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Dankopfer darbringen und mit reinem HerzenStriebe jenes unbefleckte Sühnopfer darreichen,welches seinen unvergleichlichen Duft nie vor Dir verliert O gewähre, allgütigsterVater, daß diese neue Würdigung Deiner Gnade in unS, den Dienern Deiner Altäre,den Geist Deines SohneS wiever belebe, unsere Herzen entflamme zur Ausbreitungder Grenzen Deines Reiches, unsere Seele zu allen Kämpfen gegen die Mächte derFinsterniß stärke, den Durst nach der Mehrung Deines Ruhmes und des SeelenheileSschärfe und unS selbst immer mehr und mehr der Gnade und Heiligkeit überliefere."
„Gewähre den Obrigkeiten, gewähre Allen, welche der Leitung der öffentlichenAngelegenheiten deS Vaterlandes vorstehen, daß sie durch Religion, Frömmigkeit undTadellosigkeit deS Lebens Anderen zum heilsamen Beispiele bleuen, gib Deinen treuenVölkern KroaiienS und Slavoniens, daß sie wie ihre Vorfahren in allen schwerenZeitverhältnissen ihren Glauben unbefleckt bewahren und so für ewige Zeiten und mitganzem Herzen der katholischen Wahrheit anhängen, ja selbe in ihrer Gesinnung, inihren Handlungen und in ihrer ganzen Lebensweise ausdrücken; fest überzeugt, daß sieauf dem wogenden Meere der menschlichen Meinungen der einzige und sichere Ankerder Wahrheit, das einzige Rettungsboot im Schiffbruche sey, ohne welches der Schiff-brüchige untersinkt und das denjenigen, der es umklammert, und sey er von der hef-tigst?» Sturmfluth umwogt, in den Hafen des Heiles führt. Segne, o Herr, DeinErbe, welches Du durch daS kostbare Blut Deines Sohnes wieder errungen und dasDu vom Anfange her besessen hast. Erhalte in dieser, durch daS neue Geschenk DeinerGnade gestärkten Familie Deines Stammes den Geist der KindeSannahme, daß sie anGeist und Körper neu belebt Dir in alle Ewigkeit treu diene. Du aber, heiligsteJungfrau Maria, Mutter der göttlichen Gnade, deren mächtigsten Schutzes sich imLause so vieler Jahrhunderte diese Länder, diese Dköcese, diese Kirche zu erfreuenhatten, ihr heiligen Könige Stephan und LadiSlauS, die ihr unS stets mit Eurerwirksamen Fürbitte unterstützt habt, vermehrt, wir flehen Euch an, i» dieser ErhöhungdeS Eurem Schutze anvertrauten HeiligthumS Eure Vermittelungen."
Die Religion muß der industriellen Thätigkeit die rechte Richtung
und Weihe geben,
Hirtenbrief deS Cardinal-ErzbischofS von Lyonzur Fastenzeit 1853.
Wenn was immer für ein Ereigniß, eine Thatsache, welcher Natur sie auchseyn möge, durch die entferntesten Folgen zn dem Triumphe des Glaubens beizutragen,oder dessen Fortschritte zu hemmen vermag, so kann, geliebteste Brüder, die Religionkeine stille Beobachterin von dem bleiben, was um sie her vorgeht; ihre Stimme mußwarnen und rathen, um der zu befürchtenden Gefahr vorzukommen, oder um die Ent-wicklung deS Guten, welches sie hofft, zu beschleunigen.
Wollte sie sich begnügen, den Strom menschlicher Dinge zu ihren Füßen vorüber-gleiten zu sehen, ohne sich zu kümmern, ob jener Fruchtbarkeit oder Verderben mit sichbringe, so würde sie ihre Sendung auf Erde mißkennm, sie wäre nur die ungetreueBötin deS Himmels und würde zu gleicher Zeit gegen göttliches und menschlichesInteresse handeln.
Zum Heile der Seelen in diese Welt gekommen, darf sie für nichts gleichgültigbleiben, waS dieses erhöhen oder vermindern kann.
Als Diener dieser Religion haben Wir daher nicht die Beschuldigung zu be-fürchten, UnS der Würde eines Hirten zu berauben und das Heiligthum zn verlassen,wenn Wir in Mitte der industriellen Bewegung, welche unS mit sich fortreißt undwelche unsere Zeit charakterisirt, die daran theilnchmendcn Christen ermähnen, nichtetwa dieser Thätigkeit ihre Mitwirkung zu verweigern, sondern sich nicht davon be-herrschen zu lassen; nicht diesen rühmlichen GeisteSflug zurückzuhalten, sondern ihm dierechte Richtung zu geben; nicht diese Flamme des Genies, welche mit jedem Tage