Ausgabe 
13 (12.6.1853) 24
Seite
185
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Vr-yehnter Lahrgang.

Sonntags-Beiblatt

zur

Augsburger PaAMung.

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12. Juni. 1853.

Diese» Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Al>ouuement«prei«4V kr., wofür e» durch alle komgl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogru werde« kaun.

A g r a m.

Rede des hochw. Herrn ErzbischofS Georg Haulik von Varallva beiGelegenheit der Inthronisation.

(Schluß.)

Wahrlich, kein anderer Gedanke beschäftigt in diesem Augenblicke meine Seele,kein anderer Wunsch entflammt mein Herz, als daß die Würde deS von mir einge-nommenen Sitzes nicht durch meine Unwürdigkeil, die Wichtigkeit deS mir obliegendenAmtes nicht durch die Geringfügigkeit meiner Person irgend einen Schaden erleive.Ich bitte Euch daher, verehrte Brüder, Euch, würdigste Bischöfe der Kirche Kroatiens und Slavoniens, mit welchen bisher daS Bündniß aufrichtiger Bruderliebe mich ver-band und denen ich künftig durch deS Amtes Pflichten noch enger verbunden seynwerde, mit aufgehobenen Händen, Euch aber, vielgeliebte Söhne, die Ihr auch inZukunft mich als Euren Vorgesetzten ertragen müßt, ersuche ich vertrauensvoll, baßIhr meine Schwäche geduldig tragen und ihr in Eurer großen Liebe beispringen möget.Dieser Eurer Nachsicht glaube ich um so mehr zu bedürfen, als ich voraussehe, daßbei meinem vorgerückten Alter auch meine Fehler und Gebrechlichkeiten, wie es dieNatur deS Alters bedingt, sich immer mehren werden."

Aus diesem Allem, was ich zwar hinsichtlich der Wichtigkeit der Sache sehrunvollständig, hinsichtlich der Kürze der Zeit aber vielleicht auch etwas allzu ausführ-lich angeführt habe, erkennt Ihr, verehrungswürdigste Brüder und vielgeliebte Söhne,welch reicher Stoff der gerechtesten Freude unS Allen aus des heuligen Tages Fest-lichkeit erquelle; leicht aber könnet ihr auch begreifen, daß die Pflichten nicht geringsind, die aus Veranlassung dieses glücklichen TageS unS entspringen."

Denn schon jene Charakterfestigkeit, welche unsere LanvSleute während deS lang-jährigen Kampfes für diese Sache, so wie die Liebe, die sie für diese ihre ausgezeichneteKirche an den Tag legten, muß uns zu neuer Vaterlandsliebe anstacheln und in unsjenes Gefühl gegenseitigen aufrichtigen Wohlwollens gegen unsere Mitbürger und derDankbarkeit besonders gegen Jene erwecken, welche vor Anderen ihre löbliche» Bestre,bungen dieser Sache zuwendeten."

Unter diesen leuchtet gleich einem glänzenden Gestirne unser BanuS hervor, jenerMann, wie einen gleichen nicht jedes Zeitalter schafft, nicht jedes Land gebiert. JenerMann, der einer von den Wenigen ist, denen es vergönnt war, in diesen convulsi-vischen Zeiten durch heldenmüthige Tugenden, durch unerschütterliche Treue und edleAufopferung seiner selbst die wankenden Grundfesten der Monarchie zu befestigen, denThron zu stützen und die hohe regierende Dynastie von der drohenden Gefahr zu retten,jene Dynastie, die nächst Gott der Quell all unseres Wohlergehens ist. Es genügtediesem Manne nicht, unserem Vaterlande eine würdevolle Stellung zu verschaffen, erglaubte auch durch die unermüdete Unterstützung des Gesuches um die Erhebung deS