Ausgabe 
13 (25.12.1853) 52
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IM Nordgau genommen und von der herzoglichen Hofkammer-Kasse in Neuburg aus-bezahlt wurden.

AIS aber einige Zeit hernach mit Püllenhvfen eine Aenderung vorgegangenwar, auch wegen der eingefallenen MiegSzeiten diese Rente nicht mehr vollständigfloß, so vereinigte sich der Nachfolger Wolfgang Wilhelms, sein Sohn Herzog PhilippWilhelm , mit dem Kloster dahin, daß die jährliche Rente aus der herzoglichen Hof-kammer-Casse auf 1500 fl. vermindert, daS Kloster aber durch die grundherrlichenGcfällc und noch untertheilten Einkünfte des ehemaligen Benediktiner -Nonnenklostersin Monheim entschädigt werden sollten. (Dieses Kloster soll nach v. Neisach schonunter Carl dem Großen bestanden haben, allein nach der 8uevis eeelssisstics wardeS erst im Jahre 890 gestiftet. Die Kirche enthielt einen großen Theil der Gebeineder heiligen Walbnrga, welche aber zur Zeit der Einführung der Lehre Luthers ver-loren gingen. Der Herzog Otto Heinrich von Neuburg hob nämlich dieses Klostergewaltsam auf und zog dessen Güter ein, die letzte Aebtifsin soll im Kirchhofe derbarmherzigen Brüder in Neuburg begraben liegen) Obige Ucbcreinkunst dcS HerzogsPhilipp Wilhelm mit dem Kloster erhielt selbst die päpstliche Bestätigung und gabVeranlassung, daß daS Kloster der barmherzigen Brüder mehrere Stift- und Gilt-Ncichnisse ans den Landgerichtsbezirken Monheim und Wemding bezieht und sogareinen eigenen Getreidkasten in Monheim besaß, so wie eS auch daS PräsentalionSrechtauf die Ltadtpfarrei Monheim bis in die neueste Zeit kiatte.

So dienten die barmherzigen Brüder ganz nach dem Sinne deS Evangeliumsdurch liebevolle Krankenpßege und Gebet. Vieles hatten sie zu erdulden währenddiö dreißigjährigen Krieges, viele Verfolgungen und Zerstörungen wurden den Ordens-»nrgliedern nnd dem Kloster Theil, aber doch erhielt es sich bis in die neuesteZeit, selbst unter den großen Stürmen nnd Umwälzungen, die so'viele Klöster undkirchliche Institute unseres Vaterlandes vernichteten. ES wurden noch im Jahre 1302323 Personen ohne Unterschied der Religion aufgenommen, wovon nur 16 starben,allein in Folge der Säkularisation der übrigen Klöster erhielt dieses Kloster keinenZuwachs an Ordenscandidaten, und da noch überdicß iu etlichen Jahren über dieHälfte der Brüder dahingestorben war, so erhielt das Kloster eine weltliche Verwaltungund einen eigenen Traiteur.

Mit dieser Verwaltung war aber Niemand zufrieden, und so fand sich daS frommeHerz deS großen Königs Ludwig I. veranlaßt, aerührt durch die mehrseitigen Bitten deSStadlmagistrateS, dieses Institut nach dem Geiste deS Stifters wieder aufleben zulasse». Der Hauptzweck ist fortwährend Verpflegung der Kranken, daher sollte daSKloster einen Prior, einen Priester, Apotheker, Koch und mehrere Krankenwärter haben.Der allein noch lebende Frater deS ganzen Konventes Fr. Eberhard Haacke, geboren,u Geißelhörmg 16. September 1768, der schon 1793 am 13. Oktober Profeß ab-gelegt hatte, wnrde zum Prior ernannt. Am 3. März, als am Feste des heiligenJohann von Gott , wurde das erste Mitglied als Novize eingekleidet, nämlich HerrJohann Benz, Sohn eines königl. Landrichters, geboren zu Oltobeuren am 27. April1804, Er erhielt bei der feierlichen Einkleidung, die vom Stadtpfarrer zu St. Peter,als bischöflichem Commissär, unter Anwesenheit deS Magistrates vorgenommen wurde,den Klostcrnamen St. Sebastian.

Am 26. Jänner 183-1 erfolgte die Einkleidung eines zweiten Novizen, FranzXaver Reisach, geboren zu Mauerftetten 1810, der den Klosternamen Valentin erhielt.

Indessen um den Orden im Geiste deS Stifters zu erneuern, wurde der Wunschrege, einige Mitglieder aus den österreichischen Staaten, woselbst der Orden 27 Klö-ster mit Spitälern besitzt, zu berufen. Zu diesem Zwecke reiöle Herr Wankmüller,Pfarrer zu Bachhngl, der sich znm Eintritte in den Orden bereits gemeldet hatte, ausAnordnung der königl. Kreiöregierung von Schwaben und Neuburg und deS hochwür-digen Ordinariates Augsburg am 18. Februar 183-1 nach Wien ab, theils um dieEinrichtung der Klöster dieses Ordens genauer kennen zu lernen, theils um einigetaugliche Mitglieder zu gewinnen für das wiederhergestellte Kloster in Neuburg .