Ausgabe 
13 (8.5.1853) 19
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leicht. DaS wußten Alle, nur nicht sie. Noch dreimal wurde sie einstimmig zurhöchsten Würde ihrer Kongregation erhoben; und starb mit derselben bekleidet, imJahre 1841, reich an Jahren (79) und noch reicher an guten Werken, beweint vonihren Töchtern und von ihren Armen."

Das Leben der Mutter Placida ist nur in einigen Punkten, die ans lausendenausgewählt sind, an unserm betrachtenden Auge vorübergezogen. Nnn sülle man dieZwischenräumc mit jenen zahllosen gnten Werken auS, die das Leben einer barmherzigenSchwester zusammensetzen; so steht ein Bild, das eben so sehr erbauet als erquicket,vor unserer Seele. Wenn aber das schon der Schattenriß vermag, wie muß erst dieWirklichkeit gewirkt haben. Man kann wohl einen Garten mit seinen Baumreihenund Blumenbeeten zeichnen oder beschreiben; aber kein Wort und kein Zeichen wurdeeine Ahnung erwecken vor dem lieblichen Duste, der diese durchwallet: ihn muß manei »athmen. Das Leben der Placida, und manch anderer barmherzigen Schwestergleicht einem blühenden verschlosseneu Garten. Der Hauch des heil. Geistes und derSturm der Verfolgung durchwehen ihn, und eS werden fließen seine Gewürze: denniu seinem Boden wurzelt der echte fruchtbringende Keim, die Liebe GotteS ."^)

Wnrzvurg.

Am 10. April wurde der hiesige Vincentiuö- und Elisabethen-Verein durch kirch-liche Feier eröffnet, nachdem in einigen vorausgehenden Versammlungen der Vereinbeiderseits schon constiiuirt war und seine Vorstände gewählt hatte. Dr. Hetiinger,SulrcgenS deS bischöfl. KlerikalsmiinarS, hielt in der Neumünstcrkikche eine sehr gedie-gene und umfassende Rede, nach welcher Herr Domprobst Thinncs die heil. Messe la?.Eine sehr zahlreiche Menge Halle sich zur Theilnahme dieser Feier cingefuudcn, nachwelcher sogleich eine Versammlung des Vinccnliuö-Vereincs statifaud, in der der Vor-stand, Herr RegieruugSralh Leiniclder, die erfreuliche Mittheilung machte, daß bereitsmehrere hochgestellte Personen, darunter Herr Re^ierungSprästdentj von Zn-Rhein,als Mitglieder beigetreren seyen. Am Abende desselben Tages fand dann eine Ver-sammlung des Elisabethen-Vereins statt. Und so wäre der Wunsch des Pater Roderbeim Schlüsse der Mission in der That schon in Erfüllung gegangen, solche Vereine alsFortsetzung der Mission zu begründen. Möge der Herr diese Blüthe der kcuholischenKirche in unserer Stadt reichlich segnen!

Großbritannien .

Unlängst sind mehrere Rücktritte angesehener Personen znr katholischen Kirchevorgekommen. Lord Charles Tynne, Domherr von Canterbury und Pfarrer von Long-bridge, Schwiegersohn des Protest. Bischofs von Bath und Wells, Bruder der Her-zogin von Buccleugh und Onkel des Marquis von Bath , eines jungen Pair vonEngland , wurde katholisch, und verzichtete auf ein jährliches Einkommen von 10,000 Thlr.,welche seine geistlichen Stellen eintrugen. Francis Wegg Prosser, ein ausgezeichnetesMitglied der Universität Orford, und 1847 Mitglied deS Parlaments für die Graf-schaft Hereford , Enkel eineö verstorbenen Würdenträgers der englischen Staatskirche,that denselben Schritt. Er ist mit einer Schwester des PairS von England , GrafenSomcrS, verheirathet, diese ist aber noch protestantisch. Frau Daymau, die Fraueines anglikanischen Geistlichen, trat vor einigen Wochen in den Schooß der kaihol.Kirche zurück.

') So berichtet das protestantische Volksblatt für Stadt und Land. Nur sagt's nicht, woeigentlich Schwester Plaeiva ihren Heldenmut!) geholt. Der Katholik kennt die Quelle, das aller-heitigste Sakrament.

Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.

Verlags-Inhaber: F. C. Kreine».