Ausgabe 
13 (22.5.1853) 21
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Dr. Sanderhöchst einfältige Menschen". Derlei Prävikate verdienen Dankadressenund Ehrenbecher. Inzwischen ist Herr Dr. Sander selbst hinter daS Geheimnißgekommen, und die 1WO Gulden mögen denn endlich flüssig werden. Er sagte:Merkwürdig indeß bleibt eine Thatsache: Nachdem AbendS am 16. August 1773dem General der Jesuiten und seinen Assistenten, wie auch den übrigen Jesuiten inRom das päpstliche AufhebungSdecret bekannt gemacht worden war, sah man AbendSam 13. August auö den Schornsteinen des deutschen und deS ungarischen Jesuiten -CollegiumS einen dicken Rauch aufsteigen und die angestellte Untersuchung ergab, daßeine Menge von Schriften und Büchern verbrannt war." Damit wäre die Sachebewiesen und die 1vl)t) Gulden wären an Herrn Dr. Sander zu senden,til m,4 ,01 .,,IÜÜ, jkMnHtm Z(!»i.'I(Z yMil!!in5 )> ii> ,'<A' !-i'i»r>tS »ikl Iii

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Augsburg , 18. Mai. So eben komme ich von der kirchlichen Feierlichkeitzurück, welche der Verein der heil. Kindheit in der St. Morizkirche veranstaltethat. Ich muß gestehen, daß ich meine Erwartungen noch übertroffen fand. Altar,Kanzel und Kirche prangten im reichen Schmucke von Blumen- und Blättergewinden.Ueber dem Tabernakel war ein liebliches Bildniß deS göttlichen Kindes angebracht.Eine unabsehbare Reihe von Knaben und Mädchen, geführt von ihren Lehrern undLehrerinnen, füllte die Räume deS freundlichen Gotteshauses, in welchem nur dieSeitengänge noch Platz für Erwachsene boten. Die gemütherhebende Feier begannmit einer ergreifenden Predigt, in welcher der hochw. Herr Katechet R. Koch, derunermüvliche Beförderer dieses schönen Vereines, der versammelten Kinderschaar inlebendiger Weise anschaulich machte, wie ties das Elend der Heidenkinder, besondersder chinesischen, und wie unendlich groß daS Glück der Christenkinder sey, und wiedie Letzteren ihre innige Dankbarkeit dasür in recht segensreicher Weise bethätigen können,wenn sie, um jenen zu Hülfe kommen, gleich den heiligen drei Königen, dem liebenJesukinde Gold, Weihrauch und Myrrhen darbringen, indem sie aus lauterer Liebe zumgöttlichen Kinde und zu den armen Heidenkindern allwöchentlich ihre Pfennige opfern,am liebsten solche, die sie sich am Munde abgespart haben, indem sie ferner allabendlichfür die armen Heidenkinder und für sich selber ein recht andächtiges Ave Maria mitdem Beisatz: »Heilige Maria und heil, Joseph bittet für uns und die armen Heiden-kinder" beten, und indem sie endlich mit Beharrlichkeit alö lebendige Mitglieder desVereines der heil. Kindheit sich bewähren. Nach der Predigt wurde daS Segenliedgesungen und der heil. Segen gegeben, während etwa 40 weißgekleidete, rosenbe-kränzte Mädchen mit brennenden Kerzen, wie eine Engelschaar, um den Altar inweitem Halbkreis knieeten. Sofort wurde eine schöne, dem Feste angemessene Litaneivorgebetet, und eS folgte sodann eine heil. Messe, während welcher die Kinderschaarfromme Lieder, wieGelobt sey JesuS Christus ",Süßer Jesuö laß dich grüßen"sang. Nach Beendigung der heil. Messe wurde noch daS erhabene Lied gesungen:Großer Gott, dich loben wir," und mit dem heil. Segen daS herrliche Fest beschlossen,welches in den Gemüthern der Kinder und wohl auch der Erwachsenen einen tiefenEindruck hinterlassen wird. In den aufgestellten Opferstock fielen, wie eS schien,reichliche Gaben, denen der Segen Gotteö nicht fehlen kann, weil sie auS unbeflecktenHänden kommen. Nachschrift. Wie wir hören, waren bei dem schönen kirch-lichen Kinderfeste in der St. Morizkirche die Knaben und Mädchen aller katholischenSchulen unserer Stadt betheiligt, mit Ausnahme der Knabenschulen der Dom- und

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