Dreizehnter Jahrgang.
Sonntags Beiblatt
zur
Augsburger PostZeitung.
25. September
SS.
1853.
Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abormemenrsprel«TV kr., wofür e« durch alle königl. bayer. Postämter und alle Buchhaudlougeu bezogen werde« kauu.
(Im September 1853,)
Von Nord und Ost, von Süd' und West,So weit die Gränzen reichen,
So weit die deutsche Zunge klingt,Und wachsen deutsche Eichen,
Zieht's hin zum schönen Donaustrand,
Zum biedern, deutschen Kaiserland.
Der Frühling kam, es sproßten ausDes Glaubens heil'ge Blüthen,
Und in der Liebe SonnenstrahlDie Herzen neu erglühten,
Des Glaubens und der Liebe Band
Schlang wieder sich um's Vaterland,
Und auf der Geister tieferm Grund
Begann es sich zu regen,Die Hirten standen auf der Wacht,
Und gaben ihren Segen,Wie wenn der Thau die Fluren träntt,Und seine Perlen niedersinkt.
Und vor des Himmels Leuchten schwand
Der Nebel trüber Zeiten,Der Gnade heilige Gewalt
Wollt' ihre Ströme leitenAuf's Neue tief in Deutschlands Grund,Vereinen es zum heil'gen Bund.
Wie wann in, Lenze Alles keimtUnd sprießt und grünt und blühet,
Uud höher steigt der Sonne Strahl,Und immer wärmer glühet,
So hat's gekeimt auf deutscher Flur,
Und wärmer glüht's auf jeder Spur.
Und wied'rum ist der Ruf ertönt
Durch alle deutsche Gauen,Es geht und wandert, schifft und fährt,
Die Kaiserstadt zu schauen,Es strömt in freud'ger Strömung fortHinüber zum Versammlungsort.
Es glüht das Herz, es flammt das Wort,
Es stählen sich die Glieder,Und neuer Muth und neue Kraft
Strömt in die Brust hernieder,Der Glaube schlingt das Einheitsband,Die Liebe reicht die heil'ge Hand.
O ströme fort, du heil'ger Strom,Daß Glaub' und heil'ge Sitte
Das Sicgesbanner halt' emporHoch in der Völker Mitte,
Bis aus der bösen Zeiten Nacht
Der letzte Deutsche ist erwacht!
O heil'ge Glut erlösche nicht,
Entzünde kalte Herzen,Dring' himmelwärts mit heil'ger Macht,
Und laß nicht mit dir scherzen,Bis rings das ganze Vaterland,Der Braut des Herren reicht die Hand!
Du aber, Himmelskönigin,
Erhöre unser Flehen,Daß unö begleit' im ernsten Kamps
Der Gnade heil'ges Wehen!O heil'ge Mutter, Jungfrau rein,Du wollest gnädig mit uns seyn!