Ausgabe 
14 (2.7.1854) 27
Seite
210
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Wir, einst wund und krank.

Zollen tiefsten Dank;Denn an dem LechesstrandJedermann Euch verstand.

O, nehmt den Dank, den vollen,

Aus tiefstem Herzensgrund!Die Thränen, die da rollen,Sie geben ihn Euch kund.Nach so schöner That,Nach gestreuter SaatEilt Ihr zur Ferne hin,Und mit Euch unser Sinn.

Wie wir Euch hart vermissen,

Weil ganz an Euch gewöhnt,So schon ein freudig GrüßenVon fern zu Euch ertönt.Nehmt des Dankes Zoll,Unser Lebewohl!Scheidend auch nehmt den Schwur,Auf zu dem Himmel nur!

Elisabeth («>«vl»),

Herzogin in Bayern, erste Königin von Ungarn . Blätter der Erinnerung an dieVölkerbeglückende Vermählung Sr. k. k. apostolischen Majestät Franz Joseph I. mitIhrer königl. Hoheit der durchlauchtigsten Prinzessin Elisabeth Herzogin in Bayern .Herausgegeben von vr. Johann Ranvlder, Bischof von Wcszprim, k. k. geheimenRathe und Kanzler der Königlin von Ungarn . Mit fünf lichograpylirten Beilagen:1. den heiligen Stephan, die heilige Gisela und den heiligen Emerich. 2. AeußereAnsicht der Giselacapelle in Weszprim. 3. Das Innere derselben Capelle. 4. Derungarische Krönungsmantel. 5. Ansicht der Stadt WeSzprim im Jahre 1593. K. K.Staatsvruckcrei. In Commission bei Seidel in Wien . Folio. In diesem prachtvollausgestatteten Werk wird die Vermählung Sr. Majestät des Kaisers und Königs vonUngarn vom katholischen und historischen Standpuncte auS, auf eine eben so sinnigeals erhebende Weise betrachtet. Der Leser wird in die Vorzeit Ungarns zurückversetztund die herrlichen Gestalten der Geschichte, welche daS ungarische Volk der Kirchegewannen, ziehen majestätisch an seinem Auge vorüber. Der heilige Stephan undseine Gattin, die selige Gisela, werden in ihren segensreichen Thaten dargestellt, undim Leben der Königin ein sehr wichtiger Moment in Bezug auf Ungarns Bekehrungzum ersten Mal hervorgehoben; nämlich die Erziehung Giselas (einer bayerischenHerzogin) durch den heiligen Wolfgang, Bischof von RegenSburg , der durch die groß-artige Wirksamkeit seiner seligen Schülerin sich in der That den Namen eines Apostelsder Ungarn erworben hat. Ist der reichhaltige, historische Stoff vom höchsten In-teresse, so dürfen nicht minder die Parallelen, welche aus demselben mit der Begeben-heit der Gegenwart gezogen werden, höchst sinnreich und gelungen genannt werden.Die Sprache ist meisterhaft gerundet und die kirchlichen und politischen Betrachtungen,die dem Terte eingewebt sind, beurkunden einen tiefen Blick in die gegemvämigeWeltlage. Nicht nur für den Ungarn und Oesterreicher , sondern für jeden Freundder Geschichte wird das Werk einen dauernden Werth haben. (W. Kirchenz.)