseresPontificats. kius??. IX.

Die Marien-Mai-Andacht.

DaS Ziel aller Anbetung in der katholischen Kircke ist Gott allein, der drekeinkgeGott; daher heißt die gesammte kirchliche Fei r, sie mag eine besondere Veranlassunghaben, welche sie will, Gottesdienst. Alles Beten, Singen, Feiern und Weihenin der Kirche hat keinen anderen höchsten und letzten AuSgangöpunct als den ewigenGott. Gleich den Strahlen der Sonne, die, mögen sie auch nach allen Seiten undEnden auölaufen, leuchten und wärmen, doch immer im Mittelpuncte des S>nnen-balleö vereinigt bleiben, reichet die kirchliche Feier mit ihrem Glänze und Erhebungbis zur Verehrung cineS jeden Heiligen hin und bleibet doch geeint in der alleinigenAnbetung deS dreipersönlichen GotteS. Ebenso wenig als das Licht, so von der Sonnesich auf Himmel und Erde und auf den kleinsten Gegenstand dieser Erde ergießt, derSonne selbst Eintrag thut, und ebenso wenig als man die von der Sonne erleuch.