Ausgabe 
13 (11.9.1853) 37
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recht viele solche Männer auch jetzt nach Wien kommen. Dieses katholische Zusammen-seyn ist so segensvoll, und ist gerade dießmal so bedeutend, daß ein ernsteres Nach-denken wohl Manchem die Verpflichtung nahe legen dürfte, sich dieser Versammlungnicht zu entziehen."

»ES ist Thatsache, daß man in Wien in allen Klassen der Gesellschaft dieserGeneralversammlung mit großer Erwartung entgegensieht; was sie zur Belebung deskatholischen Geistes in dieser katholischen Hauptstadt des ersten katholischen Reiches derWelt wirken wird, hängt zum Theile davon ab, ob recht Viele, die würdige Vertreterder katholischen Sache sind, die Liebe und die Hingebung haben werden, eine weiteReise und die mit einer solchen Versammlung verbundenen Anstrengungen nicht zuscheuen."

Der Kaiser hat dem SeverinuSverein daS Zeugniß gegeben, daß er schon vieldes Guten gewirkt, und daß auch von der Generalversammlung nur Gutes zu erwartensey. Gewiß, wer all' das Gute, das die bisherigen katholischen Versammlungen inMainz, in Breslau, in Linz, in Regensburg, in Münster gewirkt haben, überschauenund inS Einzelne verfolgen könnte, der müßte Gott dafür loben. Wie viele tüchiigeMänner sind durch diese Versammlungen zu größerer Glaubensfreudigkeit und kirchlicherEntschiedenheit geweckt, wie viele gute Werke und segensreiche Unternehmungen dadurchangeregt worden! Ist katholisches Leben und Wirken in einem Aufschwünge begriffen,den man vor einem Decennium noch nicht geahnt, so haben zwar viele Ursachen dazumitgewirkt, aber immerhin bleibt eS wahr, daß diese katholischen Versammlungen einhöchst wichtiger Factor gewesen und auch noch serner seyn werden. Wir haben dahergewiß Grund zur Bitte, daß unsere Leser auch in ihrem Gebete die dießjährige sowichtige Versammlung Gott empfehlen möchten, damit er sich würdige, durch sie rechtviel Gutes zu wirken. Möchte dafür auch Maria ihre Fürbitte einlegen, welche derVerein als seine erwählte Patronin verehrt."

Amerika.

Aus einem Hirtenbriefe deS Mons. Alemany, Bischofes von Monterey in Kali-fornien , vom 1. Juni entnehmen wir folgende Stelle:Im Anfange deS Jahres1850 übernahmen die Katholiken von San-Francesco, welche mehr auf ihren Glaubenals auf ihre Zahl sahen, den Bau einer hölzernen Kirche auf einem Grundstücke,welches sie in der Straße Vallejo erkauft hatten. Die Vergrößerung der Stadt unddie wachsende Zahl der Gläubigen machten bald den Bau einer zweiten Kirche noth-wendig; dieser Bau wurde im Sommer 1851 auf einem Grundstücke unternommen,welches die Herren John Sullivan, TimotheuS Murphy und John O'Farrell edel-müthig geschenkt hatten. Diese Kirche war kaum vollendet, als sie schon für dieanströmende Menge zu klein wurde, man mußte, wie bei der ersten, eine Galerieanbringen. Im letzten Winter wurde die Kirche noch bedeutend erweitert. Deßun-geachtet sind unsere beiden Kirchen noch zu klein; sie können kaum die Katholikenfassen, welche an allen Sonntagen sich einfinden, und noch viel weniger die Mengederjenigen, welche die Feierlichkeit unserer Ceremonien anzieht und die Sehnsucht, dieErklärung unserer Lehren zu vernehmen." Der Bischof macht dann bekannt, erwolle zu San-Francesco am Ende der Straße Dupont eine dritte Kirche bauen, undfordert die Gläubigen auf, für dieses nothwendige Unternehmen sich einige Opfer aus-zulegen. Die zu San-FranceSco erscheinende Zeitung, Catholic-Standard, meldet,daß acht Tage nach dieser Aufforderung des Bischofs Alemany schon 105,000 Frankengezeichnet waren, und daß der Betrag der einzelnen Zeichnungen zwischen 2000 und5000 Franken beträgt. (Münst. S.-Bl.)

Vera»tw»rUichn Redactem: L. Schöscheu.

Verlags-Inhaber: F. C. Kremer.