Ausgabe 
13 (5.6.1853) 23
Seite
184
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

184

Menschen, wie seyd ihr unglücklich in eurer Blindheit! Habe Erbarmen mit ihnen,o Herr I" Ihre Schwäche nahm jedoch immer zu, nur ängstliche Convulsionengaben noch Zeugniß von ihrem Leben, bis endlich in der Nacht vom 6. zum 7. Junider liebe Gott die ersehnte Himmelsthüre ihr öffnete und sie mit dem lieblichenLächeln, welches ihr im Leben eigen war, von der Welt Abschied nahm. Alles warRuhe, heiterer, ewiger Friede um diese kindlich jungfräuliche Leiche, die trauernd um-geben von ihrer Familie in Begleitung aller Bewohner des OrteS zur letzten Ruhegetragen wurde. Betrauert von Allen im Kloster, zumal aber von den Marienkindern,denen sie mit so gutem Beispiel vorangegangen war, wetteiferten diese, ihr den letztenLiebesdienst in Opfern und Gebeten darzubringen.

Also endete das Leben dieses Mädchens, um aber fort zu leben in der Erinne-rung Aller, die sie kannten, oder die an ihrem kindlich frommen Leben Gefallen findenwerden.

MW ll

-N>,lM'-

B ?)M ,tsi5ii^iiKk

.kl 01 l/N

d'l!?N!'ki?'i, tt?^t>ill7'mi^'s n-ktt'llii üb'm <7mN -rinn so? ^li'tt »I

China»

DerStandard " vom 38. April enthält über den Aufstand in China folgendenmerkwürdigen Brief des hochw. I. I. Robert aus Nord - Carolina (VereinigteStaaten ), der einige Jahre als Missionär in China lebte:Ich höre", schreibt eran einen Freund,daß das eigentliche Haupt der Rebellion sich auf Hongkong be-findet, und Hungnama Saw Tschuen heißt. Vor fünf oder sechs Jahren kam ernach Canton, wo er mehrere Monate lang die christliche Religion studirte. SeineErhebung scheint nicht sowohl den Sturz der Regierung in Peking zu bezwecken, alsvielmehr ein Kampf für die Religionsfreiheit und auf den Sturz des Götzendienstesgerichtet zu seyn. Sein AeußereS hat nichts besonderes. Er ist 5 Fuß 4 bis 5 Zollgroß, wohlgebaut, hat regelmäßige Gesichtözüge und ausgezeichnete Manieren. Ersteht im mittleren Lebensalter. Während seines hiesigen Aufenthaltes (in Canton?)gab er sich dem Studium der heiligen Schrift hin, aus welcher er täglich Stückeauswendig lernte. Seine Aufführung war tadellos. Er wünschte die Taufe, reisteaber nach Kwang-si ab, eh' er sich überzeugt hielt, zu ihrem Empfang vollkommenvorbereitet zu seyn. Bei dem ersten Besuch, den er uns abstattete, brachte er einigeVerse und andere von ihm verfaßte schriftliche Versuche über das Christenthum mit;die erste Kenntniß der christlichen Religion, erzählte er, habe er auS einer Abhandlunggeschöpft, die er in Canton erhalten, und dann aus einer Vision, die er währendeiner Krankheit gehabt, und die ihm die in der Schrift vernommenen Lehren bestärkthabe. Deßhalb glaubte er an den wahren Gott, und war eigens nach Canton ge-kommen, um den Willen des Herrn in seinem geoffenbarten Wort besser kennen zulernen. Wie ich höre, haben ungefähr 100,000 Menschen sich diesem Führer zugesellt,er ist bei dem Volke, das er mit Achtung und Wohlwollen behandelt, sehr beliebt."DerStandard " begleitet diesen Brief mit folgenden Betrachtungen:Wenn dieAngaben dieses Schreibens richtig sind, und wir haben keinen Grund daran zu zweifeln,so ist das eins von den beachtenswerthen Zeichen unserer Zeit. Man sagt: die Kaiserinvon China sey eine Christin, die Tochter eines Christen, und der Kaiser selbst mehralö zur Hälfte bekehrt. Ohne die Fehler (ei-imes sagt das englische Hochkirchen-blatt) der papistischen Misstonäre. wäre China wahrscheinlich schon seit hundert Jahrendem Christenthum gewonnen. Was auch das unmittelbare Ergebniß deS jetzigen Kampfsin China seyn mag, so viel ist klar, daß das fanatische AuSschließungösystem dieserNation einen Stoß erlitten hat, von welchem eS sich schwerlich erholen wird."

7y?M '-7? I5k>, > , M >»U'iMH!lK lllisili ilKiL .Zillos lIZsSMH lM)(tl

tntzMKS --Ni,, -.. , / ? ^IN 7 IIII «I/, ,l.nin5,m'l,V Slw ?(l5M «kllU

-

« M'lM'1

s>

m 'iw>.! , i!-^

ZlSl(jl ,IN7?l->. 1I',<Z <Zl

Gl> bst lil ,hn'i<Izy

-. > -.

Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags - Inhaber: F. C. Kremer.