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Missionäre und unterstützten die Bemühungen derselben. Im Anfange deS 16. Jahr-hunderts gab eS bereits vom Vorgebirge der guten Hoffnung an bis nach Makaowenigstens auf den Inseln und Küsten zahlreiche Christengemeinden. Der König vonPortugal wünschte denselben einen Oberhirten zu gebe», der seinen Sitz in Goa, derHauptstadt der portugiesischen Besitzungen, hätte. Paul III. ging bereitwillig aus seineVorstellungen ein, und errichtete im Jahre 1534 durch die Bulle ^equum reputsmusdas Bisthum Goa, welches seine Gränzen vom Vorgebirge der guten Hoffnung bisnach China ausdehnte. Dieser Bulle gemäß übernahm der König von Portugal dieVerpflichtung, nicht nur die Kathedrale zu Goa, sondern auch alle andern Kirchenund Klöster der gan,en Diöcese in gutem Zustande zu erhalten, mit allem Nöthigenzu versehen, dem Bischöfe wie der gesammten Geistlichkeit jährliche Einkünfte anzuweisen,und auf dieselbe Weise die Sorge sür alle neuen Pfarreien oder Klöster der Diöcesezu übernehmen Dafür wurde ihm vom Papste das Patronat sowohl deS BiS->hums als auch aller Pfründen desselben übergeben. Die Könige von Portugal hattenalso das Recht, den Bischof von Goa und alle Geistlichen, die eine feste Anstellungin der Diöcese hatten, zu ernenne». Aber schon im Jahre 1557 wurde diese fastunermeßliche Diöcese von Paul IV. in drei getheilt, Goa wurde M etrop o litan-Kirche, und die neuen Bisthümer Coccina und Malakka ihr unterworfen. PaulIV.ertheilte den Königen von Porrugal die Rechte deS Patronates in diesen beiden Diöcesenunter denselben Bedingungen, die oben erwähnt wurden. Gregor XIII . errichtete dasBiSthum Makao, welches ganz China und Japan umfaßte, und die Könige vonPortugal hatten sich bis dahin so treu und freigebig gegen die Kirche erwiesen, daßder Papst in der Bulle, welche ihnen das Patronat dieser neuen Diöcese übergab,eine Clausel hinzufügte, wodurch der Krvue von Portugal dieses Recht so unwider-ruflich zugesichert wurde, daß auch selbst der heilige Stuhl es ihnen niemals wiedernehmen könne. Dieselbe Clausel findet sich iu den Bullen, durch welche von SirtuS V.zu Funai ein besonderes Bisthum für Japa, vou Paul V. die Diöcese Meliapor,und Alexander VIII . die bischöflichen Sitze von Nankin und Pekin errichtet wurden.Nun geschah es aber, daß der Eifer der porrugiesischen Regenten für die Verbreitungdes Glaubens erkaltete, oder wenigstens die Hindernisse, welche ihre Beamten der-selben entgegensetzten, nicht beseitigen konnte. Seit dem Ende deS 17. Jahrhundertsdehnten sich besonders in dem großen chinesischen Reiche die Gränzen deS Reiches' Gottes durch die unermüdliche Thätigkeit der Missionäre immer weiter aus. Mitgroßer Mühe hatte Alerauder VIII. den König von Portugal bewogen, in die Thei-lung der Diöcese Makao einzuwilligen, und so die Errichtung der erwähnten Bis-thümer Nankin und Pekin zu Stande gebracht. Es war nun aber bald auchunmöglich, von diesen beiden Städten aus die oberhirtliche Sorge bis in die fernstenProvinzen des Kaiserreiches auszudehnen. Da also keine Hoffnung war, in diesenentlegenen Gegenden, mit welchen die Portugiesen gar keinen Verkehr hatten, aufdie Weise wie in Ostindien BiSlhümer zu errichten, und der heil. Stuhl doch un-möglich diese neubekehrten Völker ohne Hirten lassen konnte, so sandten die Päpsteapostolische Vicare, deren geistlicher Odyut sie einige jener entferntesten Provinzenanvertrauten. Obschon diese durch die Umstände gebotene Maaßregel nicht im Ge-ringsten die Rechte der Bischöfe und des portugiesischen Hofes beeinträchtigte, so unterließdieser eS deunoch nicht, bittere Klage wider den heil. Stuhl zu führen, und der Me-tropolitan von Goa ließ sich verleiten, in jene Gegenden, die den apostolischen Vicarenangewiesen waren, Priester zn senden, welche die Gläubigen beunruhigten, und warnte,oen Vicaren des heil. Stuhles nicht zu gehorchen. Aber schon waren die Zeiten nahe,in welchen der portugiesische Hos auf Anstiftung des verruchten Pombal erst durchdie Vertreibung der Jesuiten die Missionen in Ostindien eben so wie jene in Amerika zum großen Theil zerstörte, und dann auf mannigfache Weise wider den heil. Stuhlselbst offenen Kampf begann. Die Strafe folgte dem Verbrechen auf dem Fuße nach:Portugal verlor seine Besitzungen in Ostindien, und seine ganze Herrschaft beschränktesich schon am Ende des vorigen Jahrhunderts auf die fast zerstörte Stadt Goa und