Ausgabe 
13 (11.12.1853) 50
Seite
400
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

400

auch wirklich geschildert hat. Darf man den Tag vor dem Abende nicht loben, isteS bei so gewalliger Begebenheit gewiß nicht minder angezeigt, ihre Nachwirkungenabzuwarten, und den Feinden der Wahrheit trocken sagen zn können, daß jenes Licht,welches geleuchtet, kein Strohfeucr gewesen. Doch, zur Sache zu kommen, lassenwir Jedem seine Ansicht und Aussicht, und beschäftigen wir uns mit der heiligenMission. Der Anfang und das Ende derselben waren glorreich, und der Besuchder Predigten, die in zwei Kirchen zu gleicher Stunde gehalten wurden, ein enormer.Am zahlreichsten waren die Reden des P. Joseph und des P. Mar Klinkowströmbesucht, aber auch bei den übrigen Herren fand sich immer ein gewähltes und großesPublikum ein. Ich erlaube mir keine Kritik über die hochwürdigen Redner, eineAeußerung kaun ich jedoch nicht unterdrücken, und die PP. Jesuiten werden mir die-selbe auch gewiß nicht übel deuten, die nämlich, daß ich den P. Patiß für dengründlichsten unter ihnen halte. Es mag seyn, daß ich irre, allein in den vonihm vernommenen Reden fand ich eine seltene Logik und eine haarscharfe Gliederungder einzelnen Sätze, die mich bewog, seinen Predigten ausschließlich und so oft alsmöglich beizuwohnen. Damit sey nicht gesagt, als hätten die übrigen Pcüres wenigerGründlichkeit entwickelt, sie wußten, waö eben so Noth thut, die Saiten des Gemü-thes anzuschlagen. UebrigenS haben alle sechs Männer Unglaubliches geleistet, unddie Beweise hicfür sind die Folgen der heiligen Mission, der fortgesetzte Gebrauch derheiligen Sacramente, die vielen stallfindenden Restitutionen, der merklich fleißigereBesuch der Kirchen, die Begleichung jahrelanger Feindschaften u. s. s,, derentwillenich die heilige Mission den Triumph des Kreuzes nenne, und Sr. Eminenz demhochwürdigsten Cardinal-Fürsten Reichsprimas von Ungarn als Veran-lasse? derselben im Namen Derer danke, die von der heiligen Mission einen segenvollenGebrauch gemacht, und wahrhaft besser und frömmer geworden sind. Daß ihre Zahlkeine kleine zeigen die unansgesetzten Besuche bei dem Missionskreuze, das oft um-lagert erscheint, und keinen Tag ohne Besucher bleibt.

Nordamerika .

Der zum Nuntius in Brasilien bestimmte Msg. Bedini, Erzbischof von Theben, i, p.,hat bekanntlich von Sr. Heiligkeit den Anstrag erhalten, vorher sich über die Zustände derkatholischen Kirche in Nordamerika zu unterrichten. Er wurde in den Hauptstädten dervereinigten Staaten und Canadas auf eine seinem Range entsprechende Weise nnd vonden Katholiken mit der größten Ehrerbietung empfangen. Der gesetzliche Einfluß desrömischen Stuhles hat durch diese Rundreise deö päpstlichen Nuntius bedeutend gewonnen.Die Feinde der katholischen Kirche wurden dadurch um so mehr erbittert; besonders dieitalienischen Flüchtlinge in New-Kork, welche sich durch Haß gegen Kirche und Religionauszeichnen. Ihr Rtdner ist Gavazzi, dessen Brandprediglen bekannt sind, auch haben sieeine Zeitung, welche ein Herr Secchi di Casali redigirt, welcher früher mit aller Kraft rief:Es lebe Pius IX. ! und später als Colporteur im Dienste der PreSbyterianer stand, nndketzerische Bücher in Italien verbreitete; jetzt verbreitet er von Zeit zu Zeit in seiner Zeitungdas Gift der Verleumdung über die katholische Kirche und den heil. Stuhl. Für alle der-gleichen war der Erfolg deö päpstlichen Nuntius eine Niederlage, welche sie auf alle Weiseabzuwenden suchte». Sie wendeten zuerst gegen Msg. Bedini Verleumdungen an, welchedie protestantische Presse weiter verbreitete. Nachher suchte man den päpstlichen Nuniiuözu Meuchelmorden. Die Gewissensbisse eincS der Verschworenen erlaubten dem Msg. Bediniauf seiner Hut zu seyn. Die Verschworenen aber, welche sich dnrch einen gewissen Sassiverrathen glaubten, vtrsctztcn diesem in der Nacht auf einer Straße von New - Uork einentödtlichen Stich. Sassi hat vor seinem Tode Bekenntnisse abgelegt.

Verantwortlicher Redacteur: L. Schön chcu.

Verlags-Inhaber: F. C. Kremer.