Ausgabe 
13 (16.10.1853) 42
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Koblenz gegründet, über deren segensreiche Wirksamkeit auf die früher oft sehr ver-wahrloseten Knaben nur eine Stimme herrscht. Auch die Staatsbehörden haben sichin Würdigung dieser Thätigkeit dem neu angepflanzten Institute geneigt erwiesen undaus Veranlassung eines Antrags des letzten rheinischen Provinzial-Landtages, der dieBrüder sehr empfohlen, Schritte gethan, um eine Provincial-Anstalt zur Erziehungverwahrloster Knaben ihnen anzuvertrauen. Indessen mangelt zur Befriedigung dermannigfachen Aufforderungen in Betreff der Gründung neuer Etablissements, so wiezur festen Begründung und Ausbreitung der Genossenschaft in Deutschland noch dieHauptsache, ein hinreichend großes und zweckmäßig eingerichtetes Mutterhaus. DerBerein hat zwar mit der hiesigen Niederlassung auch ein Noviziat der Brüder einge-richtet, aus dem bereits sechs Brüder zur Ueberuahme des Waisenhauses hervorgingenund in welchem sich noch zwölf Novizen befinden; allein er entbehrt einerseits derMittel zur Bestleitnng der Miethe für dasselbe, indem die von ihm zusammengeschossenennamhaften Beiträge für die erste Ausstattung der Brüder und die Einrichtung desHauses verwendet wurden, uud jährlich aus Beiträgen der Bewohner der Stadt einebedeutende Summe sür den Unterhalt der Brüder in der Schulanstalt von ihm auf-gebracht werden muß; anderseits ist das Hans zur Aufnahme einer den Bedürfnissenentsprechenden Anzahl von Novizen räumlich viel zu beschränkt. Es bedarf eines größerenGebäudes, iu welchem ungefähr fünfzig Novizen Aufnahme finden könnten; sodanneiner solchen innern Einrichtung und Leitung, daß die aus der. Mutteranstalt hervor-gehenden Brüder nicht allein dnrch ihre religiöse Gesinnung und Haltung, sondernauch in wissenschaftlicher und praktischer Tüchtigkeit sich auszeichnen, und zu diesemZwecke auch die Erfahrungen des deutschen Schulwesens in je?cr Beziehung zu benutzenGelegenheit haben. DiescS Alles erfordert Mittel, welche über die Kräfte des Ver-eines hinausgehen. Der Ankauf oder die Aufführung cineS geeigneten Gebäudes dürftesich allein auf die Summe von sieb'en bis achttausend Thalern belaufen. Da dieseAngelegenheit jedoch eine das ganze katholische Deutschland betreffende ist, und es sichum die feste Begründung und Ausbreitung eines für die Erziehung und Bildung höchstverdienstvollen und bewährten Ordens in unserm deutschen Baterlande handelt, sowendet sich der Vorstand des Vereins für die Brüder der christlichen Schulen ver-trauensvoll an Alle, deren Herz für das Gedeihen einer christlichen Erziehung derJugend warm schlägt und bittet crgebenst um geneigte Beiträge zu obigen Zwecken.^)Er hofft um so mehr aus eine freudige Betheiligung, als es nach den Erfahruugender letzten Jahre wohl bei Niemand mehr einem Zweifel unterliegt, daß die Fürsorgefür eine auf christlicher Basis ruhende Erziehung das sicherste Mittel ist, die in unsererZeit herrschenden socialen Uebel an der Wurzel anzugreifen nnd eine bessere Zukunftanzubahnen. Wir fügen hier die Bemerkung bei, daß der Orden die Errichtung desMutterhauses in Koblenz, sowohl wegen der Lage der Stadt, als wegen des Bestan-des zweier sür die Ausbildung der Novizen zu benutzender Ordensschulen hierselbstam geeignetsten hält; daß ferner das Mutterhaus iu äußerer Beziehung ganz selbst-ständig dastehen, und nur in Bezug auf die innere Leitung mit dem Ceiuralhanse inParis in Verbindung bleiben wird. Möge Gott dem Uut.rnchmen freudig gebendeHerzen erwecken! Koblenz, den August 1853.

Der Vorstand des Vereins für die Vriider der christlichen Schulen:Krementz, Dechant und Pf. z. h. Kastor. de Lvrenzi, Pf. z. U. L.Frauen. AdamS, Justizrath. v. Waldbott-Bornheim, Proviuzial-Feuer-SocietätS-Direktor. P. Mantell, Kaufmann. von ThimuS,Landgerichtsrath. Dr. Settegast, Geh. Medicinalrath. Trapct, Regie-rungSsecretär. Werner, Jnstizrath.

') In Bayern bedürfte es zur Sammlung von Beiträgen einer besondern allerhöchsten Erlaul niß.