Ausgabe 
13 (23.10.1853) 43
Seite
340
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

340

m-hrere Jahre besuchen und den ReligionSnnterricht nach dem bisherigen. Lehr-buche empfangen haben, manchen Schwierigkeiten unterliegen wird, deren Be-seitigung Wir größlentheilS dem Eiser und der klugen Erwägung und Umsichtder Katecheten überlassen müssen, Alle Kinder jedoch, welche theils in dieSchule erst eintreten, theils in den ersten zwei Classen sich befinden, oder denbisherigen Katechismus noch nicht vollständig durchgenommen und erlernt haben,sollen nur nach den nenen Katechismen unterrichtet werden; bei jenen Schillernaber, welche nur mehr ein Jahr die Schule zu besuchen haben, gestatten Wir,daß der Unterricht nach dem bisherigen Lehrbuche fortgesetzt und wiederholt werde.Nach diesen Anordnungen nnd Erklärungen wenden Wir Uns an euch, gelicbtesteSöhne und Mitarbeiter im Weinberge des Herrn! die er auöerwählt hat, um denKleinen, den Unwissenden nnd Armen im Geiste das Brod des ewigen Lebens zubreche» Wir preisen euch glücklich ob dieses schönen, erhabenen und wichtigen Be-rufes, und bitten euch, wohl zu beherzigen, daß gerade der einfache, schlichte uuv derFassungskraft und Bildung der Zuhörer angemessene Unterricht in den Wahrheiten,welche im Katechismus enthalten sind, euch einen Wirkungskreis öffnet, in welchemihr in der ausgedehntesten und erfolgreichsten Weise für das Heil der Seelen wirken,am kräftigsten allen Uebeln der Zeit entgegentreten, und der Kirche ein neues, reinesunv gotteSfürchtiges Geschlecht heranbilden könnet. Liebet diesen Berns, der euch, ohneAufsehen zu erregen und ohne euch selbst den vielfachen Gefahren auszusetzen, welchemit einer dem Aenßern nach glänzenderen Laufbahn verbunden sind, im Verborgenenso Großes unv Nachhalliges für daö Reich Gotteö zu thun, Gelegenheit gibt. Habetstets unsern Heiland selbst vor Augen, der die Kleinen zu sich kommen ließ, und demarmen unwissenden Volke i» schlichten, einfachen, aber eindringlichen Worten die gött-lichen Wahrheiten anf eine Weise lehrte, bei der nicht nur der Geist erleuchtet, son-dern anch das Herz erwärmt und mit Liebe zum Ueberirdischen und zu Gott selbsterfüllt wnrde. Suchet nach dem Ausspruche des Herrn immer mehr selbst Kinder zuwerden, in Einfalt, Geradheit, Reiuigkcit und Demuth deS Herzens, damit in euremeigenen Innern daö Licht des Glaubens immer wachse und der Eifer für das Heilder unsterblichen Seelen sich an dem Feuer der Liebe Gottes stets neu entzünde. Sooft ihr dem Volke oder den Kleinen die göttlichen Lehren zu verkünden o?er zu erklärenhabl, bereitet euch vor mit aller Sorgfall, damit ihr die Wahrheilen klar und gründ-lich erfasset, und die rechten Worte und Erklärungen findet, um sie euren Zuhörernnicht nur verständlich zu machen, sondern anch zugleich ihre Herzen für dieselben zugewinnen. Es ist dieß nnc schwierige Aufgabe, schwieriger, als sie vielleicht Manchemscheinen dürfte, und um sie zu lösen, lUdürfete ihr vor Allem des Beistandes Gottes,den ihr daher im eifrigen Gebete zu erflehen nie uulerlasseu sollet. Nicht von eurerBemühung, nicht von enrer Fähigkeit und Erfahrung dürfet ihr einen gnten Erfolghoffen, sondern vor Allem von der Gnade Gottes, die, während ihr Pflanzer undbegießet, daö Wachsthum zu geben hat. Sie muß euch erleuchte», eure Worie be-fruchten und ihnen die Kraft geben, zu erleuchten nnd zu erwärmen. Sie muß auchdie Seelen der Hörenden bestimmen und unterstützen, damit sie, während sie durcheuren Mund die frohe Botschaft vom Himmelreich verncluuen, das göttliche Wort mitder ihnen in der Taufe eiilgegossenen Tugend des Glaubens selbstthätig in Liebe er-sassen und aufnehmen und in sich lebendig werden lassen.

Wenn ihr so, als Diener Jesu Christi und Vcrkünder der von ihm seiner Kircheanvertrauten Lehre, bloß in der Absicht, die mit seinem Blute erkauften Seelen in demzu unterrichten, was sie glauben, was sie thun und gebrauchen sollen, um ju ihremHeile zu gelangen, in Geduld und Demuth, in Sanfrmuth und Liebe, nnd im Ver-lrancn auf den, der allein unser wahrer Lehrer und Meister iu der Wissenschaft deSHeiks ist, enren Berns erfüllet, werdet ihr rüstige Werkzeuge seyn in der Hand GotrcS,">>d in Zeiten des Unglaubens und der Sittenlvsigkeit, wie die unseligen sind, segen-vl'll wirken cm der Heiligung der euch anvertrauten Seelen, und mitarbeiten an demAusbau der Kirche, für welche der Herr sich hingegeben hat, um sie darzustellen ohne