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dieser Länder vor des grausamen Türken Macht täglich zu beten, daneben alle Qua-tember ein VIgil und Requiem zu halten, an diesen unter alle Arme jederzeit eineSpende von 50 Gulden zu vertheilen." Durch Ferdinands Veranstaltung wurde balddarauf das Kloster durch alle Stockwerke und in seinen vornebmsten Räumlichkeitenmit-Wasser versehen, mittelst einer Maschine aus der Mur dahin geleitet.
Die Sorge um ihre unerzogenen Töchter legie aber der Erzherzogin Verpflich-tungen auf, welchen sie daS Uebergewicht vor persönlicher Neigung einräumen mußte.Hätte sie vic letzte derselben, die Erzherzogin Magdalcna, nach Florenz begleitenkönnen, dann würde sie wahrscheinlich nach der Rückkehr ihren Vorsatz, in diese geist-liche Gemeinschaft einzutreten, ausgeführt haben. Inzwischen brachte sie doch, undhäufig gemeinschaftlich mit ihren Töchtern, manchen Tag in derselben zu. Obgleichsie sich in dem Kloster zwei Gemächer mit ausgezeichnetem Gerüche hatte Herrichtenlassen, in denen sie gewöhnlich dann, wenn sie die Erzherzoginen mitnahm, deS TagSüber sich aufhielt, wählte sie doch für die Nacht eine gewöhnliche Novizenzelle in demgemeinsamen Schlafhauö. an deren Thüre von außen'daS gewohnte Täfelchen hingmit der Aufschrift: „1603. Schwester Maria, Erzherzogin." Dann stand sie um elfUhr auf, ging mit den Andern in den Chor, und trug, wenn die Kammerdienerinnicht sogleich zur Hand war, ihre Laterne selbst, duldete auch nicht, daß eine Kloster-frau ihr leuchte; „denn im Kloster bin ich eine Schwester, wie jede andere." AISsolche erwieS sie sich auch in allem Uebrigen. Sie arbeitete mit den Andern, schürztesich wie eine Magd , reichte den Schwestern daS Wasser zum Händewaschen, trug dieSpeisen aus den Tisch, unterzog sich selbst den gemeinsten Küchendiensten und ließ sichgefallen, waS irgend deS Klosters Ordnung erheischte; denn nicht sowohl Mutterunter Töchtern, als Schwester unter Schwestern wollte sie seyn. Aber mit allem Pompeiner Fürstin umgab sie sich, so oft sie unter Zulauf der ganzen Stadt verlobte Jung-frauen dahin führen konnte. »Geht, sagte sie dann, ihr Himmelsbräute, genießteures GlückeS, wenn zwar ohne mich, doch durch mich; einst als alte Frau werdeauch ich in eure Fußtapsen treten und mich nicht schämen Schülerin zn werden, woick Meisterin hätte seyn sollen." Die Freude, ihres Bruders Ferdinand Tochter,Maria Beata, Gräfin vom Wartenberg, als achtjähriges Mädchen diesem Klosterübergeben, nach sechs Jahren eingekleidet zu sehen (worauf sie nach weitern neunzehnJahren die zweite Aebtissin wurde) hat Maria nicht mehr erlebt.
In ihrer Zuneigung zu dem Orden der heil. Clara beschränkte sie sich nichtallein auf die Stiftung deS Klosters zu Grätz, sondern auf ihren Antrieb und unterihrem Mitwirken geschah eS, daß die Schwestern desselben zu Mailand auS einem engenHause in ein räumliches versetzt wurden, und deßwegen an Zahl zunehmen konnten.Ebenso verschaffte sie denjenigen in Ungarn , welche der steten Kriege wegen oft vonOrt zu Ort sich flüchten mußten, einen gesicherten und bleibenden Wohnsitz in PreSburg.
DaS sind Bethätigungen der Gottesfurcht und der Gottesinnigkeit sowohl inder Richtung nach Oben, als in ihrer Beziehung auf Festigung der eigenen Anschauung,Ueberzeugung und Lebenswärme. Aber Kiese Bethätigungen, soll ihnen ein wahrer,ein zweifelloser Werth zugesprochen werden, müssen auch nach Außen offenbar werden,gemäß jenem AuSspruch deS ewigen Wortes der Wahrheit: „ein guter Baum bringtgute Früchte, und: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen." Deßhalb würdigenwir an denjenigen, die nicht von der Welt sich zurückgezogen'haben, nicht bloß dieStufe der Beschaulichkeit, die von ihnen erstiegen worden, sondern eben so sehr undmit gleichem Recht fragen wir nach den sichtbaren Wirkungen derselben auf demwciten Gebiete der christlichen Liebe. Wie in solchen dießartigen Erweisen die Erz-herzogin Maria nicht minder thätig sich gezeigt, nicht minder reich sich bewährt habe,als in allen Manifestationen eines tiefen Gemüthslebens, daS gedenke ich den verehr-testen VereinSgenossen zu anderer Zeit zur Kenntniß zu bringen.-'''! üi-Ätz H'?!'."? 5n>! '-ü. -! ./,^! ^ .n>NB'<n)5uK m<i»it »rttH »llr> . k»lNÜjss§ ryAKMiü> > tg,Z»'»juü ^ .".-,>Zi«vl ,,;<Zinn <j ,l,Z9
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