Vrey-Hnter Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
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5. Juni. H^- 1853.^_ ^ _
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A g r a m.
Rede des hochw. Herrn ErzbischofS Georg Haulik von Varallya beiGelegenheit der Inthronisation.
Agram, 15. Mai. Die Rede, welche Se. Excel!, der hochw. Herr ErzbischofGeorg Haulik von Varallja bei der Installation am 8. d. M. gehalten, lautet nachder Uebersetzung der „Agr. Ztg." wie folgt:
„Ew. Eminenz I Hochwürdigster Herr Cardinalpriester der heiligen römischenKirche, Erzbischof und apostolischer Nuntius! Hochwürdige Brüder und vielgeliebteSöhne!"
„Sowohl einzelne Menschen, wie Städte, Königreiche, Kaiserreiche, zählen imVerlaufe ihres SeynS hie und da zuweilen einige Tage, die ihnen besonders günstigfind; Tage, wie sie die alten Thrazier nach dem Zeugnisse deS PliniuS durch weiße,in eine Urne gelegte Steinchen dem Gedächtnisse der Nachkommen zu empfehlenpflegten. Der Tag daher, der für unser Vaterland, die Gemeinde, die Kirche undden Klerus AgramS mit den weiszesten Steinchen bezeichnet werden muß, ist zweifels-ohne der heutige Tag."
„Wenn wir auf den ersten Ursprung deS Vaterlandes zurückblicken, erblickenwir eS unter eigenen Königen, berühmt zwar durch kriegerischen Ruhm, doch durchBürger- und auswärtige Kriege derart bewegt, daß bei dem ewigen Waffengeräuscheweder die Musen sich dauernde Wohnsitze schaffen, noch die Künste der Ceres erblühen,noch auch den Volkssitten jene milderen Formen verliehen werven konnten, welcheauf das Schicksal des Menschengeschlechtes einen so wohlthätigen Einfluß zu übenpflegen. Mit einem Worte, wir erblicken in jener Zeit unsere Vorfahren eingehülltin die Finsterniß deS HeidenthumS; beraubt aller, selbst nur Erleichterung deS zeit-lichen LebenS und die Hoffnung auf eine künftige glückliche Ewigkeit verleihendenMittel, die nur das wohltlMge Licht deS christlichen Glaubens den Sterblichen zugewähren vermag. Unmittelbar darauf durch das himmlische Licht deS Evangeliumsaufgerichtet und schon zu Ende deS eilften Jahrhunderts mit der Krone Ungarn ver-eint, erlebten sie glücklichere Zeiten, obschon sie auch späterhin noch mit harten Wechsel-fällen deS Schicksals und zahllosen Gefahren kämpfen mußten. Unter diesen genügeeS der ungeheueren Verwüstung zu gedenken, welche die Einfälle der Tataren in dieseLänder zur Folge hatten und die so groß war, daß sie das Volk mit der äußerstenVertilgung zu bedrohen schien. UebrigenS wurde diese Art von Unglück, was ins-besondere dieses unser Vaterland anbelangt, nicht wenig dadurch gemildert, daß Europa von dieser Pest gerade durch jene gänzliche Niederlage befreit wurde, welche die hel-denmüthige Tapferkeit der Kroaten jenem barbarischen Volke beibrachte. Aber auchals in dem späteren Verbände mit Ungarn unsere Vorfahren sich unter den gastlichenFittigen deö österreichischen AareS geschaart hatten, mußten sie herben Mißfällen auö-