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reite, und warnte mit Worten, die man hören muß, um so tief ergriffen zu werden,wie die Tausende der Zuhörer, Ist Werrbach auch nur ein großes Dorf, so ist wohlzu beachten, wie sich dort während der heil. Mission eine Unzahl von Menschen nahund fern einfindet. Auf morgen, Sonntag, sind bereits achtzehn Gemeinden derUmgegend allein angesagt; sie werden Kreuzzüge nach Werrbach bilden, um auch auSdem Heilbronnen der heil. Mission zn schöpfen.
Ich weiß nicht, ob Sie oie anfangs höchst betrübende, aber später mit deSHimmels Gnade noch so segensreich gewordene Mission von Lenzkirch , von den-selben Aposteln, die in Werrbach wirken, gehalten, näher kennen. So viel kann ichIhnen mit Bestimmtheit sagen, daß das Lenzkircher Volk, auS fein geschliffenen Stroh-flechtern (nnd Uhrmachern) bestehend, im Gefühle seiner vermeintlichen Bildung anfangssich nur schwach betheiligte, ja viele sogar „während der Predigten" in den Wirths-häusern blieben. Allgemein hieß es — wenn die Missionäre die Lenzkircher bekehren,so gehört ihnen der ganze Schwarzwald . Weil nun ?. Roh (jetzt Superior unterdiesen) sah , daß das Mühen fast umsonst, hielt er mitten im Orte auf der Straßeeinen solch eindringlichen Vortrag, der bei der Kraft feiner Stimme in alle Häuserdrang, daß die Hartnäckigen nun, ob sie wollten oder ui'cht, GotteS Wort hörenmußten, und es zündete. Sie sagten unter sich: cS ist doch nichr dumm, was er sagt.Nun kamen sie auch in die übrigen Vorträge, und die heilige Misston endete inLenzkirch wie an den meisten Orten in tröstlicher Weise. Pater Roh läßt Augsburg freundlich grüßen, und freut sich innig über die Rührigkeit, „den Sonntag nun mehrzu heiligen", wie wir aus den Blättern entnehmen. Nach vierzehntägizer Pause wirdam 25. September von den oben genannten Patres 8. ^. eine Mission in Saalmünster(zwischen Hanau und Fulva) beginnen. Die Genannten sind für Baden, Nassauund die beiden Hessenlandc bestimmt, während I>. Pottgeifier, Zeit unv Fruzzini inBayern Missionen halten werden. Ueber die erfreuliche Hammelburgkr Mission berichtetenSie bereits.
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Zur Generalversammlung in Wien .
Der „Mainzer Katholik" füzt der Einladung des Vorortes zur siebenten General-versammlung des katholischen Vereins in Wien folgende Betrachtungen hinzu:
„Es sollen also am 3t). September und den folgenden Tagen zu Wien in derKaiserburg jene großen, einfachen, lebensvollen Gedanken, in welchen alle wahren underleuchteten Katholiken einig sind, und in denen sie die Prinzipien alles religiösen undgesellschaftlichen HeileS erkennen, vor der zahlreichsten nnd auserwähltesten Versamm-lung ausgesprochen werden, —eS sollen anSgesprochen werden die Ueberzeugungen unddie Wünsche des katholischen Deutschlands ."
„Wohl sind eS nur Worte, aber Worte, die in dieser Zeit und an diesem Ortevon weitgreisenden Wirkungen in den Herzen Vieler seyn können, die Tüchtigkeit undBeruf haben, in Wien, in Oesterreich, in ganz Deutschland mit Kraft und Liebe fürdie katholische Sache zu wirken. — Wir hoffen zuversichtlich, daß Gott diese Ver-sammlung reichlich segnen wird."
„Alles dieß legt aber auch den Katholiken aller deutschen Länder die Verpflichtungauf, durch tüchtige Männer an dieser Versammlung sich zu betheiligen. Und da möchtenwir auf einen Umstand aufmerksam machen. Oertliche Verhältnisse, äußere Hinder-nisse, znm Theil auch menschliche Fahrläßigkeit und andere Ursachen sind schuld, daßbei weitem nicht überall katholische Vereine entstanden sind und noch bestehen, aberüberall finden sich in Deutschland — Gott sey Dank — jetzt katholische Männer,hervorragend durch Einsicht und Charakter, die bei weitem nicht alle Mitglieder katho-lischer Vereine sind. Schon auf den früheren Versammlungen waren jeder Zeit solcheMänner willkommen, bildeten ja schon ans der ersten Generalversammlung die Theil-nahme der angesehensten von Frankfurt herübergekommenen katholischen Mitglieder deö'damaligen Parlamentes den schönsten Glanzpunct jener Versammlung. Möchten