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welche ihn dann auch später nicht verließen." Auch hat er „gefühlt, daß der Teufelin ihm tvsete und redete" — ergibt sogar in räthselhaften, dunkein Tönen die Sprache'desselben wieder —, aber er will den Kampf mit ihm bestanden haben. — Esbildete sich bald eine aus zwölf Personen, die bereits früher sämmtlich aus der eräug.Landeskirche ausgetreten waren, bestehende Gemeinde, von der Ziemcke rühmt, daß sievoll des Geistes gewesen sey und in fremden Zungen geredet und gebetet habe. Ziemckehat aus diesen Sprachen manche Worte wiederholt, die ganz unverständlich klingen.Die Gemeinde hat sich in vier Missionen getheilt, welche in nächster Zeir nachden vier Weltgegenden hin die Lehre verbreiten sollten. Von Wichtigkeit für dieKenntniß des inneren Lebens.dieser Secte ist die Weise, in welcher Ziemcke seineFrau „bekehrt" hat. Die Frau hat sich ihm öfters genähert, er aber habe stets inihr den Teufel erkannt und nach diesem geschlagen und geworfen. Da sey sie vonihm gelaufen, bald aber freundlich zurückgekehrt, der Teufel hätte sie verlassen gehabtund sie sey plötzlich bekehrt qewesen. Späterhin, als die Gemeinde gebildet war, tratunier ihr ein Schneider auf, der nach ihrer Meinung das geistige Amt der Teufeis-Austreibung , verbunden mit einer überwältigenden Kraft, besessen hat. Die „Betge-nossen<", wie sie genannt, lebten, obwohl auS verschiedenen Dörfern, in dem Hause desZiemcke, das gewöhnlich verschlossen und dessen Fenster verhängt waren, und manfand sie späterhin in einem stark erwärmten Stäbchen betend am Ofen sitzen. Äm20. v. M. in der Nacht verließ ein Wagen das Gehöft des Ziemcke, auf welchemsich schwerkrank der Maurer Quardocns aus Bublitz, der Bruder d'eS „Apostels",befand. Er wurde »ach einem Abbau bei Treblin im Rummelsburger Kreise gebrachtund liegt noch jetzr darnieder. Sein Körper zeigt schwere Verletzungen, und die Bct-genossen geben zu, ihn „gezüchtigt zu haben, weil der Teufel in ihm mächtig gewesensey." Die Behörde ist nun eingeschritten und hat in dem Hause des Ziemcke auchnoch eine Leiche gesunden. Sie lag in dem Stäbchen, in welchem sich die Gemeindebefand, auf dem Bette und war stark angeschwollen und mit braunen Flecken bedeckt,übrigens längst erkaltet. Es ist der Bauer Koschuick aus Latzig. Die Mitgliederder Secte haben sogleich offen gestanden, daß jener 'wm Teufel besessen gewesen unddeshalb von Gott gezüchtigt sey. Gott würde ihn aber auch wieder erwecken. DieSemrer sind arretirt, die Gerichte sind in Thätigkeit. Mit irgend einer anderen kirch-lichen Gemeinschaft haben diese Leute in aar keiner Verbindung gestanden, — einUmstand, welcher nach den entstellenden Nachrichten provinzieller Blätter noch aus-drücklich hervorgehoben werden muß. Die „Belgenvssenschaft" war sirenge von allen'andern Leuten abgeschlossen und bestand nur auS 12—15 Personen.HlkÄ mui'!^ m (szH^-?,gW<ZtzkmmlM^^i<tt«5> V-ll't»zA, uz. )wllsL-ö.,!i»I
Augsburg.
Augsburg , 14. April. Um dem Vereine der heiliaen Kindheit, welcher schonseit einigen Jahren in unserer Diöcese Wurzel faßte, eine sichere Grundlage zu geben,trat hier ein provisorisches Comite zusammen. Dasselbe hielt es sür dringendstePflicht, vor Allem diestm Vereine die vberhirtliche Anerkennung zu erwirken, undwandte sich deßhalb an unsern hochwürdigsten Herrn Bischof. Seine bischöflichenGnaden geruhten unterm 13. April, diesen Regeln die vberhirtliche Bestätigung huld-vollst zu ertheilen, und zwar in folgenden Worlen:
„Mit freudiger Theilnahme ertheile ich den voranstehenden im edelsten Geistegefaßten Regeln für den Verein der heiligen Kindheit die vberhirtliche Bestätigungfür daö Biöthum Augsburg, und bitte den göttlichen Kinderfreund, daß er alle Mit-glieder dieses Vereines auf seinen Pfaden erhalten wolle, damit sie seiner Verheißungentheilhastig werden."
AugSdnrg, 13. April 1853. Peter Richarz,
Bischos von Augsburg . (A. St.u. L.-B.)
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B«r«mtwortl!cher Redacteur: L. Scheuche». Verlag« - Jrchaber: F. C. Kremer.