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Gleich ihrer Schwägerin, der verwittweten Kaiserin, und deren Töchtern, Ma-rien« Muhmen, Elisabeth, König Carls IX. von Frankreich Wittwe, und Marga-retha, deren die erste, wie so viele fürstliche Frauen, in den dritten Orden des heiligenFranz getreten war, die andere zu Wien daS Königskloster gestiftet und in dasselbestch zurückgezogen hatte, die dritte in voller Jugendblüthe den Nonnenschleier denKronen von Spanien und beider Indien vorzog, gedachte auch Maria, wenn einst inihrem Sohne ^dem Lande ein Regent, seinen minderjährigen Geschwistern ein Vaterwürde herangereift seyn, in ein Kloster stch zurückzuziehen. Schon am Ende deS Jahres1597, als Ferdinand seinen Beichtvater nach Rom schickte, um für die Dispense zurEhelichung seiner Base zu danken, mußte derselbe dem heiligen Vater den Wunschder Erzherzogin ausdrücken: dannzumal, wenn deS Sohnes Sachen gefestigt, mithindringlichere Verpflichtungen von ihr genommen wären, unter Klosterfrauen leben zudürfen. Anfangs hatte sie ihr Auge auf Hall in Tirol geworfen, wohin die Erin-nerung an die Schwägerinnen sie ziehen mochte. Bald jedoch neigte stch ihre Vorliebezu dem Orden der heiligen Clara, also daß sie schon im Jahr 1594 das Gewanddesselben sich verfertigen ließ und eS in einer wohlverschlossenen Lade auf allen ReisenstetS mit sich führte. Niemand wußte darum als ihre geheime Kammerfrau ; da aberdie Erzherzogin jederzeit bei vem Verpacken mit einer gewissen Aengstlichkeit nachfragte,meinte das übrige Gefolge, dieselbe müßte ihre werthvollsten Kostbarkeiten enthalten.In Beziehung auf die Erzherzogin selbst hatte eS wohl recht. Dennoch lag nebendem OrvenSgewand und einem kleinen, in dasselbe gekleideten Bilde in dem verschlossenenBehältniß nicht» anders als die schriftliche Erklärung: wo immer und wie unvor-gesehen der Tod sie ereilen möchte, so wolle sie in diesem Gewände beerdigt werden.
Wie sie durch deS SobneS Festigkeit die kirchliche Herstellung in dessen Länderndurchgeführt sah, und wie nach Verbannung der Prädikanten und Lehrer das bisherigeunkatholische Schulgebäuve und daS daran stoßende BethauS zu Grätz, einst als Spitalund Eapelle, in alier Heiligen Ehre geweiht, zwecklos standen, warf sie zu beabsich-tigter Stiftung eines Klosters ihr Augenmerk auf diese Baulichkeiten. Es schien ihrverdienstlich, die Stätte, von der einst unter so großem Erfolg die Anfechtung derKirche ausgegangen war, in eine solche zu verwandeln, von welcher täglich daSLob GolteS erschalle. Deßwegen machte sie den Landständen, deren unentrisseneSEigenthum die Gebäude fortan geblieben waren, den Antrag, dieselben käuflich ansie abzutreten. Diese aber überließen ihr dieselben als Geschenk. Sofort wurden dieerforderlichen Einrichtungen getroffen, des Papstes Bestätigung für die neue Stiftungverlangt, daS Innere, vornehmlich aber die Kirche, mit solcher Sorgfalt ausgestattet,daß der Bau deS NamcnS eines KönigSklosterS für würdig erachtet ward. Schonam 10. November 1602 konnten fünf geistliche Jungfrauen und ebenso viele Novi-zinnen aus St. Jakob am Anger zu München dort eintreffen. Die Erzherzogin warbei ilirer Ankunft so hoch erfreut, daß sie selbst für die Kommenden den Tisch zudecken und die Betten richten half und mit ihnen daS Mahl nahm. Am l. Juli desfolgenden JahreS fertigte sie gemeinschaftlich mit dem Sohn den StiftungSbrief auS,kraft dessen den Schwestern jährlich und in vierteljährigen Würfen, „auf ewig zuverstehen," 3000 Gulden aus dem Hall- und Salzantt Auflee (dem Pfand für derErzherzogin Eingebrachtes) sollte bezahlt werden, welchem Ferdinand noch andere 2000Gulden von ebendaher beifügte. Dann übergab ihnen Maria noch daS Dorf St.Margaretha bei Marburg sammt zwei erkauften Weingärten. Sie setzte die Zahlder Jungfrauen auf 36 unter einer Aebtisfin. Dabei getröstete sie sich ihres .,herz-liehen Sohnes, seiner Erben und Nachkommen," daß sie ihr GottcShauS „durchausnicht betrüben, sondern es vielmehr vor aller unbilligen Zumuthung jederzeit ernstlichschützen würden." „Wofern sie darwider etwas fürnehmen, oder solches Andernwissentlich zugeben wollten, möchten sie ermessen, wie heftig sie hirdurch den Aller-höchsten erzürnen , alle seine lieben AuSerwählten bewegen und UnS selbst gar in jenerWelt betrüben würden." — Den Klosterfrauen war auferlegt, für alle Fürsten derHäuser Oesterreich und Bayern , Lebendige und Abgestorbene, und für „Beschützung