Ausgabe 
13 (21.8.1853) 34
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Affection der Leber complicirte Krankheit so in Lebensgefahr gekommen war, daß erdie Sterbsacramente empfangen mußte, am Abende des 2. März vollständig geheiltwurde, einzig und allein, weil er sich der verstorbenen Königin empfohlen und ihrGrab besucht hatte."

Es ist uns ferner ein Zeugniß übersandt von vier achtungswerthen Professorender Chirurgie: den Herren Campagnaro, Crispino, Festeggiano und Bergamo unter-schrieben. Alle vier sprechen von einer schweren Krankheit, die eine Klosterfrau, NamensMaria Assunta De Curtis an der linken Hand gehabt habe. Daö Uebel hatte allenMitteln, welche die vier Professoren angewendet, fünf Monate lang so widerstanden,daß Einer von ihnen schon befürchtet hatte, daß man zum äußersten Mittel der Am-putation schreiten müsse, wurde aber am 31. April d. I. von den genannten Pro-fessoren als ganz entfernt befunden; und was die Weise betrifft, so höre man, waSunser Korrespondent darüber schreibt."Die hier angeführte Heilung kam, wieich von verschiedenen Bekannten der Geheilten gehört habe, in folgender Weise zuStande. Die Krankheit war in drohendem Wachsthum und marterte die Krankegrausam. Am dreizehnten Tage seufzte sie bei ihren stechenden Schmerzen, als eine Freundinihr den Rath ertheilte, in neuntägiger Andacht mit einigen Gebeten die Fürbitte derehrwürdigen Maria Christina anzuflehen, und über den Verband der Hand ihr einkleines Bild derselben befestigte. Die Schmerzleidende bat, aber ruhig, ohne Enthu-siasmus, gleichsam ohne Verlangen, die Gesundheit zn erhalten, die ihr in Folge sehrfrommer Ergebenheit fast gleichgültig geworden war. Nach beendetem Gebete wandlesie sich an die Freundin und sagte ihr, daß sie keinen Schmerz mehr empfinde. Siewickeln die Hand loS und finden sie bis auf einige Glieder der Finger, die nochunbeweglich sind, geheilt. Jetzt wenden sie sich mit einem Glauben, der keine Cere-monien kennt, an ihre Beschützerin und sagen:Ihr habet die Gnade begonnenund müßt sie vollenden."" Sie berühren die Finger mit dem heiligen Bilde. Un-mittelbar daraus ist die Bewegung frei, kräftig, gesund." (D. Volkshalle.)

Die rusfische GtaatSkirche.

(Zweiter Artikel. Schluß.)

Der Schatz deS Patriarchates war durch diese langen und schimpflichen Partei-kämpfe gänzlich erschöpft. Da faßte Jeremias den Entschluß, zur Deckung seinerSchulden die Gläubige« der griechischen Kirche um ein Almosen zu ersuchen. Zu diesemZwecke schickte er seine beiden Mitbewerber um die Patriarchat-Würde, Theoleptnach Georgien und Persien , und Pachomius nach Cypern und Aegyptcn. Er selbstging mit DorotheuS und Arsevius, den Bischöfen von Monembasia und Elision,von denen der erstere zugleich Metropolit und Stellvertreter des Patriarchen vonAlerandrien war, nach Rußland . Sie verfehlten nicht, den Gläubigen dieser Provinzendie rührendsten Schilderungen von dem unglücklichen Zustande zu machen, in dem dieKirche von Konstantinopel, die Mutier der gesammten morgenländischen Kirche, unterder Herrschaft der Türken gerathen. Es stellte sich sehr bald heraus, daß das Haupt-geschäft des Patriarchen Jeremias auf seiner Reise in der Beitreibung von Geldbestand, um seine Schulden decken und den jährlichen Tribut von 500 Dukaten inGold, für welchen Preis seine beiden Mitbewerber um die Patriarchen-Würde ihreAnsprüche ihm verkauft hatten, pünktlich auszahlen zu können. Daher benutzte derschlaue Fürst Boris Gudonow diese Gelegenheit, um von dem Patriarchen Jere-mias möglichst viele Vortheile sür die russische Kirche zu erkaufen. Der Patriarchwurde mit seinen Bischöfen und einem zahlreichen Gefolge von Mönchen mit großenAnSzeichnungen vom Großfürsten von Rußland zu Moskau empfangen nnd ersucht,m seinem Staate zu verbleiben. Als er dieses anSschlug, suchte der Fürst BorisGudonow einen andern Handel mit ihm abzuschließen. Schon lange hatte man inRußland die Abhängigkeit der russischen Kirche von Konstantinopel unangenehm