Dreizehntes .Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
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Augsburger Postzeittmg.
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22. Mai 21. 1853
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D,e Erzherzog,» Mar»a von S°te,ermark,
Mutter Kaiser Ferdinand des Zweiten.
RededeSHofrathSundReichShistoriographenvr. v. Hurter-Ammann,gehalten in der Plenarversammlung des Wiener Central-SeverinuS-
vereinS am 28. April 1853.
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Vieles, und, wie ich hoffe, nicht Unerhebliches, wenigstens bisher minder Be-kanntes, waS die Erzherzogin Maria , unseres Kaiser Ferdinands des Zweiten Mutter,berührt, habe ich Ihnen bisher vorgetragen. Ich habe diese merkwürdige Fraugeschildert von dem Standpuncte der Tochter zu den Eltern, der Schwester zu denGeschwistern, der Gemahlin zu dem Gemahl und der in jeglicher Weise besorgtenMutter zu den Kindern. Auch von ihrem Charakter, wie in diesem Ernst mit Heiter-keit. Strenge und Milde sich paarte, die fürstliche Würde mit gemüthlicher Laune sicheinigte, habe ich mancherlei gesprochen; zuletzt davon, wie sie daS Bewußtseyn, eineFürstin nicht bloß zu heißen, sondern zu seyn, mit dem Vollgepräge seines Wesensdenjenigen gegenüber zu stellen verstand, die sich'S Herausnahmen, dasselbe unberück-sichtigt zu lassen.
Von ihrem Walten als Fürstin könnte ich Ihnen noch Manches erzählen: wiesie auf ihrer langen Reise nach Spanien fortwährend über alle Landesangelegenheiten,selbst über den Gesundheitsstand ihrer Residenz wollte unterrichtet werden; wie sieihren Aufenthall an dem fernen, aber nahe verwandten Hof dazu benutzte, um beider fortwährend wieder auftauchenden Spannung deS SohneS mit der unnachbarlichenRepublik Venedig jenem in dem auf Oberitalien mächtig einwirkenden Schwagereinen sichernden Rückhalt zu gewinnen, vornämlich aber, wie sie während des SohnesWeilen am Reichstage zu RegenSburg , während der letzten Wochen ihres Lebens,unter bedrohlichen Anzeichen in häufiger Berathung ihrer vornehmsten Geschäftsmänner,in Anordnung zur LandeSvertheilung. in Vorschlägen zu hilfereichen Verbindungenmit auswärtigen Fürsten der Obliegenheiten einer Regentin mit eben so großer Umfichtals rastloser Thätigkeit wahrnahm.
Allein dieses alleS schlägt mehr in die politische Geschichte deS Landes ein, indeßich mir die Aufgabe gestellt habe, Ihnen ein mit gewissenhafter Sorgfalt gezeichnetesund alle Züge einer so seltenen Persönlichkeit zusammenfassendes Charakterbild derErzherzogin Maria vor Augen zu stellen. Dieö gedenke ich nun nach seiner reichenVielseitigkeit zu vollenden und diesem durch den treuen Bericht über ihre letzten Stundenebenso das Siegel aufzudrücken, wie der Hinscheid ihrem ganzen Leben ein solchesaufgedrückt hat.