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Hoffte sie, Jemand von der katholischen Wahrheit überzeugen zu können, so gab siebereitwillig ihre Bücher her, kaufte neue, wendete Geld zu Almosen aus und nahman den öffentlichen Gebeten dafür zu allererst Theil. Bei allem diesem Eiser war sievon Bitterkeit und Härte gegen diejenigen frei, die sich nicht überzeugen ließen. Sogestattete sie den Hammermeistern, welche die Auswanderung dem katholischen Glau-bensbekenntniß vorzogen und doch ihre Gewerke nicht verkaufen konnten, einen allmonat-lichen Besuch derselben, um anordnen zu können, waS zu deren Betrieb erforderlich.
(Fortsetzung folgt.)
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Der Dvrfeaplan in den Tyroler Alpen.
(Charakterbild von Beda Weber .)
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Die Hügelwelle, welche daS weißschimmernde Klrchlein zur heiligen Magdalena,der einsamen Büszerin, trug, sank im reichen Genusse der Mittagssonne hinunter zumtosenden Thalbache, welcher seine grauen Wogen durch ein verwildertes Dickicht vonWald, Steingerölle und FelSvorsprüngen in den Eisack fort rollte, ungefähr in derMitte deS Abhanges mit dem Hofe des WaldbaumannS auf hellgrünen Wiesen ge-schmückt, ringS mit Laubholzwaldung, Quellengeriesel und heimlichen Brutstellen ganzbedeckt, und durch ihre Lage von den rauhen Stürmen deS Nordwindes gesichert.Daher lebten auf diesem Bcrgabhange eine große Menge von Vögeln aller Art,Drosseln, Kernbeißer, Strandschneppen, Wildtauben, Feld-und Steinhühner mit ihremkunstvollen Haushalt und ungestörten Nestern seit langen Jahren. Der Dorscaplan,diese Mit dem Leben der Natur innig vertraute Seele, nannte dieses Revier seinen„herrschaftlichen Park" und die Vögel „seine guten Hosbauleute." Er wußte alleNester, und studirte mit Emsigkeit die Weisheit und Kunstfertigkeit der gefiedertenWaldbewohner. Er brachte süße Leckerbissen, allerlei Gesäme, Brodkrumen und AniS-körner mit, die von den Vögeln fleißig gesucht wurden, und die Erscheinung deSWohlthäters bald erwünscht machten. Kaum erblickt auf den Vorhügeln, weckte erdaS schrille Pfeifen deS Waldes. Die Vögel kamen zahm an ihn heran und grüßtenihn. Er faßte mit unermüdlicher Sorgfalt die Eigenthümlichkeiten der Vögel auf, undwußte die schönsten Geschichten zu erzählen von ihrer List und Klugheit, von ihremlauten Denken und Empfinden, von ihren Boreltern und KinveSkindern, daß es einewahre Lust war, dem süßen Erzählen zuzuhören, wie ein Vogelroman aus dem an-deren sich entspann, und der Reichthum eines einsiedlerischen MenschengeisteS aus dielehrreichste Weise in'S Reich der Walbsänger sich verlor. Im Winter gab eS an ge-wissen WaldeSstellen, an stets offenen Brunnen wohlbekannte heitere Plätze, aufdenen er vorsorglich Futter auSsäete und die lieblichen Gäste und Nachbarn mit seinerPerson ganz vertraut machte. Wenn er zögerte, kamen sie bis an seine Fenster heranund verlangten pickend ihre schuldige Tageskost. Ja, wenn er bisweilen verreisend,vergessen hatte, so mußte die HauSmagd, eine Schwester deS CaplanS, den gewöhn,lichen Tribut an die Vögel erlegen; so emsig und unermüdlich hatten sie daS Pfarrhausumkreist und umzwitschert. ES war deßhalb gar nicht verwundersam, daß der Krankeauch in seinem jetzigen Fieberzustande der Vögel nicht vergaß, und die löblichen Träumeaus seinem „Parke" entfaltete. Die Vögel hatten von rer Krankheit'ihres Freundesgehört, und waren vor ihm erschienen voll Theilnahme und Mitleid. Er blickte michseelenvergnügt an und sprach: „WaS diese lieben Vögel für ein süßeS Geschwätzverführen. „Du bist unser viellieber, unser bester Freund," lispeln sie unaufhörlich,„dein Angesicht leuchtet uns lustig an wie der Strahl der aufgehenden Sonne, deineStimme klingt uns in'S Herz wie der Hauch deS MaiwindeS, wenn er durch Kirschen-blüthen schwärmt. Aber einer ist noch lieber und süßer als du, Christus der Herr,wenn er Morgens durch unsere stillen Waldgründe wandelt, unsere Nester segnet, undalles Leben umathmet mit seiner himmlischen Liebe. Ach, da säuselt jedes Blatt am