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„„Ein wehmüthig freudiges Gefühl, schreibt G. K. an den Spielberger Straf-hauSseelsorger, durchbebt alle Bewohner dieses unglücklichen Hauses, in welches derallgütige Erbarmer durch die Verkünder seines heiligen Werkes den Frieden gesandthat, den die Welt nicht geben kann. Vergebens würden alle Reichthümer der Erdeaus ihn verwendet worden seyn: sie beleben nicht ein zertretenes blutendes Herz. DieLiebe allein, jene unendliche Liebe unsers göttlichen Heilandes konnte solche Wunderbewirken, ja wirklich Wunder! Die taub waren für das Wort Gottes, sie hören eSjetzt mit Freuden an! Die blind waren und nicht sahen ihre Sünden und Gebrechen,eS sind ihnen die Augen aufgegangen! Die lahm waren zu allem Guten, sie werdenmit der Gnade Gottes rüstig vorwärts schreiten! Die Aussätzigen an der Seele, siewerden gereinigt durch das heilige Sacrament und Allen wird das Evangelium derLiebe und Barmherzigkeit gepredigt!""
„Und so glauben Wir denn durch diese Mittheilung über den Erfolg der Missionauf dem Spielberge auch einer Pflicht genügt zu haben, da Wir der Ueberzeugungsind, daß Unser ehrwürdiger Klerus sie benützen wird, um nicht nur die getreuen Gläu-bigen in ihrer Anhänglichkeit an die Kirche zu festigen, sondern auch die Zaghasten,die etwa ihrer Sünde wegen in allzugroßer Furcht und zum Mißtrauen gegen diegöttliche Barmherzigkeit versucht seyn möchten, zu trösten und aufzurichten und dennoch obwaltenden Vorurtheilen gegen die Missionen wirksam entgegenzutreten. Uebri-genS erkennen Wir mit Freuden die Unterstützung an, welche dem Werke der Missiondurch die Vorsteher des Hauses, namentlich durch die zarte Aufmerksamkeit und dastreffliche Beispiel des Herrn Obervorstehers Abrahamowicz v Adelburg zu Theilwurde, wie auch die Haltung der Wachmannschaft und ihre Betheiligung an denheiligen Uebungen und beim Empfange der heiligen Sacramente sehr lobenSwerth war."
Aböle Gorbie.
Wenn uns das Leben der Heiligen erbaut und zur Nachahmung ermuntert;wenn uns ihr Beispiel zur Liebe Gottes und zum Dienste Maria's aneifert und inuns Großes für Gott zu thun anregt, bleibt eS nicht minder ergreifend und oft heilsamder Seele, von dem Leben und Sterben frommer Kinder zu hören; ja, gewiß kannein fühlendes Herz nicht ohne Rührung über die Barmherzigkeit Gottes nachdenken,die selbst in so jungen Herzen schon so Großes wirkt, und die Worte in Erfüllunggehen sieht: AuS dem Munde der Kinder will ich mir Lob bereiten. Kinderherzensind empfänglich, die Eindrücke von außen aufzunehmen, und diese Eindrücke wirkenoft für späte Zeiten gut oder schlecht, — darum hüte man sich, eines dieser Kleinenzu ärgern. AuS dem Kloster unserer lieben Frau zu den Vöglein ist eine kleine Bio-graphie solcher durch Frömmigkeit besonders ausgezeichneter Zöglinge aufgezeichnetworden, als bleibendes Andenken und ermunterndes Beispiel für Alle, die mit undnach ihnen in diesem Hause erzogen wurden, und so haben wir denn das Leben dieserkleinen Adele Gorbie gewählt zur Erbauung für Groß und Klein.
In diesem ausgezeichneten Kinde bemerkte man frühzeitig eine zarte Andacht zurheil. Jungfrau, glückliches Vorzeichen besonderer Gnaden, die Gott dann solchen Seelenmittheilt. In einem Alter von drei Jahren belebten unv verklärten sich ihre kleinenZüge förmlich, sobald man von Maria sprach, und schon damals versuchte sie es,kurze Gebetlein zu sagen, um sie kindlicher Weise zu verehren. — Als eines TageSihre Schwestern einen Besuch bei einer bekannten Klosterfrau abstatteten, war eS einrührender Anblick, die kleine Adele während der ganzen Dauer deS Gespräches zuFüßen einer Statue der heil. Jungfrau knieen zu sehen, die sie in dem Saale bemerkte.Mit acht Jahren in dem Kloster aufgenommen, verkündete sie glückliche Anlagen, vielSanstmuth, frühreife Vernunft, ein von Natur zur Frömmigkeit geneigtes Herz. IhreAndacht zur heil. Jungfrau, weit entfernt zu erkalten, vermehrte sich im Gegentheiltäglich, wie man eS aus einem Schreiben sehen kann, welches sie in einem Alter von