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Brüder einen vorzüglichen Rang ein. Die Grundlage zu demselben legte der heiligeJohann von Gott , ein Portugiese, geboren 1495 in der Stadt Agmo monte mgjor.Nach einem vielfach bewegten Leben war derselbe bis zum 45sten Jahre herumgeirrt,und faßte nun den Entschluß, »eben der ernstlichen Sorge für sein Seelenheil denArmen und Kranken zu dienen. Da er Gott besonders nach seiner Barmherzigkeitnachzuahmen strebte, so gab ihm der Erzbischof von Granada und der Bischof vonTuy den Namen „Johann von Gott ." Unter dem Rufe: „Thuet Gutes, meinelieben Brüder, um der Liebe Jesu willen!" durchwandelte er die Straßen von Granada und verwendete dann die reichlich eingegangenen Almosen zur Unterstützung der Armenund Kranken. Im Jahre 1540 miethete er endlich zur Aufnahme und Verpflegungder Kranken und Presthaften zu Granada ein Haus, das den Anfang des großenHospitals von Granada und die Grundlage des von ihm benannten Ordens bildete.Indessen beabsichtigte nicht sowohl er als der Bischof von Granada , der das Ge-deihen der neuen Stiftung sehr förderte, einen neuen Orden zu gründen, sondernbeide wollten vielmehr nur einen Verein von Weltleuten bilden, die die Krankenpflegein den Krankenhäusern übernehmen, und sich durch eine besondere Kleidung von denübrigen Weltlenten unterscheiden sollten. Seinen ersten Schülern und Genossen Anton,Martin und Peter Velaöko hatte der heilige Johann bei seinen Lebzeiten noch keineRegel gegeben, sie folgten seinem Beispiele und seinen Vorschriften in Bezug auf dieKrankenpflege. Nach seinem Tode 1550 verbanden sich seine Freunde zu emcr engenVerbindung unter den drei Klostergelübden und der Verpflichtung der unentgeldlichenKrankenpflege unter Vorstandschaft des Bruders Martin, den sie ihren Major nannten,nnd welcher mittels der reichen Spenden Philipps II. in vielen Städten Spaniens Hospitäler nach der Anordnung des heil. Johann von Gott gründete. Papst PiuS V. bestätigte am 1. Jan. 1572 die neue Genossenschaft und gab ihr die Regel des heil.Augustin mit der Vollmacht, einen Obern (Prior ) ^u wählen und einem Bruder auSihrer Mitte die Priesterweihe ertheilen zu lassen, damit er für ihr und der KrankenSeelenheil sorge und unterwarf sie den Diöcesanbischöfen. Die Genossenschaft war inihrer weitern Ausbreitung sehr glücklich, schon im Jahre 1586 zählte sie 18 Spitälerund hielt in Rom ihr crsttS Generalcapitel, auf welchem die Konstitutionen des Or-dens entworfen wurden. Papst Paul V. erklärte seine Mitglieder durch ein Brevevom 4. Jänner 1611 als wirkliche Religiösen und bestätigte den 15. April 1617 ihreEonstitutionen. Der Orden hat zwei Generale, einen sür Spanien und Westinvien,der seinen Sitz in Granada hat, und einen für die übrigen Länder, der sich in Rom befindet. Der Orden breitete sich in viele Länder auS und die Mitglieder hatten ver-schiedene Benennnng. In Deutschland fanden sie frühzeitige Ausnahme. Der FürstCarl Euseb von Lichtenstein lernte zu Rom das gemeinnützige Wirken dieser Brüderkennen und nahm zwei derselben, Gabriel Grafen r. Ferara und Johann Eassmetli,mit nach Deutschland und erbaute ihnen^ 1605 zu Felsberg in Niederösterreich eineigenes Kloster, welches er reichlich ausstatten ließ. Dieses Kloster war das erstein der österreichischen Monarchie und bildete mit den später errichteten Klöstern diesesOrdens eine eigene Provinz, die deutsche genannt. Die Brüder dieses Ordens, inDeutschland barmherzige Brüder genannt, verpflichten sich durch ein viertes Gelübdelebenslänglich zur Krankenpflege. Das Noviziat dauert ein Jahr, nach Ablauf des-selben muß, gemäß Verordnung Papst Aleranders VIII. vom 10. Juli 1655, derjunge Profeß noch ein Jahr im Profefsorium gleichsam ein zweites Noviziat erstehen.Die vorgeschriebene Kleidung besteht in einem Habit von schwarzem Tuche nebstSkapulier von derselben Farbe und eiuer kleinen, runden, steifen Kapuze. Das OrdenS-kleid selbst wird durch einen ledernen schwarzen Gürtel zusammengehalten. Ihreursprüngliche Ordenstracht bestand in einem langen grauen Rocke, wie ihn der heiligeOrdensvater trug, daher man sie anfangs die „grauen Brüder" nannte. PapstPiuS V. aber verwandelte die graue Farbe in die schwarze und fügte dem ledernenGürtel ein Skapulier mit Kapuze hinzu.
Die anerkannte Gemeinnützigkeit und die gewissenhafte Erfüllung seiner Pflichten