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gesetzt seyn. Im Anfange schlug ihnen die anschwellende Macht des türkischen Reichesfurchtbare SchmerzenSwunden und brachte unsägliches Elend. Dazu gesellten sichBürgerkriege und blutige in Ungarn und Siebenbürgen entsprungene Aufstände, sodaß das Blut der Kroaten keine andere Bestimmung zu haben schien, als für dieheilige Religion, den König und das Baterland, so wie zur Abwehr jener furchtbarenVerödung von den inneren Gegenden Europas zu fließen, mit welcher die Wuth derMuhamedaner sie bedrohte. Inmitten dieser Gefahren jedoch erfreuten sich unsereVorfahren dennoch deS Trostes, welchen daS sichere und süße Bewußtseyn erfüllterPflicht dem Gerechten gewährt. daS Bewußtseyn der unerschütterlichen Treue für Gottund den rechtmäßig angestammten Fürsten. Und gerade diese ihre Anhänglichkeit andie Kirche, diese ihre unerschütterliche Treue, war eine der Hauptquellen ihrer Leiden,die sie im längeren Verlaufe der Zeiten und selbst bis auf die neueste Gegenwartbei der Wahrung ihrer durch die redlichsten Mittel erworbenen und beinahe durchzahllose GesetzeSsanctionirungen bestätigten Rechte erfahren mußten, wessen ich wederum den Schmerz zu erneuern, noch um irgend Jemanden einen Vorwurf zu machen,sondern gewissermaaßen durch die Nothwendigkeit angetrieben gedenke, um so mehr,da ich selbst als Diener der Lehre deö Friedens und der Liebe nichts inniger wünschenkann, als daß jegliche Erinnerung an vergangene Mißklänge zwischen zwei Völkern,die im Laufe so vieler Jahrhunderte gegenseitig eng verbunden lebten, mit einemewigen Schleier bedeckt und gegenseitig aufrichtige Vergebung der Fehler geboten undgewährt werde."
„Jener glückliche Erfolg der k. !. Waffen, durch welchen die revolutionäreHyder, die beinahe ganz Europa verheerte und schon zu verschlingen drohte, jüngstgänzlich niedergeworfen und in ihre scheußlichen Höhlen verbannt wurde, hat auchdiesen Uebeln endlich ein Ziel gesetzt."
„In dieser neuesten, vor unseren eigenen Augen entstandenen Regelung derMonarchie hat unser Vaterland, wenn wir seine politischen und juridischen Bezie-hungen betrachten, einen ehrenvollen Bestand und jene wahre Autonomie erlangt, jeneFreiheit, die einer SeitS seiner Nationalität entspricht, anderer Seits aber seine Eigen-thümlichkeiten dem Princip deS hohen GesammtreicheS coordinirt. Dieser würdevolleBestand bewirkt, daß eS einen eigenen Edelstein in der österreichischen Krone bildet;einen Edelstein, der zwar nicht durch seinen Glanz und den kunstvollen Schliff, wohlaber durch seinen inneren Werth und besonders durch die Größe der Vertheidigungs-mittel, die er dem Kaiserreiche darbietet, gewiß nicht die letzte Stelle in Oesterreichs Diademe einnimmt, Kroatien wetteifert nämlich mit den anderen Provinzen, um jeneGrundlagen zu consolidiren, durch welche der große Gesammtkörper der Monarchiegestützt wird, wohl wissend, daß bei einem schwachen Körper die einzelnen Theile sichkeines vollkommenen HcileS erfreuen können und daß der Ruhm eines starken Körpersauch auf seine einzelnen Theile überströmt."
„Eine Zierde mangelte jedoch noch unserem Vaterland zur Fülle seiner Würde:daß eS nämlich auch in kirchlicher Beziehung seine UnaHängigkeit erlange, und dahereine eigene kirchliche Provinz bilde, der Autorität des Hauptes der Kirche alleinunterworfen. Dieses edle Geschenk verleiht ihm der heutige Tag. Wird sodann irgendJemand es wagen, ihn nicht unter die glücklichsten Tage zu zählen, den die vater-ländischen Annalen in ihren Listen verzeichnet haben? Glaube übrigens Niemand,daß durch diese Unabhängigkeit jene Bruderliebe, die unS an die würdigen PrälatenUngarns bis jetzt gebunden, irgend einen Schaden erleiden werde. Gewiß liegt dieseAbsicht unseren Herzen weit entfernt, da wir sattsam überzeugt sind, daß wir nichtallein mit Ungarns Kirchenfürsten, mit denen wir im Laufe langer Jahrhunderte durchdaS gemeinsame Band der Anhänglichkeit verbunden waren und ihnen dankbar ver-pflichtet sind, sondern auch mit allen übrigen der sämmtlichen Monarchie, ja derganzen katholischen Welt durch die Bande brüderlicher Liebe, deS Zutrauens und deSaufrichtigen Wohlwollens verbunden seyn müssen, nicht minder als wir mit ihnendurch die Einheit des Glaubens verbunden find."