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zu ihm Zuflucht nehmen. — Ich führe hier von seinen vielen Verdiensten nur dasgroße katholische Gymnasium zu Tyrnau an, welches durch ihn in'S Leben gerufnwurde. Dieses gehört, obwohl kaum entstanden, bereits zu den besuchtesten Gymnasiendes Landes, eS zählt 115 Convictoren, d. h. solche, die im Institute mit Kost undQuartier versehen sind, und bei 200 andere Schüler, welche in der Stadt wohnenund im Institut- die Vorlesungen besuchen. Eine gewisse Partei hat jwar nicht unter-lassen, die in Tyrnau bereits eingeführten Jesuiten , die allenfalls bei dem Unterrichtin Gymnasien einen Einfluß haben konnten, als Schreckbild vorzuschrieben, um sodie Eltern vielleicht abzuhalten, ihre Kinder in daS Gymnasium zu schicken, aber die-ses Mittel, früher von drastischer Wirkung, blieb erfolglos, und macht jetzt keinen Effektmehr. — Auch die andern Oberhirten sind von der Wichtigkeit ihres Amtes durch-drungen, die mit Freuden begrüßte Zeitschrift „Religio " bringt in jeder Nummer Belegedes herrlichsten apostolischen Wirkens unserer Bischöfe. — Dem Beispiele der Ober-hirten folgt gerne der KleruS, überall ist jetzt mehr innige Anhänglichkeit an denOberhirten zu bemerken. Die trostlosen Nachrichten, es kabe dieser oder jener aposta«sirt, werden nicht mek)r gehört und erfüllen uns nicht mehr mit Wehmuth. — Für dieVolksschulen sind bereits die meisten Schulbücher herausgegeben, und zwar die für diekatholischen Volksschulen bestimmten in ächt katholischem Geist. Jedes Lehrbuch ist,bevor selbes als Schulbuch eingeführt wurde, den hochw. Herrn Bischöfen zur Durch-sicht unterbreitet worden, was gewiß ein hinreichender Beleg ist, wie die Regierungvon der heiligen Ueberzeugung durchdrungen, Religion sey die festeste Stütze deSThrones, nur in dieser allein die Bürgschaft einer bessern.Zukunft sieht. AuS diesem,von mir im allgemeinen entworfenen Bild, kann man ersehen, daß Jeder, dem dieKirche und ihr Leben am Herzen liegt, von freudigem Gefühl durchdrungen sagenmuß: Gott sey Dank, eS ist für die Kirche besser, wie eS früher war. — Ich willdamit nicht sagen, daß wir schon ganz zufrieden seyn können. — O nein, eS fehltnoch gar Manches; doch so Gott uns seinen heiligen Frieden schenkt, wird sich dasWirken der Kirche mehr und mehr offenbaren. — Aber auch Sorgen haben wir, undeine der ersten ist der Mangel an Priestern, besonders in der Graner Diöcese. DieRevolution hat die Zahl der Alumnen sehr gelichtet. — In der Diöcese sterben jähr-lich zwischen 20 — 30 Priester, und eS werden nur 1? bis 15 geweiht. Wenn dieOrdens-Brüder des h. Franziscuö nicht zur Aushülfe in der Scelsorge da wären, sowäre der Mangel an Priestern bereits sehr drückend, denn auch so sind bei 20 Kapla-nenn in der Diöcese unbesetzt. Auch ist bei der Kloster - Geistlichkeit in Zukunft einMangel zu befürchten. — Wegen deS strengen Studien-Planeö und der großen Theue-rung sind die ärmeren Eltern kaum mehr im Stande, ihre Kinder in die höhern Schulenzu schicken. Die Plansten und Benediktiner haben zwar mehrere Schulen verloren,doch ist selben hinsichtlich deS Unterrichts noch immer ein schöner Wirkungskreis ge-geben, — mir wäre eS gut, wenn die Professoren dieser Orden wo möglich bessergestellt wären. Wir sehen der Regulirung der Klöster, mit welcher der Fürst-PrimaSvon Sr. Heiligkeit betraut wurde, mit Sehnsucht entgegen. Wir wünschen Alle, daßder Allmächtige den Primas bei dieser großen Sendung, welche für die Kirche dieersprießlichsten Folgen haben wird, stärken möge. Indem wir überzeugt sind, daß dieBetreffenden dem apostolischen Visitator überall mit Liebe und großem Vertrauen ent-gegen kommen werden, können wir an einem glücklichen Resultat durchaus nicht zweifeln."
Hirsch au in der Oberpsalz, 12. April. ES wird vielleicht den verehrlichen,Lesern Ihres vielverbreiteten Blattes nicht unangenehm seyn, auS einem amtlichenBerichte über die hier durch drei Priester der bayer'schen KapuzincrordenS - Provinzabgehaltene geistliche Mission nachstehende Mittheilungen zu vernehmen.
Dieselbe begann am 2. l. MtS. mit kurzer Anrede an die Hochwürdigen Missio-näre ?. Franz BorgiaS, ?. PatriziuS und ?. Ephrem , worin selbe dem in der Kirche ver-