Ausgabe 
13 (29.5.1853) 22
Seite
169
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Dreizehnter Jahrgang.

Sonntags-Beiblatt

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Augsburger Postzeitung.

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29. Mai. 22. 1^853.

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Die Erzherzogin Maria von Steiermark,

Mutter Kaiser Ferdinand des Zweiten.

RededeSHofrathSundReichShistoriographenvi-. v. Hurter-Ammann,gehalten in der Plenarv er sammlungveS Wiener Central.SeverinuS-

vereins am 28. April 1853.,

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(Schluß.)

Jede äußere Bethätigung war aber bei Maria nur der wahrnehmbare Ausdruckder im Innern wohnenden Gesinnung, ein ununterbrochen angewenveteS Mittel zuderen Erhaltung und Kräftigung. Diese ist der spruvelnde Quell, der bei allenBegegnissen, so freudigen als schmerzlichen, in seinen reinsten Ergüssen hervortritt;sie ist'S, die der Weltanschauung Mariens Bahn und Ziel weist. Kamen tröstlicheBerichte auS dem Feldlager, so hatten nicht Menschen das Erfreuliche vollführt, son-dernaugenscheinlich" allein Gott es geleitet; drohte Gefahr, so hoffte sie auf GotteSErbarmen, daß er die Seinigen nicht verlassen werde. Er macht Alles wie er will,pflegte sie zu sagen, daher muß man auf ihn vertrauen, nicht immer Rücksicht aufdie Leute nehmen. Auf den Reichstag setzte sie in deS Landes Bedrängniß durch dieTürken alle ihre Hoffnung, weit mehr aberaus Gott ; denn der Ewige weiß wohl,waS gut, waS am besten ist." AIS sie im Jahre 1595 unter steter Gefahr vor dendurch Ungarn nach allen Richtungen streifenden Türken mit ihrer Tochter nach Sieben-bürgen ziehen sollte, befahl sie sich in wohlbcgründeler Furcht Gott , der mit seinenheiligen Engeln ihr Begleiter und Schützer, woneben aber menschliche Begleitungimmer nicht überflüssig seyn werde. Solchen Aeußerungen, die wie die milden Strahleneines hellen Lichtes auS den Tiefen ihres Gemüthes bei jeoer Veranlassung aus-strömen, begegnen wir in manchen ihrer Briefe.

Sie machte während ihres Lebens verschiedene gotteSdienstliche Stiftungen, umso bereitwilliger, wenn sie Zwecke der Wohlthätigkeit damit verbinden konnte. Schonim Jahre 1578, am ersten Sonntag nach dem Dreifaltigkeitsfeste, stiftete sie eineMesse, die alle Samstage in der Pfarrkirche zu Grätz vor unserer Lieben FrauenAltar, daneben an dem Vorabend jedes Marienfestes eine Vigilie sollte gehaltenwerden, weil sie als Unwürdige der Gebenedeieten Namen trage. Dieses befahl sieden Jesuiten an und überwies ihnen dafür 15V Pfund ewigen ZinS. Aber nur zehnPfund sollten zur Zier der Litanei und Processton gelten, 20 Pfund an arme Schü-ler vertheilt, für 120 zwei solche stetö unterhalten werden.

Mäßigung erlaubter Genüsse, eine gewisse Strenge deS Lebens hat als unzer-trennbares Wahrzeichen einer ernsten Gesinnung, eineS zu höher» Dingen gewendetenGemüthes von jeher und unter allen ReligionSgesellschaften gegolten, die nicht eine